Bei dieser entspannten Messe, auf der 71 offizielle Marken (neben vielen inoffiziellen Marken) überall in Genf ausstellten, war es schwer, alles zu sehen. Aber keine Sorge, wir haben für Sie einen Überblick über die unabhängige Szene zusammengestellt, einen besonders kreativen Bereich der Haute Horlogerie. Hier werfen wir einen Blick auf 15 der besten unabhängigen Uhren, die wir gesehen haben. Interessanterweise stammen sieben von diesen Uhren von AHCI-Mitgliedern.

Das Herzstück der unabhängigen Szene ist – und war in der Neuzeit schon immer – die AHCI (Académie Horlogère des Créateurs Indépendants/Uhrenakademie unabhängiger Schöpfer), eine 1985 gegründete Vereinigung unabhängiger Uhrmacher. Die Produkte dieser rund 30 Uhrmacher unterschiedlichen Alters und verschiedener Nationalitäten sind ebenso selten wie die Leidenschaft und Persönlichkeit, die in jedem dieser sehr limitierten Zeitmesser stecken.

1. Bulgari Octo Finissimo Dual Time x Vianney Halter

Eine faszinierende limitierte Version des preisgekrönten Bulgari-Zeitmessers

Vianney Halter, seit 2000 Mitglied der AHCI, wurde zu einer Zeit, als die traditionelle Uhrmacherkunst noch das Sagen hatte, für seinen progressiven Stil in der Uhrmacherei berühmt; seine bekannteste Uhr ist die äußerst begehrte „Antiqua“. In jüngster Zeit hat seine Karriere durch eine Vielzahl von Kooperationen neuen Schwung erhalten, doch bis jetzt hatte er noch keine Zusammenarbeit mit einer wirklich großen Marke durchgeführt.

Hier kommt Bulgari ins Spiel, das nach der LM FlyingT Allegra aus dem Jahr 2020 und der Titan-Serpenti aus dem Jahr 2025 in Zusammenarbeit mit Max Büssers MB&F nun seine zweite Kooperation mit einem unabhängigen Uhrmacher vorstellt. Es handelt sich um die erste derartige Zusammenarbeit in der Octo Finissimo-Linie. Das gemeinsame Design von Fabrizio Buonamassa Stigliani, verantwortlicher Direktor Produktentwicklung bei Bulgari, und Halter verkörpert einen „Retrofuturismus“ im Stil von Halters frühen Werken, der die Identitäten sowohl der berühmten Marke aus dem LVMH-Konzern als auch des unabhängigen Uhrmachers vereint. 

Die Uhr behält ihre bekannten geometrischen Proportionen bei und bietet gleichzeitig die für Halter typischen Mehrfachzifferblätter sowie die charakteristisch geformten blauen Zeiger. Diese 40,5 x 9,7 mm große Uhr aus Titan (30 Exemplare) oder sandgestrahltem Roségold (15 Exemplare) wird vom Bulgari-Automatikwerk Kaliber BVF 200 angetrieben, speziell erweitert für diese Zusammenarbeit mit Zusatzmodule für eine zweite Zeitzone, das Datum und eine Tag-/Nacht-Funktion. Ein Mikrorotor eingraviert mit Vianney Halters Signatur zieht das Uhrwerk auf.

2. Urwerk UR-150 Golden Scorpion

Eine edle Neuinterpretation der UR-150, deren Satelliten und retrograder Zeiger die Zeit auf Hundertstelsekunde genau anzeigen

Urwerk wurde 1997 von AHCI-Mitglied Felix Baumgartner und Designer Martin Frei gegründet und wird noch von ihnen geleitet; das Unternehmen ist bekannt für seine progressive Uhrmacherkunst. An den Geneva Watch Days stellte Urwerk die UR-150 Golden Scorpion vor, eine überraschende Neuinterpretation der eher technischen UR-150 in einem Gehäuse aus 2N-Gelbgold in einer limitierten Auflage von 25 Exemplaren.

