Norqain Freedom GMT Enjoy Life „Holiday“: 500 limitierte GMT-Uhren, farbenfrohes Reisedesign und ein Golden Ticket für die Malediven.

In den sozialen Medien begegnen einem immer wieder Listen von Großstädten oder auch Ländern. Zu diesen Listen wird dann gefragt: Wie viele davon hast Du schon besucht? Beim gedanklichen Durcharbeiten dieser Aufstellungen – von A wie Amsterdam oder auch Algerien bis Z wie Zürich oder auch Zypern – entsteht in der Folge unweigerlich ein gutes oder eben weniger erfreuliches Gefühl. Je nachdem, ob einen das Ergebnis zum Weltenbummler oder eher zum Welt-da-draußen-Verpasser erklärt.
Die Betrachtung der neuesten Patek Philippe Rare Handcrafts 2026 Modelle hat eine ähnliche Wirkung, und ist zugleich gänzlich anders. Die Tisch-, Taschen- und Armbanduhren führen von Mexiko an den Nordpol, und von Japan über Tibet auf den Mount Everest weiter nach Schottland und selbstverständlich auch in die Schweiz. Ihre Betrachter sehen den Karneval in Rio de Janeiro und den Regenwald, sie beobachten Pumas, Hirsche und den Weißen Hai, tanzen in Gedanken Flamenco, spielen E-Gitarre oder nippen am Whiskey. Gleichzeitig ist es unmöglich nicht über das handwerkliche Vermögen der für die Herstellung unersetzlichen Steinsetzer, Guillocheure, Graveure, Holzmarketerie- und Email-Künstler zu staunen.
Die in diesem Jahr präsentierten 64 Modelle sind darum weit mehr als die Leistungsschau einer der renommiertesten Manufakturen der Welt. Sie sind vielmehr ein Bekenntnis zur Schönheit unseres Planeten, und zu den Fähigkeiten seiner Bewohner. Sie sprechen unsere Neugier und unseren Sinn für das Besondere an. Das allein ist immer ein Wert für sich, und bei einer unruhigen Weltgemengelage noch einmal ein ganz besonders wichtiger. Blicken wir also durch die Augen der Patek-Philippe-Künstler auf eine Welt, die nicht nur uhrmacherisch begeistert.
Steven Spielberg hat ihm in den 1970er Jahren einen Film gewidmet, und wann immer einem das Bad im Ozean irgendwie unsicher erscheint, dann wohl auch wegen dieser Darstellung des Carcharodon carcharias, besser bekannt als: Der weiße Hai. Bis zu 10.000 Exemplare dieser Tiere sollen in den Weltmeeren existieren, Angriffe auf Menschen dabei die absolute Ausnahme, doch Respekt vor diesem Mitglied aus der Familie der Makrelenhaie ist unbedingt geboten. Die Imposanz des bis zu sechs Meter langen Raubfisches wird auch auf den wenigen Quadratzentimetern der Taschenuhr deutlich. Das Einzelstück aus Weißgold vereint dabei zwei hochkomplexe Techniken: Die Holzmarketerie und die Miniaturmalerei.
Der Hai selbst wurde hierfür aus 161 winzigen Furnierteilchen und 25 noch kleineren Einlagen aus insgesamt 18 verschiedenen Sorten Holz mit unterschiedlichen Farbtönen, Texturen und Maserungen komponiert. Diese Holzarbeit wurde anschließend in den Emailhintergrund eingearbeitet. Dieser ist nicht einfach nur blau gehalten. Stattdessen wird die Tiefe des Meeres in 16 verschiedenen Emailfarben wiedergegeben, und mit sieben weiteren Farben wurde auf dem blauen Email mit Hilfe von Miniaturmalerei die Lebenswelt des Hais in Form von anderen Fischen dargestellt. Die daraus entstandene Kreation ist von beeindruckender Ausdrucksstärke und Lebendigkeit. Der Hai scheint auf den Betrachter zuzuschwimmen und ihm direkt in die Augen zu schauen. Eine Begegnung der Besonderen Art – auf sicherem Grund und Boden.
Auch das dunkelblaue Zifferblatt der Taschenuhr ist aus Email gefertigt, allein dafür waren drei verschiedene Farben transparenter Email und elf Brennvorgänge bei 820 Grad Celsius notwendig. Ebenso aufwendig wurde der Ausstellungsständer für die Uhr gefertigt: Er präsentiert sich in Korallenoptik mit handgravierten Verästelungen und auf einem aus dem Mineral Trolleit gefertigten Fuß.
Holzmarketerie-Arbeiten wie diese gehören jedes Jahr zu den Höhepunkten der Rare Handcrafts Modelle, und gerade tierische Motive bieten sich für diese hochkomplexe Form des Puzzle-Bauens an. Nicht unerwähnt bleiben soll darum neben dem weißen Hai auch der Puma und der Stier, die sich in Form von Referenz 995/150G-001 und 995/152J-001 besondere Plätze in der Kollektion geschaffen haben. Auf Taschenuhren-Rückseiten wird wahlweise die Raubkatze kurz vor dem Absprung sowie ein Stier mit energischem Blick gezeigt. Beides sind Abbildungen von großer Schönheit, die wie Momentaufnahmen aus dem Tierreich wirken.
