Die Geschichte der Münzuhr: von frühen Geheimuhren bis zur neuen Corum Heritage Coin Kollektion anlässlich des 250-jährigen Bestehens der USA.

Die Minute Repeater Resonance 12:59 First Edition schlägt nicht nur die aktuelle Zeit. Sie kann auch die längste Sequenz des Mechanismus jederzeit erklingen lassen.
Eine Minutenrepetition gehört zu den Komplikationen, die Zeit nicht nur anzeigen, sondern spür- und hörbar machen. Auf einen Schieber hin übersetzt ihr Schlagwerk die aktuelle Anzeige in eine Folge aus Stunden, Viertelstunden und Minuten. Die Armin Strom Minute Repeater Resonance 12:59 First Edition setzt an diesem vertrauten Prinzip an und verschiebt seine Logik um eine kleine, aber folgenreiche Entscheidung: Der Träger kann wählen, ob die Uhr die Gegenwart wiedergibt oder unabhängig von der Anzeige 12:59 schlägt.
Das klingt zunächst nach einem Tippfehler, ist es aber tatsächlich nicht, da zwischen beiden Prozessen mechanisch klar unterschieden wird: Im Standardmodus liest das Schlagwerk die angezeigte Zeit aus und gibt sie akustisch wieder. „12:59 Anytime“ löst dagegen unabhängig von der Anzeige die längstmögliche Schlagfolge aus – zwölf Stunden, drei Viertelstunden und vierzehn Minuten. Die Uhr gibt dann nicht die aktuelle Zeit, sondern gibt die größtmögliche Schlagfolge des Mechanismus wieder.
Der Reiz dieser spielerischen Zusatzfunktion liegt in den zwei Modi: Wer die Minutenrepetition vorführen oder selbst in ihrer vollständigsten Form erleben möchte, kann den 12:59-Modus unabhängig von der aktuellen Zeit wählen – jene Einstellung, die mit zwölf Stundenschlägen, drei Viertelstundenschlägen und vierzehn Minutenschlägen die längstmögliche Schlagfolge des Mechanismus auslöst.

Mehr über Claude Greisler, den kreativen Kopf hinter Armin Strom, erfahren Sie hier in unserem ausführlichen Interview
Designtechnisch inspiriert von der Masterpiece 2, übersetzt die neue Konstruktion deren Idee in veränderte Proportionen und eine neu gedachte feinmechanische Architektur. Das Gehäuse misst 42 Millimeter im Durchmesser und fällt damit zum Einen kompakter aus; und ist zugleich flacher gestaltet. Die Bauhöhe beträgt nur 11,70 Millimeter im Vergleich zur Masterpiece 2 mit 16,10 Millimetern. Die Wasserdichtigkeit beträgt 50 Meter.
Durch das transparente, dreidimensionale Erscheinungsbild liegt die Mechanik offen vor dem Auge des Betrachters. Die Anzeige ist zentral angeordnet und bildet einen ruhigen Bezugspunkt in einer Komposition, die sich ansonsten auf das Resonanzsystem, die vier Hämmer, die vier Tonfedern und den sichtbaren Fliehkraftregler konzentriert. Letzterer sitzt unterhalb der Hämmer auf der Zifferblattseite. Er reguliert die Geschwindigkeit der Schlagfolge und ist zugleich ein bewegliches Element innerhalb des sichtbaren Aufbaus.
Besonders auffällig ist die neu ausgerichtete Resonanzkupplung. Sie bewegt sich nun nach oben, während die beiden Unruhen – die schwingenden Taktgeber des Uhrwerks – auf der Zifferblattseite verankert bleiben. Die Anordnung macht die Synchronität dieser beiden Systeme stärker zum Teil der visuellen Erzählung. Nicht nur das Ergebnis, auch die vermittelnde Verbindung rückt ins Blickfeld.
Im Zentrum arbeitet das Handaufzugskaliber ARR25. Seine Energie erhält es aus der Feder des Federhauses, die bei der Minute Repeater Resonance 12.59 manuell aufgezogen wird. Anders als ein herkömmliches Uhrwerk beruht es auf zwei unabhängigen Reguliersystemen. Jedes besitzt ein eigenes Federhaus, Räderwerk, eine eigene Hemmung und eine eigene Unruh. Über die patentierte Resonanzkupplung werden diese beiden Einheiten miteinander verbunden und synchronisiert.
Die Verbindung von Resonanz und Minutenrepetition macht die Abstimmung besonders anspruchsvoll. Ein Schlagwerk greift für seine akustische Arbeit auf gespeicherte Energie zurück; zugleich müssen die beiden unabhängig aufgebauten Reguliersysteme stabil und synchron weiterarbeiten. Deshalb würde es in diesem System nicht genügen, die Komponenten lediglich plug-and-play einzubauen. Energiefluss und Bauteile müssen so aufeinander abgestimmt werden, dass die Synchronität dauerhaft erhalten bleibt und damit die zentrale Voraussetzung der Konstruktion erfüllt ist.