„Ich entwerfe eine Uhr niemals als statisches Objekt“, erklärt Martin Frei, Chefdesigner und Mitbegründer von Urwerk. „Ich versuche, eine Form zu schaffen, die sich je nach Blickwinkel, Lichteinfall und Bewegung des Handgelenks verändert. Bei der Golden Scorpion verhält sich Gelbgold fast wie ein optisches Material. Es lässt bestimmte Linien hervortreten, lässt andere verschwinden und erneuert ständig die Wahrnehmung der Uhr. Je nachdem, wie man sie betrachtet, kann sie kompakt, fließend oder fast organisch wirken. Diese visuelle Unbeständigkeit interessiert mich: Das Objekt bleibt dasselbe, präsentiert sich jedoch nie ganz auf dieselbe Weise.“

Die UR-150 Golden Scorpion wird vom Automatikwerk Kaliber UR-50.01 angetrieben, einem ambitionierten Mechanismus, der die Genauigkeit der Satellitenanzeige für Stunden und retrograde Minuten durch ein Nocken- und Zahnstangensystem in Verbindung mit einem Geschwindigkeitsregler gewährleistet; dieses ersetzt das Malteserkreuz-System von Urwerk, das wir im Laufe der Jahre kennengelernt haben. Es ist sehr gut ablesbar und unter der Oberfläche zudem kompromisslos komplex.

3. Antoine Preziuso Heritage Horloger

Der in Genf ansässige Uhrmacher präsentiert eine atemberaubende Haute-Horlogerie-Armbanduhr, die ihre Wurzeln in der Vergangenheit hat

Nur wenige Uhrmacher verstehen die Geschichte der Uhrmacherkunst so gut wie Antoine Preziuso, der 1996 in die AHCI aufgenommen wurde. Tatsächlich basiert seine Karriere weitgehend auf seiner langjährigen Tätigkeit als Restaurator.

Daher ist es kaum verwunderlich, dass Preziuso eine Armbanduhr kreiert hat, die in der Tradition verwurzelt ist. Die Inspiration dafür ist seine eigene Taschenuhr „Tourbillon Imperial“, die von einem Ébauche angetrieben wird, das 1928 an der École d’Horlogerie im Vallée de Joux entworfen wurde. Preziuso hat die Ästhetik und den Geist dieser einzigartigen Taschenuhr auf wunderbare Weise in eine atemberaubende, zeitgemäße Armbanduhr umgesetzt, die von einem Handaufzugswerk mit 120 Stunden Gangreserve und Sekundenstopp angetrieben wird und sich durch eine Fülle hochwertiger Veredelungen auszeichnet. Das handgravierte Zifferblatt aus 18-Karat-Gold ist direkt von der „Tourbillon Imperial“ inspiriert.

Die Antoine Preziuso Heritage Horloger misst 38 x 11 mm ist auf nur 40 Exemplare limitiert: 20 in Gelbgold und 20 in Platin.

4. M.A.D.Editions M.A.D.3

Die dritte Uhr der MB&F-Tochtermarke ist eine Neuinterpretation der „Baladin“ von 1990 des unabhängigen Uhrmachers Vincent Calabrese

Vincent Calabrese ist der Erfinder des „Baguette“-förmigen Stabwerks der Corum Golden Bridge, aber vielleicht noch wichtiger ist, dass er Mitbegründer der AHCI ist, die er und Svend Andersen 1985 ins Leben riefen. Zu dieser Zeit gab es den Begriff „unabhängiger Uhrmacher“ noch gar nicht. Die große Bewunderung, die MB&F-Gründer Max Büsser für Calabrese hegt, veranlasste ihn, ihm mit dieser Uhr Tribut zu zollen, bei der es sich nach ausdrücklicher Aussage des Unternehmens nicht um eine Neuinterpretation, sondern praktisch um eine Reproduktion in einem M.A.D.-Gehäuse handelt. Die Absicht war es, die Baladin unverändert zu bewahren – eine Uhr, die die Zeit mit fließenden wandernden Stunden anzeigt.

Dennoch musste das M.A.D.-Team das Modul für die wandernde Stunde neu entwickeln, das nun auf einem speziell optimierten La Joux-Perret G111-Basiskaliber läuft. Optisch hängt die Uhr zwischen Neuinterpretation und Respekt, und laut MB&F geht es dabei vor allem um die Anerkennung des Stellenwerts des Uhrmachers in der unabhängigen Szene. Das Gehäuse wurde von Eric Giroud entworfen, einem langjährigen Freund von MB&F.

