Kaum eine Konstruktion ist so eng mit Girard-Perregaux verbunden wie das Tourbillon mit drei Brücken. Im 19. Jahrhundert für die Taschenuhr entwickelt, wurde das Konzept 1991 erstmals auf das Format einer Armbanduhr miniaturisiert und später auch in die sportliche Architektur der Laureato übertragen. Mit der neuen Girard-Perregaux Laureato Fifty Tourbillon Micro-Rotor 39 mm führt die Manufaktur diese Entwicklung nun in zwei Varianten fort: Beide reduzieren die historische Drei-Brücken-Idee auf eine einzelne, modern interpretierte Tourbillonbrücke und werden vom neuen Manufakturkaliber GP8410 angetrieben, das das Tourbillon mit einem automatischen Aufzug über einen Mikrorotor verbindet. Hierbei handelt es sich zudem, nach der erst kürzlich lancierten Laureato Fifty 39 mm mit hauseigenem Clous-de-Paris-Emaille-Zifferblatt, um eine weitere Emaille-Variante aus eigenem Hause, die diesmal mit einem sichtbaren Tourbillon auftritt.

In diesem Artikel verfolgen wir, wie sich das Drei-Brücken-Tourbillon von einer historischen Taschenuhrkonstruktion zu einem prägenden Element der Laureato entwickelte – und wie Girard-Perregaux dieses Konzept in den neuen Modellen weiterführt.

Zwei Unternehmen, eine Manufaktur: Die Ursprünge von Girard-Perregaux

Die Ursprünge von Girard-Perregaux gehen auf zwei zunächst voneinander unabhängige Unternehmen zurück, deren Wege sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts miteinander verbinden sollten. Der erste dieser beiden Stränge führt zu Jean-François Bautte, der insbesondere für seine extraflachen Uhren bekannt war und in Genf eine Manufaktur aufbaute, in der er die unterschiedlichen handwerklichen Disziplinen der Uhrmacherei unter einem Dach vereinte – von der Fertigung der Gehäuse und der Gestaltung der Zifferblätter bis hin zur Herstellung vollständiger Uhrwerke. Nach seinem Tod im Jahr 1837 gründeten sein Sohn Jacques Bautte und sein Schwiegersohn Jean-Samuel Rossel noch im selben Jahr die Firma Jean-François Bautte & Cie. und führten damit sein uhrmacherisches Erbe fort.

Der zweite Strang nahm 1852 seinen Anfang, als Constant Girard die Firma Girard & Cie. gründete. Durch seine Heirat mit Marie Perregaux entstand schließlich die Verbindung beider Familiennamen, aus der 1856 in La Chaux-de-Fonds das Unternehmen Girard-Perregaux hervorging. Schon früh erwarb sich die Manufaktur bei den Chronometerwettbewerben des Observatoriums von Neuenburg einen hervorragenden Ruf und wurde für die Präzision ihrer Zeitmesser vielfach ausgezeichnet.

Zusammengeführt wurden beide Unternehmensgeschichten schließlich unter Constant Girard-Gallet, der 1903 die Leitung von Girard-Perregaux von seinem Vater Constant Girard übernahm. Drei Jahre später, 1906, erwarb er das aus dem Unternehmen von Jean-François Bautte hervorgegangene Maison Bautte und gliederte es in Girard-Perregaux et Cie. ein. Damit vereinigten sich jene beiden historischen Linien, aus denen die heutige Manufaktur Girard-Perregaux hervorgegangen ist.

Wie Constant Girard die drei Brücken zum Markenzeichen machte

Einen entscheidenden Einfluss auf die heutige Identität von Girard-Perregaux hatte Constant Girard (1825-1903) mit der Entwicklung des Drei-Brücken-Tourbillons, das sich zu einem der prägendsten Merkmale der Manufaktur entwickelte.

In diesem Zusammenhang ist wichtig zu erwähnen, dass Girard-Perregaux nicht das Tourbillon selbst erfand. Das klassische Prinzip wurde um 1795 von Abraham-Louis Breguet entwickelt und 1801 patentiert: Hemmung, Unruh und Spiralfeder sitzen in einem rotierenden Käfig, der lageabhängige Gangabweichungen – insbesondere bei Taschenuhren – ausgleichen sollte.