Auch der verbaute Repetitionsmechanismus wurde für diese Architektur weiterentwickelt. Jeweils vier Hämmer und Tonfedern erzeugen eine vollständige Westminster-Melodie – und das innerhalb einer flachen Konstruktion. Der sichtbare Fliehkraftregler steuert die Geschwindigkeit der Schlagfolge. Weil er unterhalb der Hämmer auf der Zifferblattseite sitzt, wird seine technische Funktion zugleich Teil der Gestaltung.
Die Umschaltung zwischen den beiden Schlagmodi übernimmt ein Säulenrad. Als Steuerorgan legt es fest, welche Funktion das Schlagwerk beim Auslösen ausführt. Ein weiß-rotes Anzeigefenster informiert den Träger über den aktuell gewählten Zustand. Für die Auslösung sorgt der Schieberegler bei 9 Uhr: Er spannt und aktiviert das Schlagwerk nach dessen Betätigung.
Diese Bedienlogik ist entscheidend für das Verständnis der Uhr. „On Time“ und „12:59 Anytime“ sind keine unterschiedlichen Klangkulissen über denselben Ablauf, sondern zwei völlig unterschiedliche Aufträge für die Mechanik. In einem Fall liest sie die angezeigte Zeit aus; im anderen ruft sie die längstmögliche Schlagfolge ab. Die zusätzliche Funktion verlangt deshalb ein eigenes Umschaltprinzip und eine Anzeige, die den gewählten Modus eindeutig erkennbar macht.
Gerade darin liegt der technische Sinn der scheinbar spielerischen 12:59-Funktion. Sie erweitert die Nutzung der Minutenrepetition, ohne ihren eigentlichen Zweck dabei aufzugeben. Diese zusätzliche Komplikation macht die komplette Westminster-Sequenz unabhängig von der Tageszeit erfahrbar und legt damit offen, wie viel Mechanik während einer einzelnen Auslösung zusammenwirkt. Die Funktion verändert also tatsächlich die Steuerung des Schlagwerks – sie zeigt nicht bloß einen anderen Modus an.
Diese klare Gliederung setzt sich in der handwerklichen Ausführung deutlich fort. Auf der Zifferblattseite treffen spiegelpolierte und mattierte Oberflächen aufeinander. Hämmer, Tonfedern und Resonanzkupplung glänzen ebenso spiegelpoliert, während Grundplatine und Brücken fein mattiert den Hintergrund ausfüllen. Handgearbeitete Kantenbrüche, polierte Senkungen und fein ausgearbeitete Strukturen verleihen den Bauteilen zusätzliche Kontur.
Der Fliehkraftregler bildet einen visuellen Schwerpunkt im Erscheinungsbild des Zifferblatts. Anglierte Kanten, Rundschliff und eine matte Gravur setzen unterschiedliche Texturen gegeneinander, ohne jedoch seine Funktion dabei zu verdecken. Auf der Rückseite kommen Genfer Streifen, Längs- und Kreisschliff sowie weitere handpolierte Kantenbrüche hinzu. Die unterschiedlichen Oberflächen schaffen dabei eine klare visuelle Ordnung: Polierte Flächen lenken den Blick auf einzelne Bauteile, mattierte Partien geben dem Hintergrund Ruhe, und die verschiedenen Schliffe machen die technische Gliederung des Werks nachvollziehbar.
Der Reiz dieser Uhr liegt daher nicht in der bloßen Summe ihrer Funktionen. Ihre Konstruktion zeigt, wie komplexe Mechanik sichtbar wird und sich über das Schlagwerk in Klang übersetzt: Zwei gekoppelte Reguliersysteme, ein aufwendig abgestimmtes Schlagwerk und eine Wahl, die aus derselben Uhr zwei Formen der Zeitwiedergabe macht.
Die Armin Strom Minute Repeater Resonance 12:59 First Edition, Referenz M26-RMR.5N, ist auf 25 Exemplare limitiert und kostet 390.000 Schweizer Franken.
Armin Strom
Minute Repeater Resonance 12:59 First Edition
M26-RMR.5N
Limitiert auf 25 Stück
Titan
Durchmesser: 42 mm
Dicke: 11,70 mm
Länge von Bandanstoß zu Bandanstoß: 48,00 mm
50 meter
Titan, Anthrazit; transparentes, dreidimensionales Design mit zentralem Display
Mattes Alligatorlederarmband mit dunkelgrauen Nähten;
Schließe aus Titan
Eigenes Kaliber ARR25 mit zwei unabhängigen Regulierungssystemen,
einer patentierten Resonanzkopplung und einer Minutenrepetition
Handaufzug
40 Stunden
25.200 Halbschwingungen pro Stunde (3,5 Hz)
Stunden, Minuten, Resonanz, Minutenrepetition 12:59;
Westminster-Schlag mit vier Hämmern und vier Tonfedern;
zwei Schlagmodi: „On Time“ und „12:59 Anytime“;
Säulenrad zur Umschaltung der Schlagmodi
CHF 390.000