Im Porsche 911 Reimagined by Singer – Classic- und Classic Turbo lässt sich die Zeit an zwei Orten ablesen: an einer mechanischen Uhr in der Mittelkonsole und an einer exklusiv für die Sonderedition entwickelten Tambour Automatic am Handgelenk. Die eigentliche Geschichte dieser Zusammenarbeit handelt deshalb weniger von passenden Accessoires als von der Frage, wie sich uhrmacherische Gestaltung vom Cockpit auf eine Armbanduhr und die dazugehörige Reiseausstattung übertragen lässt.

Zwei Fahrzeuge, zwei deutlich getrennte Welten

Louis Vuitton und Singer haben im Rahmen ihrer Kooperation zwei unterschiedliche Fahrzeuge gestaltet. Für das in Safran und Kobaltblau lackierte Classic Coupé entstand zunächst eine herausnehmbare mechanische Armaturenbrettuhr, dessen farbliche  Gestaltung in Kobaltblau mit orangefarbenen Akzenten auch auf die übrigen Instrumente im Innenraum übertragen wurde. Das zweite Fahrzeug, ein weißes Classic Turbo Cabriolet, besitzt ebenfalls eine mechanische Uhr in der Mittelkonsole, welche jedoch auf die weiße Karosserie, als auch auf Holz- und Goldtöne des Innenraums abgestimmt wurde. Nur für dieses Cabriolet kam zusätzlich die Tambour Automatic als passendes Gegenstück für das Handgelenk hinzu. Sie gehört zur eigens für den Classic Turbo entworfenen Capsule Collection.

Auch die Position der Armaturenbrettuhr unterscheidet sich bei beiden Fahrzeugen. Im Classic Turbo sitzt sie nicht zwischen den Anzeigen hinter dem Lenkrad, sondern im Zentrum der hellbraun-belederten Mittelkonsole. Goldfarbene Anzeigen, das farblich auf die Karosserie bezogene Zifferblatt und ein passender goldfarbener Zündschlüssel verbinden sie somit perfekt mit dem Innenraum und der Karosserie.

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Zur Einordnung: Singer restauriert und personalisiert Porsche 911 im Auftrag der jeweiligen Eigentümer, ist aber weder mit der Porsche AG verbunden noch von ihr autorisiert. Ebenso wenig hat Singer Vehicle Design etwas mit der Uhrenmarke Singer Reimagined zu tun. Die hier beschriebene Partnerschaft besteht zwischen Louis Vuitton und Singer.

Doppelt hält besser: Zwei Uhren im Classic Turbo

Ein weißes Cabriolet, eine lederbezogene Mittelkonsole und darin, unweit des Schalthebels, eine mechanische Uhr: Im Porsche 911 Reimagined by Singer – Classic Turbo ist die Zeitanzeige nicht nur ein Bestandteil des Instrumententrägers, sondern erhält einen eigenen Platz im Cockpit. Die Uhr kann sogar aus dem Fahrzeug entnommen und als Tischuhr verwendet werden; am Handgelenk findet sie ihr Gegenstück in einer Louis Vuitton Tambour Automatic. 

So entsteht ein ungewöhnlicher und besonders praxisnaher Zusammenhang zwischen Fahren und Tragen. Die Eine bleibt Teil des Sportwagens, solange sie in der Armatur verankert ist, die andere wiederum bewegt sich am Handgelenk des Fahrers durch denselben Raum. 

Weitere Accessoires im Lieferumfang des Porsche 911 Reimagined by Singer – Classic Turbo x Louis Vuitton:

Der Auftrag, mit dem alles begann

„Das Abenteuer begann mit der Anfrage nach einer Armaturenbrettuhr für ein von Singer neu interpretiertes Auto“, sagt Jean Arnault, Uhrenchef von Louis Vuitton. Entworfen und gefertigt wurde der mechanische Zeitmesser in den Schweizer Ateliers von La Fabrique du Temps Louis Vuitton. Damit wurde das Projekt von Anfang an uhrmacherisch gedacht: Gefragt war nicht bloß eine Armaturenbrettuhr im Stil eines klassischen Rundinstruments aus dem Rennsport, sondern ein eigenständiger mechanischer Zeitmesser.

Die Form der Cockpituhr nimmt Louis Vuitton´s Tambour als gestalterischen Ausgangspunkt. Auf der Lünette stehen zwölf polierte und gravierte Buchstaben, die zusammen den Namen Louis Vuitton bilden – ein Buchstabe für jede Stundenposition. Der Markenname dient damit zugleich als Zeitskala.


The Louis Vuitton Tambour Convergence Ref. W9PG21 from the front.

Mehr zur Louis Vuitton Tambour Convergence Guilloché mit Montres à Guichet Zeitanzeige, erfahren Sie hier in unserem Artikel


Beide Armaturenbrettuhren besitzen den gleichen technischen Aufbau. Ihr mechanisches Handaufzugswerk zeigt Stunden und Minuten sowie eine kleine Sekunde an und verfügt über eine Gangreserve von acht Tagen. Es arbeitet mit 18.000 Halbschwingungen pro Stunde, entsprechend 2,5 Hertz, und besitzt 22 Lagersteine. Die Uhr misst 81 × 24,7 Millimeter; der zugehörige Standfuß ist 80,5 × 37,5 Millimeter groß.