Die Leistung von Constant Girard lag vielmehr darin, die Architektur eines Tourbillonwerks selbst zum Gestaltungselement zu machen. Um das zu erreichen, arbeitete Constant Girard bereits um 1860 an einer Taschenuhr mit Tourbillonwerk, die schließlich im Jahr 1867 sowohl am Observatorium von Neuenburg als auch auf der Pariser Weltausstellung präsentiert wurde. Das Ergebnis war ein Tourbillonwerk mit drei horizontal angeordneten und parallel zueinander verlaufenden Brücken, die Energiequelle, Kraftübertragung und Regulierorgan einer Taschenuhr entlang einer vertikalen Achse strukturierten.

Die drei Brücken erfüllten zunächst eine rein konstruktive Aufgabe: Sie lagerten und fixierten die drei zentralen Baugruppen des Tourbillonwerks – die obere Brücke sicherte das Federhaus, die mittlere trug Räder- und Zeigerwerk und die untere verankerte das Tourbillon –, fügten dem Uhrwerk durch ihre parallele Anordnung jedoch eine gestalterische Komponente hinzu, die die Werkarchitektur selbst zu einem symmetrischen Gestaltungselement zusammenfasste.

Diese erste historische Taschenuhr, die in erster Linie als Chronometer-Tourbillon konzipiert und damit ganz auf das Streben nach Präzision ausgerichtet war, brachte laut Girard-Perregaux am Observatorium ein Rekordergebnis ein, das 17 Jahre lang unerreicht bleiben sollte. Die Grundidee der drei parallelen Uhrwerksbrücken wurde bei dieser Taschenuhr zunächst in Form von vergleichsweise einfachen Metallstegen ausgeführt – die schlanke Pfeilform, wie wir sie heute mit der Gestaltung der „Three Bridges“ in Verbindung bringen, entstand jedoch in einem anderen Entwicklungsschritt.

Wissend um das Potenzial seiner Konstruktion entwickelte Girard die zugrunde liegende Idee in den folgenden Jahren kontinuierlich weiter, indem er sowohl den technischen Aufbau als auch die ästhetische Gestaltung verfeinerte. Das Ergebnis seiner Arbeit mündete schließlich in einer neuen Ausführung des Uhrwerks, dessen Architektur „Tourbillon with Three Gold Bridges“ er 1884 beim Patentamt der Vereinigten Staaten mit dem Patent Nr. 14.919. schützen ließ. Fünf Jahre später, im Jahr 1889, war es dann so weit: Constant Girard präsentierte jene Taschenuhr, deren visuelle Merkmale Girard-Perregaux bis heute prägen sollten – die La Esmeralda.

Die La Esmeralda war in einem gravierten Taschenuhrgehäuse aus Roségold untergebracht; ihre drei Brücken waren nunmehr aus Gold gefertigt und in die charakteristische Pfeilform gebracht worden. Indem die Mitte der Brücken geöffnet wurde, wirkten sie filigraner und ließen zugleich einen besseren Blick auf die Mechanik zu. Zudem zeigt die La Esmeralda neben der Brückenarchitektur eine historisch wiedererkennbare Ausführung des Tourbillonkäfigs, der sich mit seiner lyraartigen Form ebenfalls zu einem Markenzeichen von Girard-Perregaux entwickelt hat.

Die Drei-Brücken-Architektur erstmals auch am Handgelenk

Im Jahr 1982, als die Schweizer Uhrenindustrie durch den Aufstieg der Quarzuhr tief in der Krise steckte, gehörte Girard-Perregaux zu jenen Herstellern, die sich früh wieder der traditionellen mechanischen Uhrmacherei zuwandten. In diesem Zuge ließ die Manufaktur ihr historisches Tourbillon mit drei Goldbrücken wiederaufleben – zunächst in Form einer modernen Taschenuhr. Bereits 1981 wurde dafür ein historisches Exemplar vollständig zerlegt und jede einzelne Komponente analysiert, um die Konstruktion anschließend in einer zeitgemäßen Serie von zwanzig Exemplaren zu rekonstruieren.

Dabei sollte es jedoch nicht bleiben: In den folgenden Jahren arbeitete Girard-Perregaux intensiv daran, die Drei-Brücken-Konstruktion auf das Format einer Armbanduhr zu miniaturisieren. Dies gelang schließlich 1991, als die Manufaktur das Tourbillon mit drei Goldbrücken erstmals als Armbanduhr präsentierte.

