Der Porsche Design Chronograph 1 Utility für Hodinkee bringt die Architektur des Lemania 5100 mit zentralem Minutenzähler in die Gegenwart.

Die Geschichte der Dresswatches ist eng mit dem allgemeinen Siegeszug der Armbanduhr verknüpft, deren Anfänge bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen. So fertigte Abraham-Louis Breguet bereits im Jahr 1810 eine frühe Armbanduhr für die Königin von Neapel, und in den 1880er-Jahren rüstete Girard-Perregaux Berichten zufolge die Marine mit ersten Uhren für das Handgelenk aus.
Da Männer im frühen 20. Jahrhundert zunächst noch klassische Taschenuhren bevorzugten, etablierte sich die Armbanduhr anfangs vor allem als modisches Accessoire für Damen sowie als praktisches, funktionales Instrument für Militärs und Piloten. Von dem puristischen und minimalistischen Design der heutigen Dress Watch war man damals jedoch noch weit entfernt, da die Uhrmacher zunächst mit unkonventionellen, kreativen Gehäusen und Zifferblättern experimentierten, um neue Käuferschichten zu gewinnen.
Heute zeichnet sich die klassische Dresswatch durch bestimmte formale Kriterien aus, die sie von sportlicheren Modellen unterscheiden. Typischerweise besticht sie durch ein schlichtes, aufgeräumtes Zifferblatt, oft nur mit Stunden- und Minutenzeiger und Verzicht auf zusätzliche Komplikationen, um die Ablesbarkeit und Eleganz zu wahren. Die Gehäusegröße fällt eher moderat und flach aus, sodass die Uhr mühelos und diskret unter die Hemdmanschette gleiten kann. Abgerundet wird das Erscheinungsbild traditionell durch ein edles Lederarmband, welches die formelle Ausstrahlung unterstreicht, während massive Metallarmbänder in dieser Kategorie eher unüblich sind.
Nachdem der Uhrenmarkt seit den 1950er- und 1960er-Jahren stark von sportlichen Modellen und Taucheruhren dominiert wurde, lässt sich heute eine spannende Kehrtwende beobachten. Aktuell gibt es einen deutlichen Trend zur Rückkehr der eleganten Dress Watch. Insbesondere die jüngere Generation besinnt sich wieder auf dieses klassische Understatement und fragt zunehmend nach Modellen mit kleineren Durchmessern. Zahlreiche renommierte Uhrenmarken greifen diese Entwicklung auf. Wir haben die derzeit schönsten Dresswatches für ein Shooting zusammengebracht und zelebrieren mit ihnen diese neu entfachte Leidenschaft für stilvolle Eleganz am Handgelenk.
Während Blancpain in den letzten Jahrzehnten vor allem für die Taucheruhr Fifty Fathoms bekannt war, bildete das Fundament der modernen Marke ab 1983 – mitten in der Quarzkrise – die Rückbesinnung auf elegante, hochkomplizierte mechanische Armbanduhren. Heute trifft dieses Erbe perfekt den Zeitgeist: Der Uhrenmarkt wandelt sich weg von wuchtigen Sportuhren hin zu unaufdringlichen, kleineren „Neo-Vintage“-Dresswatches, die sich stilvoll unter der Hemdmanschette tragen lassen.
Zu diesem Trend passt die neue Villeret Ultraplate 38 mm als modernes Aushängeschild der Kollektion. Sie ergänzt das bisherige 40-mm-Modell um eine klassische Idealgröße und bietet ein flaches Profil von lediglich 8,35 mm Höhe. Ein besonderes Highlight sind die neu gestalteten Zifferblatt-Code-Interpretationen: Neben einem champagner- bzw. goldfarbenen Opalin-Zifferblatt in Kombination mit einem olivgrünen Alligatorband sticht vor allem eine Variante mit warmem, lachsfarbenem Sunburst-Zifferblatt im Edelstahlgehäuse hervor. Beide Modelle nutzen das nur 3,25 mm hohe Automatik-Manufakturkaliber 1150 mit Siliziumspirale und einer Gangreserve von 100 Stunden, das durch den Saphirglasboden betrachtet werden kann.