Es wurden zwei Editionen auf den Markt gebracht: „Blue“ und „Pink“. Die „Blue“-Edition ist über ein Verlosungssystem erhältlich, während die „Pink“-Edition ausschließlich MB&F-Tribe-Mitgliedern und -Freunden vorbehalten ist.

5. Konstantin Chaykin SC02C

Ein überraschend konventionell anmutender mechanischer Chronograph, der im Weltraum getestet wurde

Entwickelt für russische Kosmonauten und bei vier Weltraumspaziergängen getestet, handelt es sich hierbei um eine überraschend normal aussehende Uhr, die AHCI-Mitglied Konstantin Chaykin als professionelles Instrument konzipiert hat. Nun erscheint sie in einer für den Alltag angepassten Version. Chaykin ist vor allem für seine ungewöhnlichen „Wristmons“ bekannt, die stark an Gesichter und Figuren erinnern, doch dieser geniale Uhrmacher hat im Laufe seiner Karriere noch viele andere verrückte und durchdachte Zeitmesser erfunden. 

Bei der Weltpremiere der SC02C, die in einer limitierten Auflage von 28 Exemplaren erscheint, erfüllt jedes Designelement einen praktischen Zweck. Das tiefschwarze Zifferblatt mit drei Zählern, großen Zeigern und Indexen sorgt für hervorragende Ablesbarkeit, während die rote Spitze des Stundenzeigers die Nutzung der 12-Stunden-Skala der drehbaren Lünette erleichtert. Das Raumfahrtprogramm führte zur Entwicklung eines speziellen Saphirglas-Befestigungssystems auf Basis einer umgekehrten „Schwalbenschwanz“-Konstruktion sowie eines Gehäuses, das für den Einsatz unter Hochvakuumbedingungen ausgelegt ist. Zum Schutz des Uhrwerks vor Magnetfeldern von bis zu 4.800 A/m wurde eine antimagnetische Abdeckung hinzugefügt.

Das Herzstück der SC02C ist das Handaufzugskaliber K.20-5, das auf einem grundlegend modifizierten Poljot 3133 basiert. Es umfasst 60 von Chaykin im eigenen Haus gefertigte Bauteile, darunter einen 12-Stunden-Zählermechanismus, eine Unruh mit Feineinstellung über Gewichte sowie einen Dämpfungsring, der dem Uhrwerk zusätzlichen Schutz bietet.

6. Beauregard Ulysse Saint-Pétersbourg 

Diese in Zusammenarbeit mit Vianney Halter entstandene Uhr ist das erste Herrenmodell der Marke

Ich fange langsam an, Vianney Halter als den König der Kooperationen zu bezeichnen, obwohl es bis zu den Geneva Watch Days 2026 ungewöhnlich war, dass er zwei solcher Uhren auf einer Messe präsentierte. 

Fairerweise muss man jedoch sagen, dass die Ulysse Saint-Pétersbourg bereits die zweite Version der Ulysse ist, die ursprünglich vor zwei Jahren im April 2024 vorgestellt wurde. Der kanadische Edelsteinkünstler Alexandre Beauregard arbeitet mit seinem Freund Halter zusammen, der das Uhrwerk liefert. Diese Uhr steht für eine Reise („Ulysse“ ist der französische Name für „Odysseus“): sie repräsentiert nicht nur Beauregards erste Zusammenarbeit, sondern auch sein erster Zeitmesser für Herren. Es handelt sich um eine unkonventionelle, dekorative Uhr mit einem auffälligen Zifferblatt, das vom goldenen Zeitalter Sankt Petersburgs inspiriert ist und mit 86 perfekt geschliffenen und positionierten Edelsteinen eine Hommage an Fabergé darstellt.

Halter steuert das Uhrwerk für die auf zehn Exemplare limitierte Auflage in Form seines Automatikkalibers U30A bei, das sich durch seinen charakteristischen transparenten Mystery-Rotor auszeichnet, sodass wir die Schönheit der Mechanik bewundern können – darunter 30 transparente Lagersteine (aus synthetischem Korund anstelle des üblicheren Rubins), wunderschön polierte und verzierte Neusilberplatten und -brücken sowie ein außergewöhnliches Maß an Veredelung und veredelten Kantenbrüchen. Diese Schönheit mit absolutem Kultfaktor und einer Gangreserve von 56 Stunden präsentiert sich in einem 41 x 9,35 mm großen Roségoldgehäuse.