Mit der Miniaturisierung des Drei-Brücken-Tourbillons auf das Format einer Armbanduhr war zugleich der Grundstein dafür gelegt, die historische Konstruktion in eine zeitgemäßere Formensprache zu überführen. Eine zentrale Rolle sollte dabei die Laureato spielen, innerhalb deren sportlichen Formats Girard-Perregaux das Drei-Brücken-Konzept in den folgenden Jahren neu interpretierte.

Um diese Entwicklung jedoch nachvollziehen zu können, müssen wir zunächst noch einmal einen kurzen Sprung zurück in die Vergangenheit machen – an den Ursprung der Laureato und die Entstehung des Modells in den 1970er-Jahren.

1975: Die Geburt der Laureato

Die Laureato entstammt einer Zeit, in der Luxus-Sportuhren aus Stahl mit integriertem Armband zum ersten Mal robuste Funktionalität mit dem uhrmacherischen Prestige des Vallée de Joux vereinten. Den Anfang machte die Audemars Piguet Royal Oak, die mit ihrem Zusammenspiel aus einer achteckigen Lünette, Tonneau-Monoblock-Gehäuse und integriertem Armband erstmals im Jahr 1972 als „die erste Luxus-Sportuhr der Welt“ einen Wendepunkt markierte; von diesem Konzept der Luxus-Sportuhr mit integriertem Armband inspiriert folgten die Patek Philippe Nautilus in 1976, die IWC Schaffhausen Ingenieur SL ebenfalls in 1976 und die Vacheron Constantin 222 in 1977.

Die Laureato, die im Jahr 1975 lanciert wurde, lag zeitlich genau dazwischen und grenzte sich gleich in zweierlei Hinsicht von ihren Mitbewerbern ab: Zum einen wurden die Sport-Stahluhren von Audemars Piguet, Patek Philippe und IWC – mit Ausnahme der Vacheron Constantin 222, die von Jörg Hysek entworfen wurde – allesamt vom Designer Gérald Genta entworfen. Die Laureato wurde hingegen von einem anonym gebliebenen Designer In-House konzipiert.

Zum anderen handelte es sich bei der Laureato zum Zeitpunkt ihrer Lancierung um den ersten Quarz-Chronometer der gesamten Schweizer Uhrenindustrie. Die Hersteller der Stahluhren mit integriertem Armband setzten zunächst auf Basis-Uhrwerke, die gar nicht von den Manufakturen selbst stammten: So verbaute Audemars Piguet anfänglich ein LeCoultre-Werk (u. a. das extra-flache Kaliber 920 für die Royal Oak), IWC verwendete ETA und auch Patek sowie Vacheron setzten auf Werke von LeCoultre. Nur in der Laureato war ein Inhouse-Uhrwerk verbaut, allerdings ein Quarzuhrwerk. Hierbei handelte es sich um eine weiterentwickelte Version des Quarzwerks GP350, das 1971 erstmals veröffentlicht wurde und mit einer Frequenz von 32.768 Hertz oszillieren und in Serie produziert werden konnte.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Laureato durch aufeinanderfolgende Modellgenerationen weiter, die im Abstand von jeweils rund zehn Jahren auf den Markt kamen und das Modell durch gezielte Veränderungen in die Moderne überführten, jedoch nie die ursprüngliche Brücken-Architektur aus den Augen verloren.

Wie die drei Brücken ihren Weg in die Laureato fanden

Das Jahr 1995 markierte mit der dritten Generation der Laureato schlussendlich den Wechsel des Modells von Quarzwerken zu mechanischen Uhrwerken mit dem besonders flachen Automatikuhrwerk GP3100. Zwei Jahre später hielt mit der Ref. 9907 und ihrem Tourbillonkaliber 9900 dann auch die Drei-Brücken-Architektur Einzug in das sportliche Format der Laureato, das in den folgenden Jahren in immer zeitgenössischerer Form und Materialwahl weitergeführt wurde.

Im Jahr 2003 folgte mit der vierten Generation der Laureato ein Modell mit markanteren Proportionen und sportlicherem Charakter, das zudem neue Konzepte für die Drei-Brücken-Konstruktion bereithielt: 2006 stellte Girard-Perregaux mit der Laureato Evo3 Tourbillon eine Ausführung mit drei Saphirbrücken vor, die über ein Titangehäuse, eine Platinlünette und das automatische Kaliber GP9600 verfügte, und übersetzte so die Drei-Brücken-Architektur in ein modernes Erscheinungsbild. Nicht weniger modern wirkte die sechs Jahre später, 2012 lancierte Laureato Evo3 Tourbillon mit dem Uhrwerk GP9600-0004 und drei transparenten blauen Spinellbrücken, die in einem 42,6 mm großen Platingehäuse untergebracht waren.