Nun aber auf nach Mexiko – und zu einem der diesjährigen Lieblingsdesigns von Thierry Stern. Für den Präsidenten der Manufaktur sind die Rare Handcrafts Modelle ein Herzensanliegen. Sie machen zwar nur einen Bruchteil des Unternehmensumsatzes aus, doch die Bedeutung für den Erhalt dieser seltenen Berufe ist ebenso groß wie die Strahlkraft für die Marke. So erfreuen sich die Uhren aus der Serie stetig wachsender Nachfrage. Wer Exklusivität schätzt, der muss derart streng limitierte Modelle beachten. Die nötige Finesse und die Jahrzehnte der für derlei Arbeiten oft benötigten Erfahrung mit der Materie begeistern, und wenn die Gestaltung dann auch noch die eigene Lebenswelt anspricht? Dann findet die Uhr ganz automatisch ihre Interessenten. Entsprechend gelernt ist es dann auch, dass unterschiedliche Abbildungen mehr oder minder gezielt für unterschiedliche Märkte produziert werden.
Die Tischuhr und die Calatrava-Modelle rund um „den Tag der Toten“ dürften vor allem in Mexiko stark nachgefragt werden. Dort gedenkt man der Verstorbenen nicht in Stille und Trauer, sondern betrachtet das Ableben als natürlichen Teil des Lebenskreislaufs und als etwas, das intensiv gefeiert werden will.
Bei Patek Philippe übersetzt man dieses wichtige Fest in Modelle mit den dafür typischen Totenkopf-Mariachis in leuchtenden Farben. Allein für jede der auf drei Exemplare limitierten Tischuhren wurden 46,82 Meter Golddraht als formgebender Rahmen für die Cloisonné-Email-Arbeiten verwendet. Sie trennen verschiedene Farbtöne. Zudem wurde auch mit der Paillonné-Technik gearbeitet, bei der ein Stück Metallfolie zwischen zwei Emailschichten platziert wird, um eine besondere Strahlkraft zu erzeugen.
Insgesamt wurden 25 transparente, semi-transparente und opake Farbtöne für diese Modelle verwendet. Um den trompetenden Geister-Mariachi und die im Wind wehenden Fähnchen mit „Dia de los Muertos“-Beschriftung für die Ewigkeit und für die Sammlerwelt zu fixieren, waren insgesamt jeweils 14 Brenngänge bei 770 Grad Celsius nötig.
Bei den drei auf jeweils zehn Exemplare limitierten Calatrava-Referenzen 5117R-001, 5117R-012 und 5117G-057 konzentriert sich das Design auf die behüteten Totenköpfe der Mariachis. Wie bei vielen Rare-Handcraft-Modellen offenbart sich die Finesse auch hier erst beim zweiten oder dritten Blick – nachdem die knalligen Farbtöne den ersten Eindruck für sich in Anspruch nehmen. Dann aber fällt auf: Jedes Zifferblatt wurde zunächst mit einem geometrischen Muster handguillochiert, bevor es mit durchsichtiger Flinqué-Email bedeckt wird. Für die in Cloisonné-Technik dargestellten Köpfe wurden 32 bis 37 verschiedene Farbtöne genutzt, und 53 bis 68 Zentimeter Golddraht genutzt. Je zarter der Draht, desto größer ist übrigens die Herausforderung an den Emailleur.
Sowohl Minutenrepetitionen als auch Weltzeituhren sind eine Kernkompetenz der Manufaktur, und bei dieser Referenz wird das eine mit dem anderen im Modell „Planisphere“ kombiniert, und durch Handgravur und Champlevé-Email zu einem besonderen Sehnsuchtsstück gemacht.
Der Betrachter blickt auf eine komprimierte Weltkarte, auf der unter anderem der Kontinent Australien fehlt. Die Augen verharren auf der in Weißgold gehaltenen Darstellung des Planeten und seiner blauen Weltmeere. Durch Gravur bekommt das Zifferblatt Struktur und Tiefe und verleiht ein Gefühl für die unterschiedlichen Tiefen der Ozeane und die Bedeutung der Kontinentalplatten.
Das gravierte Blatt wurde dafür zunächst mit transparenter blauer Email beschichtet, und der mittelozeanische Rücken im Anschluss durch Verwendung von drei weiteren Farbtönen farblich akzentuiert.
Die Reduzierung der Farbpalette auf Weißgold und Blau ergibt in Kombination mit dem braunen Kalbslederarmband eine sehr zeitgenössische und kühl anmutende Interpretation einer Weltzeituhr. Die zehn Exemplare der Referenz dürften zu den populärsten Modellen der aktuellen Kollektion gehören.
Das Weltkartenmotiv findet unterdes sich auch bei den Taschenuhren: Auch Ref. 992/190G-001 widmet sich den geologischen Strukturen der Welt, und zeigt ebendiese mit Hilfe von Flinqué-Email-Technik und Handgravur in ihrer ganzen Schönheit.