7. De Bethune DB25 Digitale

Eine Neuauflage der sehr beliebten DB28 Digitale mit neuem Design und anderem Gehäuse

Falls Ihnen die De Bethune DB25 Digitale bekannt vorkommt, gibt es dafür einen guten Grund: die erste Version erschien 2006 als DBS Digitale, und viele ihrer moderneren Merkmale wurden bereits 2014 in einem DB28-Gehäuse präsentiert. Und obwohl die letztgenannte Version mit ihrem makellosen weißen Guilloché-Zifferblatt, zentraler Mondphase und äußerst komfortablen schwebenden Bandanstößen perfekt schien, lag das nur daran, dass wir diese DB25 noch nicht gesehen hatten. 

Die De Bethune DB25 Digitale ist in der Tat die Verkörperung der Perfektion – mit Zifferblattelementen wie dem zufälligen Guilloché-Muster auf gebläutem Titan, inspiriert vom Wasser des Genfer Sees, dem klassischen Grain d‘Orge-Guilloché, das dieses umgibt und die Minutenanzeige bei 6 Uhr einrahmt, sowie einer Sternennacht aus gebläutem Titan am Rand. Der zentrale dreidimensionale Mond aus Palladium und flammgebläutem Stahl weist alle 1.112 Jahre eine Abweichung von einem Mondtag auf.

Der Gehäuseboden aus Saphirglas gibt den Blick frei auf das Handaufzugskaliber DB2144 der dritten Generation, das von einer hochglanzpolierten, deltoidförmigen Titanbrücke dominiert wird, die in der Mitte mit dem zufälligen Guilloché-Muster verziert ist. Außerdem verfügt es über patentierte Uhrwerkskomponenten von De Bethune: selbstregulierende Doppelfederhäuser, die eine Gangreserve von fünf Tagen bieten, eine Unruh aus Titan und Weißgold, eine von De Bethune selbst entwickelte Unruhspirale sowie einen dreifachen Pare-Chute-Stoßdämpfer.

Diese unglaubliche Uhr mit springender Stunde ist in einem 42 x 11,9 mm großen, hochglanzpolierten Titangehäuse untergebracht, das sich traumhaft tragen lässt. Selbst ohne schwebende Bandanstöße.

8. Ferdinand Berthoud Chronomètre FB 3SPC.4

Klassischer Ferdinand-Berthoud-Stil, aber sportlich in Schwarztönen

Auf den Geneva Watch Days präsentierte Ferdinand Berthoud eine Erweiterung der mit dem GPHG-Chronometriepreis ausgezeichneten Chronomètre FB 3SPC-Kollektion in einem zeitgemäßen Look, bestehend aus einem kratzfesten, sandgestrahlten, schwarz keramisierten Titangehäuse mit einem Kronenschutz (eine Premiere für die Marke). Sie wird an einem schwarzen Stoffarmband getragen – ebenfalls hier zum ersten Mal vorgestellt.

Das auf Neusilber basierende Uhrwerk, das in wahrhaft handwerklicher Arbeit gefertigt wurde, ist jedoch der eigentliche Star dieser Uhr und bleibt von beiden Seiten gut sichtbar – zum Glück, denn sonst könnten wir seine makellose Handveredelung nie bewundern. Seine C.O.S.C.-zertifizierte Präzision verdankt die Uhr ihrer zylindrischen Unruhfeder mit zwei Endkurven sowie einem Regulierorgan mit einer Unruh mit variabler Trägheit und einer speziell entwickelten Spiralrolle.

Die 2022 lancierte Kollektion „Chronomètre FB 3SPC“ gewann 2023 den hoch angesehenen Grand-Prix-Preis und erscheint nun in der unlimitierten „sportlichen“ Auflage mit einer großartigen Lässigkeit, die für diese Marke eine Premiere darstellt.