Im Jahr 2016 stellte die Manufaktur die fünfte Generation der Laureato vor, die nicht nur eine weitere zeitgemäße Interpretation des Modells bereithielt, sondern in ihren Reihen auch die erste Laureato mit einem Ein-Brücken-Tourbillon präsentierte. Anstatt die gesamte Werksarchitektur über drei parallele Brücken zu inszenieren, konzentrierte sich Girard-Perregaux hierbei auf eine einzige, horizontal verlaufende pfeilförmige Brücke bei 6 Uhr, die den lyraförmigen Tourbillonkäfig trägt. Der reduzierte Verweis auf die Drei-Brücken-Architektur fügte sich dabei in ein ansonsten geschlossenes Zifferblatt ein, das mit dem Clous-de-Paris-Muster überzogen ist.

Das erste Ein-Brücken-Tourbillon, das in die ständige Kollektion einging, erschien im Jahr 2017 und präsentierte ein wuchtiges 45-mm-Titangehäuse. Interessant war vor allem das Kaliber GP09510, welches vollständig in der Girard-Perregaux-Manufaktur in La Chaux-de-Fonds entworfen, gefertigt und dekoriert wurde. Denn hierbei handelte es sich seinerzeit um eines der wenigen Tourbillonkaliber, die über einen automatischen Aufzug verfügten – und um eines der nahezu einzigen, bei denen der Aufzug über einen Mikrorotor realisiert wurde, der zudem aus Gold gefertigt wurde.

Die neue Girard-Perregaux Laureato Fifty Tourbillon 39 mm

Blickt man auf die Entwicklung der Laureato, wird klar, dass das Uhrenmodell durch gezielte Weiterentwicklungen in die Moderne überführt wurde, ohne sich jedoch der Merkmale von einst zu entledigen. Die Fortsetzung dieses Kurses stellt die neue Girard-Perregaux Laureato Fifty Tourbillon 39 mm dar, die in zwei Varianten – mit einem Zifferblatt aus Weißgold mit blauem Feueremail und einem roséfarbenen Zifferblatt aus 18-karätigem Gold – erscheint.

GP8410: Ein neues Tourbillonkaliber mit Mikrorotor

Mit dem neuen Manufakturkaliber GP8410-2574, das die beiden Varianten der Neuheit antreibt, präsentiert die Manufaktur innerhalb von zwölf Monaten ihr viertes, völlig neues Uhrwerk. Den Anfang machte im September 2025 das Automatikkaliber GP4800 mit einer Gangreserve von 55 bis 60 Stunden, das mit einem Anker und Ankerrad aus Silizium und einer rückerfreien Feinregulierung funktional zu den Werken von Rolex und Patek Philippe aufschloss. Das stark skelettierte Kaliber GP9620, das in der auf 50 Exemplare limitierten Laureato Three Gold Bridges Platz fand, brachte die Drei-Brücken-Architektur dann ein weiteres Mal in das Format der Laureato zurück, indem es um drei durchbrochene Brücken aus Weißgold strukturiert wurde.

Das zuletzt im März dieses Jahres vorgestellte Manufakturkaliber GP9530 vereint eine Minutenrepetition, das lyraförmige Tourbillon und einen automatischen Aufzug über einen Mikrorotor in sich. Für das aus 475 Teilen bestehende Kaliber brauchte ein Uhrmacher 440 Arbeitsstunden, um es zusammenzubauen und zu verzieren – das entspricht elf vollen Arbeitswochen.

Das Uhrwerk GP8410-2574, das ein neues Tourbillon mit automatischem Aufzug über einen Mikrorotor aus Platin und Roségold vereint, rundet diese Serie nun als viertes Kaliber ab. Das aus 207 Komponenten bestehende Werk selbst misst 30,40 mm im Durchmesser und 6,10 mm in der Höhe und bietet eine Gangreserve von 72 Stunden bei einer Schwingfrequenz von 21.600 A/h (3 Hz). Verziert wurden die zwei großflächigen Brücken des Uhrwerks mit dem Clous-de-Paris-Dekor – jenem Muster aus kleinen, dicht nebeneinanderliegenden Pyramiden –, das sich bis auf das Zifferblatt der Laureato erstreckt und durch den Saphirglasboden betrachtet werden kann. Der Mikrorotor, der das Tourbillonwerk automatisch aufzieht, verfügt über eine Schwungmasse aus Platin 950, die mit einem radialen Sonnenschliff verziert ist und von einer pfeilförmigen Brücke aus Roségold gehalten wird.