Ein gänzlich anderer Ansatz rund um die Bedeutung der Kontinentalplatten sind die insgesamt vier Modelle mit Vulkan-Motiven. Die drei Ellipse-Armbanduhren (Ref. 5738/50G-044, 5738/50R-010 und 5738/50J-010) sowie die Tischuhr wurden von einigen der besten und erfahrensten Email-Kunsthandwerker der Welt gefertigt. Sie zeigen Vulkanausbrüche bei Nacht, und die Kombination von Sternenhimmel und glühender Lava führt zu Designs, die irgendwo zwischen Kitsch und Naturgewalt einen geradezu hypnotischen Effekt haben.
Um diesen zu erzeugen wurden die Außenlinien der Vulkane mit Hilfe der Cloisonné-Technik und Golddraht festgelegt. Um die Lava besonders intensiv wirken zu lassen wurde Blattgold an den entsprechenden Stellen unter der lichtdurchlässigen Email platziert. Perfektioniert wurde das Ambiente zu guter letzt durch Miniaturmalerei. Jeweils 15 Exemplare der drei Armbanduhren werden ihren Weg in Sammlungen auf der ganzen Welt finden. Ein Einzelstück ist unterdes die Magma-Tischuhr Ref. 20202M-001, deren Email wie geschmolzenes Gestein ausschaut. Gesteinsrisse und Magma wurden auch hier mit Hilfe der Cloisonné-Technik getrennt, und erneut wurde die Farbgewalt mit Hilfe von unterlegter Edelmetallfolie und Miniaturmalerei gesteigert. Das Ergebnis ist ein Muster, das einen unweigerlich an Vulkane denken lässt, und vor allem Energie ausstrahlt.
Die gesamte Patek Philippe Rare Handcrafts 2026 Kollektion lässt sich unter „Kunst am Uhrwerk“ trefflich zusammenfassen. Ganz große Kunst über dem Uhrwerk, ausgestattet mit einer Minutenrepetition, ist unterdes das Einzelstück „Allegorie der Musik“, welches das gleichnamige Ölgemälde des französischen Rokoko-Malers François Boucher (1703-1770) als Motiv zeigt. Was der Künstler einst auf eine 103,5 x 130 cm große Leinwand auftrug, das komprimierte Miniaturmaler in Email auf wenigen Quadratzentimetern: Eine junge Frau, umgeben von musizierenden Engeln. Dafür wurde das Motiv zunächst in 19 Basisfarben kopiert und im Anschluss mit mehreren Schichten transparenten Emails intensiviert und geschützt. Das Motiv passt perfekt zur Komplikation der Minutenrepetition, deren Kaliber R 27 mit einem Kathedral-Gong ausgestattet ist.
Vom 18. Jahrhundert zurück ins Hier und Jetzt. Die Gestaltung der diesjährigen Armbanduhren zeigt sich gewohnt vielfältig. Sie zeigen unter anderem schottische Schlösser und Karomuster, sie sind verziert mit Pfauen, Aras,Eulen und chinesische Landschaften. Doch im Jahr 2026 sollen an dieser Stelle zwei Calatrava-Modelle besonders herausgestellt werden: Die Referenzen 5077/356R-001 und 5077/357G-001 sind mit Email-Blüten- und Schmetterlingsmotiven dekoriert. Vor allem aber zeigen sie die Expertise der Manufaktur im Bereich des Steinbesatzes. Nicht nur Freunde des „Rainbow“-Trends müssen verzückt sein: Der Farbverlauf der 36 von Pink bis Violett changierenden Saphieren in Kombination mit 29 Spessartiten bei der roségoldenen Variante ist makellos, und die Blautöne der 64 Saphire bei der weißgoldenen Version überzeugen ebenso. Kein Wunder, dass auch anspruchsvolle Juweliere die Steinarbeiten bei Patek Philippe als Maßstab der Branche betrachten.
Was bleibt, ist die Erinnerung an eine wohlkomponierte Kollektion handwerklicher Meisterwerke. Der Whisky-Freund mag einwenden, dass in einen guten Scotch kein Eiswürfel gehört (Ref. 5738/50J-012). Am Nordpol wiederum sind zwar Eisbären Zuhause, allerdings keine Pinguine (Ref. 20212M-001). Doch das sind Petitessen, die am Gesamtkunstwerk der Rare Handcrafts nichts ändern. Diese Uhren wollen verzücken, nicht belehren.
Die Ästhetik der Patek Philippe Rare Handcrafts 2026 Kollektion macht sie zum Gesamtkunstwerk. Sie macht neugierig auf die Welt, und anders als die eingangs erwähnten „Bucket List“-Abfragen in den sozialen Medien geht es bei ihnen nicht um das wahllose Abhaken unterschiedlicher Orte und Erlebnisse. Jeder dieser Zeitmesser steht für sich, sie machen neugierig, und gerade in der Vielfalt der Motive liegt ihr besonderer Charme: Diese Uhren wollen gar nicht zu jedem Uhren-Enthusiasten sprechen, aber jede von ihnen spricht eine besondere Gruppe Sammler an, und sie alle gemeinsam feiern das Handwerk der Uhrmacherei.