9. Emmanuel Bouchet Source: Aleph Day and Aleph Night 

Während man für das Verständnis einiger Uhren dieses unabhängigen Uhrmachers fast schon einen Abschluss braucht, besticht dieses Modell durch eine coole Animation

Emmanuel Bouchets wahrhaft meisterhafte „Complication One“, die 2014 für Furore sorgte, blieb bis 2025 der einzige Zeitmesser in seiner kleinen Kollektion (wenn auch in vielen Varianten), bis er die „Source“ auf den Markt brachte, die die Essenz der Zeit so veranschaulicht, wie er sie sieht.

An den Geneva Watch Days stellte Bouchet die Modelle „Aleph Day“ und „Aleph Night“ in 39 x 9,5 mm großen Gehäusen aus Platin oder Gold vor – zwei Varianten derselben Uhr, die den Lauf der Zeit auf spielerische Weise veranschaulichen: handgemalte Elemente – eine Tanne und ein Sternenhimmel – vor einem Zifferblatt aus Edelsteinen, das den Tag mit Chalcedon und die Nacht mit Aventurin symbolisiert. Ein Stern bei 3 Uhr fungiert als Sekundenzeiger, während sich die Tanne unmerklich dreht, um dem Besitzer anzuzeigen, ob es gerade Tag oder Nacht ist. Dabei macht sie in 24 Stunden eine vollständige Umdrehung.

„Indem man die Sekunde, die schnellste Zeiteinheit im alltäglichen Normalverbrauch, der längsten Zeiteinheit, Tag und Nacht, gegenüberstellt, gelangt man zu einer traumhaften Vorstellung von Zeit. Zumal diese Zeiteinheiten nicht auf einer traditionellen Anzeige dargestellt werden; sie verbergen sich in aller Öffentlichkeit. Meine Hoffnung und das Ziel dieser Uhr ist es, zum Nachdenken über die Zeit anzuregen. Und wenn sie Sie sanft daran erinnert, einen Gang herunterzuschalten, dann hat sie ihren eigentlichen Zweck erfüllt“, sagt Bouchet.

Wie die „Complication One“ können auch diese neuen, zu 100 % in der Schweiz hergestellten Uhren nach den Wünschen der Kunden personalisiert werden.

10. Berneron Mirage Miroir 

Kompromisslose Eleganz mit „gespiegeltem“ Uhrwerk

Mit ihrer außergewöhnlichen Mirage Miroir entwickelt Berneron die Designsprache weiter, die diese Boutique-Marke im Jahr 2023 eingeführt hat, wählt jedoch für ihr viertes hauseigenes Uhrwerk, das Kaliber 283 – von dem sich auch die Bezeichnung „Miroir“ (Spiegel) ableitet – einen neuen Ansatz. 

Anstatt auf traditionelle Skelettierung zurückzugreifen oder ein Uhrwerk „einfach“ umzudrehen, um die „gespiegelte“ Miroir-Uhr zu schaffen, entschied sich Berneron einen anderen Weg zu gehen und entwickelte ein völlig neues Uhrwerk, das an das Design seines Vorgängerkalibers 233 anknüpft. Das Kaliber 283, ein zu 100 % in der Schweiz gefertigtes Uhrwerk, wurde als Spiegelbild des Kalibers 233 konzipiert, doch in Wirklichkeit hat diese Armbanduhr im Skelettstil ein Eigenleben.

Das in einem 38 x 34 x 7 mm großen Goldgehäuse untergebrachte, handveredelte Handaufzugswerk bietet zudem eine Gangreserve von drei Tagen. Es ist mit einem Armband oder einem wunderschönen Goldarmband erhältlich, das die Uhr zu einem echten Schmuckstück macht.

11. Trilobe Château Trente-Deux

Eine weinrote zweite Variante der Trente-Deux, angetrieben von einem hauseigenen Uhrwerk

Im vergangenen Jahr stellte die französische Boutique-Marke Trilobe auf den Geneva Watch Days 2025 überraschend eine neue Kollektion namens Trente-Deux vor, die von einem vollständig hauseigenen Uhrwerk angetrieben wird. Das ist eine beachtliche Leistung für eine junge, unabhängige Marke mit Sitz im Herzen von Paris, die erst 2018 gegründet wurde. Doch mit seinem einzigartigen, autodidaktischen Ansatz und seiner langjährigen Tätigkeit im Finanzwesen hatte Gründer Gautier Massonneau dies zweifellos alles schon lange geplant.

