Gérald Genta Geneva Minute Repeater Golden Obsidian: Zifferblatt aus goldenem Obsidian, Gelbgold & von Hand gestimmte Gongs.

Zenith streicht bei der Chronomaster Solo Sport ausgerechnet jene Funktion, die den Namen El Primero seit 1969 ausgemacht hat. Die erste jemals in die Kollektion integrierte Dreizeigeruhr zeigt, ob Hochfrequenz auch dann eine tragfähige Identität bildet, wenn es nichts mehr zum stoppen gibt.
Kann eine Chronomaster überhaupt noch eine Chronomaster sein, wenn sie kein Chronograph ist? Die Frage klingt semantisch, trifft aber den Kern dieser Neuheit. Seit der Vorstellung des El Primero im Jahr 1969 gehören automatische Aufzugsmechanik, ein integrierter Chronograph und eine Unruhfrequenz von 5 Hertz zur Chronomaster, wie die Nadel zum Faden.
Die Zenith Chronomaster Solo Sport löst diese Verbindung erstmals auf. Stunden, Minuten und eine zentrale Sekunde genügen ihr; drei der vier Ausführungen ergänzen ein Datum bei drei Uhr. Damit wird aus dem El-Primero-Modell eine sportliche Alltagsuhr, deren entscheidendes Merkmal im Gangregler liegt. Der Verzicht auf die sonst so modelltypischen Funktionen ist also substanzieller, als das vertraute Gehäuse und der bekannte Kollektionsname zunächst vermuten lassen.
Genau darin liegt der strategische Schritt: Zenith behandelt fortan die Frequenz nicht mehr nur als Voraussetzung für die Chronographenanzeige, sondern als eigenständiges Merkmal innerhalb Kollektion.
Im Inneren der Zenith Chronomaster Solo Sport arbeitet das automatische Manufakturkaliber El Primero 3620, abgeleitet vom Chronographenkaliber El Primero 3600. Es schwingt mit 36.000 Halbschwingungen pro Stunde, entsprechend 5 Hertz. Beim Chronographen 3600 macht diese Frequenz die Anzeige von Zehntelsekunden möglich. In einer Dreizeigeruhr entfällt diese Funktion; sichtbar bleibt hier vor allem der feinere Lauf der zentralen Sekunde. Zehn Hemmungsschritte pro Sekunde lassen den Zeiger noch ruhiger über die Skala gleiten als bei verbreiteten Werken mit niedrigerer Frequenz.
Die hohe Frequenz ist technisch interessant, erlaubt für sich genommen jedoch noch keine Aussage über die tatsächliche Ganggenauigkeit. Die Frequenz beschreibt nämlich zunächst nur, wie schnell die Unruh arbeitet. Für die tatsächliche Ganggenauigkeit sind ebenso Regulierung, Amplitude, Lageverhalten, Energieversorgung und letztendlich der Zustand des Werks entscheidend. Eine Frequenz von fünf Hertz kann den Einfluss einzelner Störungen wie häufiger Lagewechsel oder leichter Erschütterungen mindern, ersetzt jedoch weder eine sorgfältige Feinregulierung noch einen belastbaren Gangnachweis.
Zudem ist das hohe Tempo nicht kostenlos: Mehr Hemmungsimpulse pro Zeiteinheit stellen entsprechende Anforderungen an den Energiehaushalt und die Konstruktion des Werkes. Die Gangreserve von 60 Stunden ist deshalb ein relevanter Bestandteil des Konzepts und ermöglicht es der Zenith Chronomaster Solo Sport zudem, ein Wochenende lang auf dem Nachttisch zu liegen, ohne stehen zu bleiben.
Gerade diese Begrenzung macht das El Primero 3620 interessant: Es übersetzt Hochfrequenz der Zenith Chronomaster Solo Sport nicht länger in eine zusätzliche Messfunktion, sondern in die Charakteristik des Grundwerks. Hinzu kommen eine Siliziumhemmung, Sekundenstopp zum genauen Einstellen, sowie ein beidseitig aufziehender Rotor in skelettierter Sternform.