Statt einer glatten Lünette trägt sie die für Blancpain typische doppelt gestufte Lünette, setzt auf massive römische Goldziffern (inklusive des Monogramms „JB“ auf der Zwölf-Uhr-Position) und integriert ein vergrößertes Datum bei 3 Uhr. Preislich liegt das Stahlmodell bei 11.200 Euro, während die Variante in 18-karätigem Rotgold für 23.000 Euro angeboten wird – eine zeitlose, unterbewertete Alternative für Sammler, die schlichte Eleganz und tiefgreifende Uhrmacherhistorie schätzen.
Die Historiques American 1921 geht auf ein Modell zurück, das Vacheron Constantin im Jahr 1921 für den amerikanischen Markt fertigte. Schon damals saß das Zifferblatt um 45 Grad gedreht im Gehäuse, während die Krone ungewöhnlich zwischen ein und zwei Uhr platziert war. Diese Anordnung sollte es ermöglichen, die Zeit abzulesen, ohne das Handgelenk drehen zu müssen.
Die aktuelle Referenz 1100S/000R-H115 übernimmt dieses Prinzip und bringt es in einem 36,5 × 36,5 mm großen, kissenförmigen Gehäuse aus Roségold unter. Das silberfarbene, gekörnte Zifferblatt trägt blaue arabische Ziffern, gebläute Zeiger und eine kleine Sekunde bei drei Uhr. Durch den Saphirglasboden ist das Handaufzugskaliber 4400 AS mit Genfer Punze und 65 Stunden Gangreserve zu sehen.
Die Classique 5177 vereint jene Gestaltungsmerkmale, die bis heute untrennbar mit dem Namen Breguet verbunden sind. Dazu gehören der kannelierte Gehäuserand, die angeschweißten Bandanstöße und die charakteristischen Pomme-Zeiger. Bei der Referenz 5177BR/2N/9V602 treffen sie auf ein schwarzes Grand-Feu-Emailzifferblatt mit feiner Minuterie und zentraler Sekunde.
Das Gehäuse aus 18-karätigem Roségold misst 38 Millimeter im Durchmesser und bleibt 8,8 Millimeter hoch. Auf der Rückseite gibt ein Saphirglasboden den Blick auf das Manufakturkaliber 7775 frei. Das Werk arbeitet mit 4 Hertz, verfügt über eine flache Siliziumspirale und erreicht eine Gangreserve von 55 Stunden.
Seit ihrem Debüt 1952 steht die Constellation für Omegas Chronometertradition, an die die neue Observatory mit Dog-Leg-Bandanstößen, zwölfseitigem Pie-Pan-Zifferblatt und dem bekannten Observatoriumsmedaillon anknüpft. Sowohl das Gehäuse als auch das von Hand guillochierte Zifferblatt der Referenz 140.53.39.21.99.001 bestehen aus 18-karätigem Moonshine Gold; der Gehäusedurchmesser beträgt 39,4 Millimeter.
Im Inneren arbeitet das automatische Co-Axial-Kaliber 8915 mit 60 Stunden Gangreserve und einer Magnetfeldresistenz bis 15.000 Gauß. Damit ist das Modell zugleich die erste Zweizeigeruhr, die von METAS als Master Chronometer zertifiziert wurde.
Mit der ursprünglichen L.U.C 1860 begann Chopards moderne Manufakturgeschichte, denn in ihr debütierte das erste in Fleurier entwickelte Werk der Maison. Die Referenz 168860-3005 knüpft mit einem 36,5 Millimeter großen und 8,2 Millimeter hohen Gehäuse aus Lucent Steel an die Proportionen des historischen Vorbilds an, ergänzt um ein von Hand guillochiertes Weißgoldzifferblatt im Farbton „Areuse Blue“.