Bei den Geneva Watch Days 2026 stellte Trilobe eine neue Version der ausgefallenen Uhr mit ihrem patentierten Zifferblatt mit rotierender Scheibe und wandernder Stundenanzeige vor: die „Château Trente-Deux“ in einem 39,5 x 10,15 mm großen Edelstahlgehäuse mit burgunderrotem Zifferblatt. Und diese Edition vereint zwei traditionelle französische Handwerkskünste: die Uhrmacherkunst und die Weinherstellung.

Die ersten 100 Exemplare der Trilobe Château Trente-Deux – die von der Marke direkt im Herzen von Paris entworfen, entwickelt, gefertigt, verziert und montiert werden – werden graviert und von einer Flasche erlesenen französischen Grand-Cru-Rotweins begleitet, der von Massonneau und seinem Team ausgewählt wurde. Nachdem diese 100 Exemplare verkauft sind, wird das „Château Trente-Deux“ – „32“ auf Französisch, was auf die Adresse der Marke verweist – in die Dauerkollektion aufgenommen.

12. Greubel Forsey GMT Balancier Convexe

Gibt es einen faszinierenderen Anblick als den 3D-Globus eines Greubel-Forsey-GMT-Modells?

Im Jahr 2019 führte Greubel Forsey eine neue Gehäuseform ein (damals als „Sport“ bezeichnet), die glücklicherweise in der Kollektion verblieben ist, deren Bezeichnung jedoch größtenteils wegfiel. Dieses Gehäuse hat die Uhren von Greubel Forsey – die aufgrund ihrer Komplexität recht groß ausfallen können – sehr tragbar gemacht.

Falls Sie noch nicht ahnen, worauf ich hinauswill, mache ich es jetzt deutlich: die brandneue Greubel Forsey GMT Balancier Convexe ist in diesem neueren Gehäusedesign untergebracht. Sie misst 42,9 x 15,1, wirkt am Handgelenk jedoch deutlich kleiner. Und sie verfügt über den beeindruckenden dreidimensionalen Globus, der für die GMT-Modelle der Marke charakteristisch ist – eine Linie, die erstmals 2015 eingeführt wurde. 

Dieses neue Titanmodell enthält natürlich all die handveredelten Greubel-Forsey-Qualitäten, die wir mittlerweile erwarten: insgesamt 496 Bauteile, darunter eine um 30 Grad geneigte Unruh mit variabler Trägheit, zwei in Reihe geschaltete, schnell drehende Federhäuser, die eine Gangreserve von 72 Stunden bieten, sowie Platten und Brücken aus Titan und Neusilber, die von Hand gekörnt und abgeschrägt sind.

Es bietet eine Fülle an Funktionen: eine zweite Zeitzone, einen drehbaren 3D-Titan-Globus, der sowohl die Weltzeit als auch Tag und Nacht anzeigt, 24 Zeitzonen, Sommer- und Winterzeit (mit Angabe der Städte, in denen die Sommerzeit gilt), eine Gangreserveanzeige sowie Stunden, Minuten und Sekunden. Puh.

13. Massena x Atelier Wen Inflection Shuò 

Atelier Wen hat sich mit Massena LAB zusammengetan, um eine exquisite Uhr mit einem handgefertigten Tremblage-Zifferblatt aus Gold zu produzieren

Der Sammler und Uhrenbranchenveteran William Massena gründete sein LAB im Jahr 2018 als Kreativstudio, das Zeitmesser entwirft, entwickelt und produziert – sehr oft in Zusammenarbeit mit anderen Marken. Atelier Wen ist eine unabhängige Uhrenmarke, die chinesische Handwerkskunst und Kultur zelebriert. Und aus dieser auf den ersten Blick ungewöhnlichen Zusammenarbeit ist ein wahrhaft beeindruckender Zeitmesser entstanden. 

Die „Massena x Atelier Wen Inflection Shuò“ ist eine limitierte Auflage von 50 Uhren, die sich auf zwei Varianten verteilt: Zifferblätter ganz in 18-Karat-Weißgold (10 Exemplare) und Zifferblätter aus einer Kombination aus 18-Karat-Rosé- und Weißgold (40 Exemplare). Das Besondere an ihr ist das handgravierte Tremblage-Zifferblatt, das diesem Modell den Namen „Shuò“ gab – was auf Chinesisch „funkelnd“ oder „glitzernd“ bedeutet. Und genau das tut dieses von der Handgraveurin Coralie Mercier in der Schweiz gefertigte Zifferblatt im Sonnenlicht. 