Zwei Zifferblätter und eine neue Tourbillonbrücke

Die Girard-Perregaux Laureato Fifty Tourbillon 39 mm erscheint in zwei Ausführungen, die jeweils ein unterschiedliches Zifferblatt präsentieren, beide jedoch über Zeiger und Indizes aus Weißgold mit fluoreszierender Leuchtbeschichtung verfügen: Zum einen ein Zifferblatt aus blauem Feueremail auf Weißgold und zum anderen ein roséfarbenes Zifferblatt aus massivem 18-karätigem Gold.

Besonders ist dabei vor allem das blaue Zifferblatt, da es in der hauseigenen Emaille-Werkstatt Donzé Cadrans gefertigt wurde, die sich in Le Locle befindet. Die 1972 vom Emailleurmeister Francis Donzé gegründete Werkstatt gehört heute ebenso wie Girard-Perregaux und Ulysse Nardin zur Sowind Group SA. In ihren Ateliers wird unter anderem die traditionelle Kunst des Grand-Feu-Emails gepflegt.

Im Falle des blauen Zifferblatts der neuen Girard-Perregaux Laureato Fifty Tourbillon 39 mm wird eine fein gesiebte Mischung aus Quarzsand, Pottasche und Metalloxiden auf eine über Aussparungen für die Tourbillonöffnung und die Brücken verfügende Weißgoldplatte mit Clous-de-Paris-Dekor aufgetragen und anschließend bei Temperaturen zwischen 800 und 1.200 Grad Celsius im Ofen eingebrannt. Dabei ist besondere Vorsicht geboten, da schon die kleinsten Mikrorisse oder Farbveränderungen dazu führen können, dass das Werkstück unbrauchbar wird.

Eine Brücke als Verweis auf drei

Bei der neuen Girard-Perregaux Laureato Fifty Tourbillon 39 mm wird die historische Grundidee des Drei-Brücken-Konzepts auf ihre elementarste Form reduziert: Anstelle der drei parallel angeordneten Brücken, die bei den historischen Tourbillons das gesamte Uhrwerk strukturieren, bleibt bei 6 Uhr eine einzelne pfeilförmige Brücke aus Weißgold erhalten, die gegenüber ihren historischen Vorbildern deutlich kantiger und stärker durchbrochen gestaltet ist.

Von ihrem kreisförmigen Zentrum aus laufen zwei breite, sich verjüngende Arme in markant zugespitzte Enden aus, während dreieckige Aussparungen die Konstruktion optisch öffnen und den Blick auf die beiden Befestigungsschrauben freigeben. Im Vergleich zu den früheren Laureato-Tourbillons, deren Brücken mit ihrer weicheren, stärker an den historischen Pfeilformen orientierten Form noch deutlich näher an den historischen Drei-Brücken-Modellen angelehnt waren, wirkt die neue Brücke kantiger und insgesamt wesentlich moderner interpretiert. Diese Designsprache überträgt sich auch auf den Tourbillonkäfig selbst, dessen charakteristische Lyraform im Vergleich zu früheren Modellen noch markanter herausgearbeitet ist.

Eingebettet ist das Zifferblatt der Girard-Perregaux Laureato Fifty Tourbillon 39 mm in ein kompaktes, bis zu 50 Metern wasserdichtes Laureato-Stahlgehäuse mit einem Durchmesser von 39 mm und einer Höhe von 10 mm. Auf dem flachen Mittelteil sitzt die charakteristische achteckige Lünette des Modells, deren Geometrie durch eine satinierte Oberseite, polierte Fasen und den darunterliegenden kreisförmigen Ring zusätzlich betont wird. Das integrierte Armband mit einer Schließe samt 4-mm-Feinjustierung setzt die Linienführung des Gehäuses nahtlos fort.

Preislich liegt die blaue Ausführung bei 92.800 Euro, während die Variante mit goldenem Zifferblatt 97.200 Euro kostet.


girard-perregaux.com

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