Das nur 3,3 Millimeter hohe Automatikkaliber L.U.C 96.40-L besitzt einen Mikrorotor aus 22-karätigem Gold, zwei Federhäuser und bietet 65 Stunden Gangreserve; zudem ist es COSC-zertifiziert und trägt die Genfer Punze.
Seit Daniel Roth 1988 seine eigene Marke gründete, bildet das unverwechselbare Doppel-Ellipsen-Gehäuse deren gestalterisches Markenzeichen. Diese Formensprache wird mittlerweile unter La Fabrique du Temps Louis Vuitton fortgeführt, wobei die Extra Plat gezielt an die ultraflachen Modelle der frühen 1990er-Jahre anknüpft.
Ihr 38,6 × 35,5 Millimeter großes und 7,7 Millimeter hohes Gehäuse aus 5N-Roségold umrahmt ein zweifarbiges, von Hand guillochiertes Goldzifferblatt, während im Inneren das neu entwickelte, lediglich 3,1 Millimeter flache Handaufzugskaliber DR002 mit 4 Hertz und 65 Stunden Gangreserve arbeitet.
Als Jaeger-LeCoultre die Reverso 1931 für Polospieler entwickelte, diente ihr wendbares Gehäuse zunächst dem Schutz des Uhrglases, wurde jedoch rasch zu einer Ikone des Art déco. Die Referenz Q713257J greift diese klare Formensprache mit einem schwarzen Sonnenschliffzifferblatt, applizierten Indizes, Dauphinezeigern und kleiner Sekunde auf. Ihr Roségoldgehäuse misst 45,6 × 27,4 Millimeter bei 7,56 Millimetern Höhe und beherbergt das rechteckige Handaufzugskaliber 822 mit 42 Stunden Gangreserve.
Die Toric ist eng mit den Anfängen von Parmigiani Fleurier verbunden, denn mit der Toric QP Rétrograde präsentierte Michel Parmigiani 1996 die erste Armbanduhr seiner Marke. Für die Neuauflage wurde die Kollektion umfassend überarbeitet, ihre charakteristische, fein gerändelte Lünette blieb jedoch erhalten.
Bei der Toric Petite Seconde „Dune“ umschließt sie ein 40,6 Millimeter großes und 8,8 Millimeter hohes Gehäuse aus Roségold, das mit einem von Hand gekörnten Zifferblatt aus massivem Gold kombiniert wird. Durch den Saphirglasboden zeigt sich das Handaufzugskaliber PF780 mit zwei Federhäusern und 60 Stunden Gangreserve, dessen offene Brücken ebenfalls aus Roségold gefertigt sind.
Mit der G.F.J. würdigt Zenith zum 160-jährigen Bestehen der Manufaktur ihren Gründer Georges Favre-Jacot, dessen Initialen dem Jubiläumsmodell seinen Namen geben. Technisch knüpft die G.F.J. an das Kaliber 135 an, das Zenith zwischen 1949 und 1962 fertigte. Die eigens für Chronometerwettbewerbe entwickelte Ausführung 135-O gewann bei den damaligen Observatoriumsprüfungen insgesamt 235 Preise.
Für die auf 160 Exemplare limitierte Edition wurde das Kaliber nun behutsam modernisiert: Das COSC-zertifizierte Handaufzugskaliber bietet nun 72 Stunden Gangreserve und arbeitet in einem 39,15 Millimeter großen Gehäuse aus Platin. Das Zifferblatt kombiniert einen guillochierten Außenring aus Gold mit einem Zentrum aus Lapislazuli und einer kleinen Sekunde aus Perlmutt.
Die 2011 vorgestellte Saxonia Thin gehört zu den puristischsten Uhren von A. Lange & Söhne. Bei den neuen Ausführungen trifft ein tiefschwarzes Zifferblatt aus massivem Onyx auf schlanke Goldzeiger und Stabappliken, eingefasst von einem 40 Millimeter großen und nur 6,2 Millimeter hohen Gehäuse aus Platin oder Honiggold.
