Ein Zifferblatt aus Lapislazuli gehört zu den klassischen Mitteln, einer Uhr Tiefe und Eigenständigkeit zu geben. Bei der neuen Zenith Defy Extreme Lapis Lazuli II trifft der Naturstein jedoch nicht auf ein elegantes Gehäuse, wie man zunächst vermuten würde, sondern auf Carbon, Titan und einen Chronographen, dessen zentraler Zeiger einmal pro Sekunde rotiert. Gerade dieser Gegensatz macht die Uhr interessanter als eine weitere farbige Variante innerhalb der Defy-Linie.

Kontrast als Ausgangspunkt

Lapislazuli besitzt eine eigentümliche Präsenz. Sein Blau ist nicht lackiert oder gedruckt, sondern von natürlichen Schattierungen und Pyrit-Einschlüssen durchzogen, die je nach Lichteinfall wie feine goldene Partikel erscheinen. In der Zenith Defy Extreme Lapis Lazuli II wird dieses Material nicht als geschlossene, glatte Fläche inszeniert, sondern in eine offene Werksarchitektur eingebunden.

Das verändert seine Wirkung. Das Blau des Lapislazuli steht zwischen Brücken, Hilfszifferblättern, Zeigern und Skalen. Die natürlichen Pyrit-Einschlüsse bleiben sichtbar, werden aber nicht allein als einzig besonderes Augenmerk an dieser Uhr in Szene gesetzt. Sie treffen auf eine Uhr, deren Formensprache von Kanten, Durchbrüchen und technischen Anzeigen geprägt ist.

Dunkler, technischer, kompromissloser

Die neue Lapis Lazuli II folgt auf eine frühere Defy Extreme Lapis Lazuli aus Stahl und Gelbgold. Der Unterschied liegt vor allem im Gehäuse, da die erste Version vor allem durch hellere Metallflächen und Goldakzente hervorstach und Zenith nun in Sachen Gehäuse auf Carbon und Titan setzt. Dadurch wirkt die Uhr dunkler, matter und wirkt wesentlich technischer in ihrem Erscheinungsbild. Der Lapislazuli bleibt zwar als Material auf dem Zifferblatt erhalten, wird aber gänzlich anders in Szene gesetzt. Aus der ursprünglichen Kombination von Stein, Stahl und Gold wird eine dunklere Carbon-Titan-Version, die weniger auf Eleganz setzt und stärker das technische Potenzial der Defy Extreme hervorbringen möchte.

Carbon, Titan und ein Stein mit eigenem Charakter

Das Carbon-Titan-Gehäuse misst 45 Millimeter im Durchmesser und dessen Proportionen bleiben typisch im Stile der Defy Extreme: Kantig, groß und präsent. Mit 15,4 Millimetern Bauhöhe und 51 Millimetern Lug-to-Lug ist diese Uhr wirklich nicht auf Zurückhaltung ausgelegt. Zugleich sorgt das Carbon für ein anderes Tragegefühl als klassische Edelmetall- oder Stahlgehäuse.

Optisch geben vor allem die verschiedenen Oberflächen den Ton an: Carbon reflektiert Licht beispielsweise nicht gleichmäßig, da es matte, unregelmäßige Strukturen in sich trägt. Dadurch entsteht eine Art visuelles Rauschen, das gut zum Lapislazuli passt. Auch der Stein ist nie vollständig homogen: Das Blau variiert von Stein zu Stein in Tiefe und Intensität, die Pyrit-Einschlüsse durchbrechen die Fläche unterschiedlich stark, und kleine Unregelmäßigkeiten in der Struktur des Lapislazulis machen jedes Zifferblatt zu einem Unikat.

Das offene Zifferblatt nutzt diese Eigenschaft gezielt aus. Die Lapislazuli-Totalisatoren sitzen fast Kleeblatt-förmig mitten auf einer skelettierten Konstruktion, die ihnen keinen ruhigen, aber abwechslungsreichen Hintergrund bietet. Gelbgoldfarbene, applizierte Indexe und facettierte Zeiger greifen sowohl die goldenen Einschlüsse, als auch die mineralische Tiefe des Steins auf, ohne die Uhr vollständig in Richtung Schmuckstück zu verschieben. Super-LumiNova SLN C1 trägt zu einer guten Ablesbarkeit bei, was bei einer derart komplexen Anzeige vor allem im Dunkeln sehr wichtig ist.

Anzeigen mit Geschwindigkeit

Die Grundzeit wird klassisch über zentrale Stunden und Minuten angezeigt und die kleine Sekunde sitzt bei 9 Uhr. Auf der rechten Seite befindet sich bei 3 Uhr der 30-Minuten-Zähler des Chronographen, während bei 6 Uhr ein 60-Sekunden-Zähler angeordnet ist. Bei 12 Uhr zeigt die Uhr die übrig bleibende Gangreserve des Chronographen an.