Das 40 x 10,2 mm große Tantalgehäuse verleiht der Uhr am Handgelenk ein Gefühl von Schwere und Wertigkeit; sie hat echte Präsenz, und das Tantalarmband verstärkt diesen Eindruck noch. Angetrieben wird diese Uhr vom klassischen Girard-Perregaux-Kaliber GP03300, einem Automatikwerk mit einer Gangreserve von 48 Stunden.

14. Ming 57.05 Comet 

Ein interessanter neuer Ansatz für die Weltzeit im typischen Ming-Stil

Ming, mittlerweile seit neun Jahren bestehend, ist wahrscheinlich einer der interessantesten Uhrenhersteller überhaupt. Die Firma bringt stets Neues und Interessantes hervor, das sich von allen anderen Herstellern unterscheidet. Das gilt auch für die 57.05 Comet, die eine zeitgemäße Art der Anzeige der Sommerzeit bietet – etwas, das bei Armbanduhren so selten ist, dass man die Uhren mit Sommerzeitanzeige an einer Hand abzählen kann.

Die 57.05 Comet verfügt über ein einzigartiges, zum Patent angemeldetes System zur Anpassung der Weltzeit an die Sommerzeit (DST). Eine der beliebtesten Komplikationen von Ming wird in einem 40 x 10,33 mm großen Edelstahlgehäuse mit den neuen, abgestuften Bandanstößen aufgelegt. Sie ist gleichzeitig die bislang günstigste Weltzeituhr der Marke (6.950 CHF mit Lederarmband). 

So funktioniert es: die dargestellten Städte sind danach gruppiert, ob sie die Sommerzeit einhalten. Städte, die die Sommerzeit nicht einhalten, bleiben auf der inneren Lünette fixiert, während diejenigen, die sie einhalten, auf einer separaten äußeren Lünette positioniert sind. Durch einmaliges Drücken der äußeren Lünette (um 15 Grad) werden nur die entsprechenden Städte auf der 24-Stunden-Skala um eine Stunde vorverlegt. Einfach, übersichtlich, gut ablesbar.

Das zentrale Zifferblatt wird von einer drehbaren 24-Stunden-Anzeige umgeben, während in der Mitte Mings sogenannter „Comet Tail“ zu sehen ist – ein sich wiederholendes Raster, das Muster erzeugt, wenn man den Blickwinkel verändert. Selbstverständlich kommt dabei reichlich Leuchtmaterial zum Einsatz. Angetrieben wird die Uhr auf nur 200 Exemplare limitiert vom automatischen Sellita-Kaliber 330.M2.

15. Czapek & Cie Promenade Transparencies Aqua Blue 

Eine neue Variante der Promenade Transparencies feiert die neue Genfer Boutique

Während der Geneva Watch Days 2026 eröffnete Czapek & Cie seine Genfer Boutique – und stellte zu diesem Anlass einige verschiedene Uhren vor. Mein Favorit unter ihnen war die Czapek & Cie Promenade Transparencies Aqua Blue, die zwei Jahre nach Erscheinen der grünen Version auf den Markt kommt, aber völlig anders aussieht und sich auch ganz anders anfühlt.

Ihr blaues Fumé-Zifferblatt mit Farbverlauf entsteht durch ein Metallisierungsverfahren, bei dem ein Muster aus mikroskopisch kleinen Punkten mit einem Durchmesser von jeweils etwa acht Mikrometern auf die Unterseite des Saphirglases aufgebracht wird. Ihre Dichte nimmt zum Rand hin zu, wodurch der Farbverlauf entsteht. Das Ergebnis ist ein Saphirglas, das transparent ist – aber nur gerade so. Wenn man genau hinschaut, kann man durch das Glas hindurch noch das hauseigene Automatikwerk Kaliber SXH7 erkennen.

Das wunderschöne Zifferblatt und das aufwendig verzierte Uhrwerk sind in einem 38-mm-Edelstahlgehäuse untergebracht, das auf nur 38 Exemplare limitiert ist.


gva-watch-days.com

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