Für den Antrieb sorgt das Handaufzugskaliber L093.1 mit 72 Stunden Gangreserve, dessen Dreiviertelplatine aus Neusilber und handgravierter Unruhkloben durch den Saphirglasboden sichtbar sind. Beide Varianten erscheinen in einer Auflage von jeweils 200 Exemplaren.
Die Cartier Crash entstand 1967 vermutlich nicht, wie oft erzählt, aus einer bei einem Unfall verformten Uhr, sondern aus der gestalterischen Experimentierfreude von Jean-Jacques Cartier und seinem Londoner Team. Die 2023 lancierte Referenz CRWGCH0050 überführt die charakteristisch verzogene Form in Platin und bleibt der Boutique an der New Bond Street vorbehalten.
Das weiße Zifferblatt greift dessen verzogene Form mit entsprechend gestreckten römischen Ziffern auf, während gebläute Schwertzeiger einen klassischen Cartier-Akzent setzen. Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber 1917 MC mit 38 Stunden Gangreserve.
Die 2025 vorgestellte Senator Meissen bringt erstmals die Uhrmacherkunst von Glashütte Original mit der Porzellanmalerei Meissens zusammen und markiert zugleich 180 Jahre Glashütter Uhrmacherei sowie das 315-jährige Bestehen der Porzellanmanufaktur. Zur Kollektion gehören zwei „Mystic Maison“-Varianten mit handbemalten Zifferblättern, die jeweils auf 150 Exemplare limitiert sind, sowie die farbige „Collage“ in einer Auflage von acht Stück.
Allen Ausführungen gemeinsam ist das 40 Millimeter große und 10,23 Millimeter hohe Rotgoldgehäuse, in dem das automatische Kaliber 36-16 mit Siliziumspirale und 100 Stunden Gangreserve arbeitet. Durch den Saphirglasboden zeigen sich die Dreiviertelplatine, der skelettierte Rotor und die handgravierte Unruhbrücke.
Mit der 1932 vorgestellten Referenz 96 etablierte Patek Philippe die Calatrava als klassische runde Armbanduhr, deren klare Gestaltung dem Bauhausprinzip „Form folgt Funktion“ folgte. Daran knüpft die Referenz 6196P-001 mit einem 38 Millimeter großen und 9,33 Millimeter hohen Platingehäuse an, bei dem polierte Oberflächen auf satinierte Flanken treffen.
Das rosévergoldete Opalinzifferblatt nimmt je nach Lichteinfall einen lachsfarbenen Ton an und trägt facettierte Obus-Indizes sowie Dauphinezeiger aus anthrazitfarbenem Weißgold, während der für Patek Philippe typische Diamant bei sechs Uhr auf das Gehäusematerial verweist. Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber 30-255 PS mit kleiner Sekunde, Sekundenstopp und mindestens 65 Stunden Gangreserve.
Mit der Twice Unique Tangente 33 Auric verbindet Nomos Glashütte seine seit 1992 bestehende Designikone mit aufwendiger Zifferblattkunst. Jede Ausführung entsteht ausschließlich als nummeriertes Paar: einmal in Edelstahl und einmal in 18-karätigem Gold. Das Zifferblatt wird in mehreren Arbeitsschritten mit Blattgold belegt, gerissen, geschichtet und teilweise wieder abgenommen. So entsteht eine strukturierte Oberfläche, die ohne Ziffern, Indexe und Logo auskommt.
Die Tangente 33 misst 32,8 Millimeter im Durchmesser und rund 6,5 Millimeter in der Höhe. Durch den Saphirglasboden ist das hauseigene Handaufzugskaliber DUW 4001 sichtbar. Es bietet das Nomos-Swing-System, Sekundenstopp und etwa 53 Stunden Gangreserve. Das Auric-Paar wird ausschließlich auf Anfrage gefertigt.