Im Zentrum sitzt das Element, das die Defy Extreme von gewöhnlichen Chronographen unterscheidet: Der zentrale Chronographenzeiger. Er vollzieht, wenn er in Betrieb ist, eine komplette Umdrehung pro Sekunde. Dadurch wird die Messung der Hundertstelsekunde nicht nur technisch möglich, sondern auch visuell nachvollziehbar. Die Anzeige wirkt fast so, als würde sie selbst beschleunigen.

El Primero 9004: Zwei Hemmungen, zwei Aufgaben

Im Inneren arbeitet das Kaliber El Primero 9004. Seine Besonderheit liegt in der bewussten Separierung seiner Aufgaben. Eine Hemmung ist für die Zeitanzeige zuständig und arbeitet mit 5 Hertz beziehungsweise 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Die zweite Hemmung gehört ausschließlich dem Chronographen und läuft mit 50 Hertz beziehungsweise 360.000 Halbschwingungen pro Stunde.

Diese Architektur erklärt, weshalb der Chronograph bis auf eine Hundertstelsekunde messen kann. Zenith löst das nicht über eine einfache Skalierung der Anzeige, sondern verbaut einen eigenen Hochfrequenzstrang für die Stoppfunktion. Für die laufende Zeitanzeige stehen 50 Stunden Gangreserve zur Verfügung, für den Chronographen 50 Minuten. Zusätzlich ist auf der Gehäuse-Rückseite mit Saphirglasboden der sternförmige Rotor mit satiniertem Finish zu sehen.


The Zenith Chronomaster Calendar Lapislazuli Ref. 03.3400.3610/51.C910.

Mehr zu Zenith und der Verwendung des Natursteins Lapis Lazuli finden Sie hier


Bänder und Tragekonzept

Zur Uhr gehören zwei schwarze Bänder, wobei das Kautschukband mit Faltschließe dabei die alltagstauglichere Option sein dürfte. Das ebenso vorhandene schwarze Hochleistungs-Klettband unterstreicht stärker die instrumentelle Ernsthaftigkeit der Defy Extreme. Beide lassen sich über das Schnellwechselsystem der Kollektion austauschen, welches direkt in die Gehäusekonstruktion integriert ist.

Gerade bei einer Uhr dieser Größe und technischen Dichte sind die Bänder mehr als Zubehör. Sie bestimmen, ob der Lapislazuli stärker als Kontrast oder als Teil einer funktionalen Gesamtästhetik dargestellt wird. Mit den im Lieferumfang enthaltenen Bändern bleibt die Uhr aber in beiden Fällen klar auf der sportlich-technischen Seite.

Limitierung, Preis und Verfügbarkeit

Die Zenith Defy Extreme Lapis Lazuli II erscheint als limitierte Edition von 25 Exemplaren. Die Referenz lautet 10.9102.9004/51.I200 und der Preis beträgt €36.800 Euro. Erhältlich ist die Uhr über die Zenith-Boutiquen, sowie über autorisierte Konzessionäre.


zenith.com


Eigenschaften

MARKE

Zenith

MODELL

Defy Extreme Lapis Lazuli II

REFERENZ

10.9102.9004/51.I200
limitierte Auflage von 25 Exemplaren

GEHÄUSE

Karbon und Titan

DIMENSIONEN

Durchmesser: 45 mm
Höhe: 15,4 mm
Lug-to-Lug: 51 mm

WASSERDICHTIGKEIT

20 atm (200 m)

ZIFFERBLATT

Skelettiertes Zifferblatt mit Totalisatoren aus Lapislazuli;
vergoldete, applizierte Indizes und Zeiger mit Super-LumiNova SLN C1

ARMBAND

Schwarzes Kautschukarmband mit Faltschließe; zusätzlich schwarzes High-Performance-Klettverschlussarmband; Schnellwechsel-System

UHRWERK

ZENITH El Primero 9004 mit zwei unabhängigen Hemmungen;
Chronometer-zertifiziert

AUFZUG

Automatik

GANGRESERVE

50 Stunden für die Zeitanzeige;
50 Minuten für die Chronographenfunktion

FREQUENZ

Zeitanzeige: 36.000 Halbschwingungen pro Stunde (5 Hz)
Chronograph: 360.000 Halbschwingungen pro Stunde (50 Hz)

FUNKTIONEN

Stunden, Minuten, kleine Sekunde bei 9 Uhr; Chronograph mit Anzeige der Hundertstelsekunden; zentraler Chronographenzeiger mit einer Umdrehung pro Sekunde;
30-Minuten-Zähler bei 3 Uhr; 60-Sekunden-Zähler bei 6 Uhr;
Chronographen-Gangreserveanzeige bei 12 Uhr

PREIS

EUR 36.800

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