Die Uhr bleibt dabei beweglich: Im Classic- und Classic Turbo gehört sie zur Mittelkonsole, außerhalb des Fahrzeugs wird sie zur Tischuhr. Diese flexible Konstruktion bildet zugleich die Brücke zur Tambour Automatic: Beim Turbo Classic wechselt die Uhr von der Mittelkonsole auf den Tisch, die andere bringt die Gestaltung des Classic Turbo ans Handgelenk.

Ein Jahr Arbeit am Instrumententräger

Mit den Armaturenbrettuhren war die Arbeit am Cockpit nicht abgeschlossen. Louis Vuitton und Singer überarbeiteten rund ein Jahr lang auch die übrigen Anzeigen der beiden Fahrzeuge. Beim Classic Coupé sitzt die herausnehmbare Uhr ganz rechts im Armaturenbrett neben vier weiteren Rundinstrumenten. Im Classic Turbo befindet sie sich dagegen separat in der Mittelkonsole, hinter dem Schalthebel.

Zudem wurden Einstellknöpfe, Schalter, Schlösser, Zuglaschen und Luftausströmer aus Metall gefertigt, vielfach rhodiniert und mit Verfahren bearbeitet, die aus der Uhrmacherei zwecks Oberflächenverzierung bekannt sind: Polierte und satinierte Flächen, Rändelungen und die Reflexionen an ihren Übergängen mussten nicht nur präzise aussehen, sondern Berührung, Vibration und den Anforderungen des Fahrbetriebs standhalten. Die jeweiligen Farbtöne entstanden je nach Bauteil durch Anodisieren oder galvanische Beschichtung.

Im Auto gelten andere Anforderungen als bei einer Armbanduhr: Oberflächen, Kanten und Skalen müssen nicht nur gestalterisch überzeugen, sondern sich während der Fahrt auch sicher bedienen beziehungsweise ablesen lassen. Louis Vuitton und Singer konnten die Details und Fertigungstechniken also nicht einfach 1:1 aus den Lehrbüchern der Uhrmacherei übernehmen, sondern mussten sie an die Funktion des Cockpits und die Anforderungen der einzelnen Bauteile anpassen.

Der Porsche am Handgelenk

Passend zum weißen Classic Turbo Cabriolet gehört neben der herausnehmbaren Armaturenbrettuhr ein zweiter Zeitmesser: die Louis Vuitton Tambour Automatic fürs Handgelenk. Ihr 40 Millimeter großes und 8,3 Millimeter hohes Gehäuse kombiniert weiße Keramik mit 750er Gelbgold. Das Edelmetall greift die goldfarbenen Instrumente und Details im Innenraum des Cabriolets auf. 

Das Armband kommt ohne sichtbare Stifte aus und wird mit einer verdeckten, dreiteiligen Faltschließe aus 750er Gelbgold geschlossen. Die weitgehend fugenlosen Übergänge zwischen den einzelnen Komponenten greifen einen Gestaltungsansatz auf, der sich auch in der Verarbeitung des neu konzipierten Cockpits wiederfindet.

Im Inneren arbeitet das mechanische Automatikkaliber LFT023.01. Das Werk misst 30,6 Millimeter im Durchmesser und 4,2 Millimeter in der Höhe. Es zeigt Stunden und Minuten sowie eine kleine Sekunde an und erreicht eine Gangreserve von 50 Stunden. Für den automatischen Aufzug sorgt ein Mikrorotor aus 916er Roségold. Das LFT023.01 ist vom Genfer Observatorium nach ISO 3159 als Chronometer zertifiziert und arbeitet innerhalb einer täglichen Toleranz von minus vier bis plus sechs Sekunden.

Vom Cockpit ins Coffret

Armaturenbrettuhr und Tambour Automatic werden getrennt aufbewahrt. Dafür legt Louis Vuitton das 1896 erstmals von Georges Vuitton gefertigte Coffret Trésor in zwei aufeinander abgestimmten Ausführungen neu auf. Ein Exemplar nimmt die Armbanduhr auf einem Kissen auf. Das zweite bewahrt die mechanische Uhr aus der Mittelkonsole so auf, dass sie anschließend direkt wieder entnommen und über dem Schalthebel eingesetzt werden kann.

Weitere Accessoires im Lieferumfang des Porsche 911 Reimagined by Singer – Classic x Louis Vuitton:

Kleidung, Handschuhe, Helm, Brille und weiteres maßgefertigtes Gepäck ergänzen innerhalb der Capsule Collection den Bezug auf die historische Reisekultur von Louis Vuitton. Für das uhrmacherische Konzept sind diese Bestandteile jedoch nachgeordnet. Im Mittelpunkt stehen die verschiedenen Einsatzorte der beiden Zeitmesser: Die Armaturenbrettuhr zeigt die Zeit im Fahrzeug an und lässt sich anschließend als Tischuhr verwenden. Die Tambour begleitet den Fahrer unabhängig vom Auto am Handgelenk.


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