Der Namenszusatz „Sport“ erklärt sich bei der Zenith Chronomaster Solo Sport weniger durch das reduzierte Werk als durch ihre äußere Konstruktion. Das Edelstahlgehäuse misst 40 Millimeter im Durchmesser. Eine verschraubte Krone, eine einseitig drehbare Keramiklünette und eine Wasserdichtigkeit von 200 Metern verleihen der Uhr jene Alltagstaglichkeit und Funktionalität, die den Namenszusatz „Sport“ plausibel machen. Die Lünette erlaubt außerdem das unkomplizierte Markieren eines Zeitintervalls, auch wenn sie den fehlenden Chronographen natürlich nicht ersetzt.
Ohne die charakteristischen Chronographenanzeigen wird das Zifferblatt der Zenith Chronomaster Solo Sport zum wichtigsten Träger der visuellen Identität : Zenith verwendet Keramik und überzieht die Fläche mit einem Z-Monogramm, das diagonal im 45-Grad-Winkel verläuft. Die weiße Version kombiniert die Struktur mit einem Sonnenschliff, die schwarzen und braunen Blätter sind hochglanzpoliert.
Das wiederkehrende Z-Muster hat dabei keinen technischen Zweck, sondern dient als grafische Metapher für die hohe Frequenz. Praktisch sichtbar wird die Hochfrequenz allerdings erst am gleichmäßigeren Gleiten des Sekundenzeigers. Für eine gute Ablesbarkeit sorgen dabei applizierte, facettierte Indizes und Zeiger mit Super-LumiNova SLN C1. Besonders schlüssig erscheint dabei die schwarze No-Date-Ausführung: Ohne Fenster bleibt das Zifferblatt der ununterbrochen, und die Idee des Dreizeiger-Designs wird noch klarer sichtbar.

Mehr über die skelettierte Version der Chronomaster Sport erfahren Sie hier in unserem Artikel.
Praktischen Mehrwert liefert das dreigliedrige Edelstahlarmband mit ZENCLASP-Faltschließe. Deren Feinverstellung lässt sich ohne Werkzeug in Schritten von 2,5 Millimetern über insgesamt 10 Millimeter hinweg justieren.
Die Chronomaster Solo Sport ist in Weiß, Schwarz und Braun erhältlich; alle drei Varianten verfügen über ein Datumsfenster bei drei Uhr und kosten jeweils 10.500 Euro. Zusätzlich gibt es die schwarze Variante auch ohne Datum für 9.500 Euro. Nach ihrer Vorstellung bei den Geneva Watch Days 2026 sollen alle vier Modelle ab dem 2. September 2026 weltweit erhältlich sein. Bemerkenswert ist, dass die puristischere No-Date-Version 1.000 Euro günstiger ausfällt.
ZENITH
Chronomaster Solo Sport
03.5000.3620/69.M5000 – Weiß,
03.5000.3620/22.M5000 – Schwarz,
03.5001.3620/72.M5000 – Braun,
03.5000.3620/21.M5000 – Schwarz, ohne Datum
Edelstahl, verschraubte Krone, einseitig drehbare Keramiklünette
Durchmesser: 40 mm
200 m
Keramik mit diagonalem 45°-Z-Muster; Weiß mit Sonnenschliff sowie poliertes Schwarz oder Braun; facettierte, applizierte Indizes mit Super-LumiNova SLN C1
Dreigliedriges Edelstahlarmband mit ZENCLASP™-Faltschließe; werkzeuglose Feinverstellung in 2,5-mm-Schritten über insgesamt 10 mm
El Primero 3620
Automatik, beidseitig aufziehender Rotor
60 Stunden
36.000 A/h (5 Hz)
Stunden, Minuten, zentrale Sekunde, Sekundenstopp
EUR 10.500 mit Datum
EUR 9.500 ohne Datum