„Wir sprechen lieber von diskretem Luxus, denn diskreten Luxus gab es schon immer und wird es immer geben. Und er richtet sich an jene Menschen, die in ihrem Leben einen Wendepunkt überschritten haben, an dem sie nicht mehr kaufen, um von anderen Anerkennung zu erlangen.“

Irgendwann während des langen Gesprächs, das ich im Frühjahr 2026 mit Guido Terreni, CEO von Parmigiani Fleurier, führte, äußerte er diesen wichtigen Satz. Der Satz hilft uns zu verstehen, wer Uhren von dieser in der breiteren Masse weniger bekannten Marke kauft – eine Marke, die 2026 bereits ihr 30-jähriges Jubiläum feiert. 

Terreni kam erst vor fünf Jahren zu der in Fleurier ansässigen Marke, als das Unternehmen ein Vierteljahrhundert alt wurde. Er scheint, was das Verständnis des Firmengründers Michel Parmigiani, der Unternehmenskultur und der Menschen betrifft, die ihre exquisiten Produkte kaufen, eine Weisheit an den Tag zu legen, die weit über die kurze Zeit hinausgeht, die er bislang in dieser Manufaktur verbracht hat.

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Er erklärte, dass er viel Zeit damit verbracht habe, sich bewusst mit diesen Aspekten auseinanderzusetzen, sodass er das Unternehmen respektvoll in eine Zukunft führen kann, die ebenso sehr auf die Vergangenheit zurückblickt wie sie in die Zukunft blickt. Ganz so, wie Michel Parmigiani im Laufe seiner gesamten Karriere über die Uhrmacherkunst und seinen Platz darin nachgedacht hat.

Die frühen Tage von Parmigiani Fleurier

Michel Parmigiani, der 2026 seinen 75. Geburtstag feiert, ist seit 1975 in der Uhrenbranche tätig. 1976 gründete er sein Unternehmen für Restauration „Parmigiani Mesure et Art du Temps“ und arbeitete unter anderem für die bedeutendsten Schweizer Museen. Um eine Geschichte kurz zusammenzufassen, die bereits ein legendärer Teil der Uhrengeschichte ist: Michel Parmigiani begann seine Karriere mit der Restaurierung von Vintage-Uhren, und der Legende nach nahm er sich gerade jene historischen Stücke vor, an die sich sonst niemand heranwagen wollte. Als außergewöhnliches Talent erregte er bald die Aufmerksamkeit der Sandoz Family Foundation, einer Organisation, die 1964 von einem Mitglied einer der berühmtesten Familien der Schweiz gegründet wurde. Neben kommerziellen und industriellen Aktivitäten trägt diese Stiftung zur Erhaltung der helvetischen Künste bei, weshalb ihr Interesse an Michel Parmigiani naheliegend ist. 

Die Stiftung erwarb 1996 einen Anteil von 51 Prozent an der Parmigiani Mesure et Art du Temps SA und trug damit dazu bei, aus einem praktisch als Ein-Mann-Betrieb geführten Unternehmen eine vollwertige und finanziell solide Uhrenmanufaktur zu machen. Heute firmiert das Unternehmen einfach unter dem Namen Parmigiani Fleurier, und es ist inzwischen auch nicht mehr der einzige Uhrenhersteller im malerischen Fleurier im schweizerischen Val-de-Travers.

Von Anfang an unterteilte Michel Parmigiani sein Unternehmen in drei Bereiche – ein Konzept, an dem er über die Jahre hinweg konsequent festhielt. Der Bereich Restaurierung ist natürlich einer davon; ein Beweis für die Qualität dieser Abteilung ist die Tatsache, dass in Parmigianis Restaurierungswerkstatt zu verschiedenen Zeiten viele heutige Größen der unabhängigen Uhrmacherei wie Kari Voutilainen, Raul Pagès und Stepan Sarpaneva beschäftigt waren. Die Entwicklung und Herstellung von eigenen Uhren ist ein weiterer Bereich. Der dritte Bereich ist jedoch vielen nicht bewusst: Michel Parmigiani war schon immer daran interessiert, neue Uhrwerke sowohl für den eigenen Gebrauch als auch für andere zu entwickeln. Im Jahr 2003 wurde dieser Geschäftsbereich offiziell von den übrigen Bereichen getrennt und in die Vaucher Manufacture umgewandelt, eine mittlerweile eigenständige Einheit. 

Bereits nach acht Jahren, im Jahr 2004, beschäftigten Parmigiani Fleurier und Vaucher gemeinsam 230 qualifizierte Handwerker, und Parmigiani produzierte fast 2.000 Uhren pro Jahr. Heute sind diese Zahlen natürlich höher: Derzeit arbeiten 80 Mitarbeiter im Werk von Parmigiani, während weitere 450 bei den zur Parmigiani-Gruppe gehörenden Zulieferern beschäftigt sind. Die Anzahl der Uhren, die Parmigiani Fleurier heute herstellt, wird nicht kommuniziert, doch es liegt nahe, dass sie mittlerweile 2.000 übersteigt.

Im Jahr 2006 erwarb Hermès 25 % an Vaucher, um sich hochwertige Uhrwerke für seine eigenen Luxusuhren zu sichern (Anfang 2026 wurde dieser Anteil auf 40 % erhöht). Die freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Parmigiani Fleurier und Hermès hat zudem dazu geführt, dass Parmigiani Fleurier als einzige weitere Uhrenmarke Zugang zu den äußerst hochwertigen Uhrenarmbändern des Lederspezialisten hat.

Die Uhrwerke, die Vaucher für seine zahlreichen Kunden herstellt, unterscheiden sich stets grundlegend von denen, die für die Eigentümer des Unternehmens gefertigt werden. Sie sind ausschließlich auf die vom jeweiligen Kunden vorgegebenen Anforderungen zugeschnitten.

Die „Zulieferer“ von Parmigiani Fleurier 

Ein Besuch in Fleurier steht natürlich ganz im Zeichen von Parmigiani Fleurier. Die im Val-de-Travers gelegene Stadt ist von den malerischen Bergen des Jura umgeben, die die Sonne nur spärlich bis in den Talboden vordringen lassen. Der Hauptsitz von Parmigiani befindet sich in einem historischen Gebäude in der Rue du Temple 11, einem stattlichen Haus, das einst der Familie Vaucher gehörte und von ihr bewohnt wurde. Heute sind hier die Geschäftsleitung und die Designabteilung von Parmigiani Fleurier beheimatet. 

Tatsächlich war es ein Mitglied der berühmten Schweizer Uhrmacherfamilie Vaucher, das diese Kunstform im Jahr 1735 erstmals nach Fleurier brachte, und seitdem ist der Name untrennbar mit diesem Ort verbunden. Parmigiani Fleurier besitzt neben dem Gebäude auch die Rechte an diesem legendären Namen und würdigt ihn, indem es die Uhrwerkmanufaktur „Vaucher“ nennt.

Im Jahr 1999 erwarb die Sandoz Family Foundation die Bruno Affolter SA, die später in Les Artisans Boîtiers umbenannt wurde, einen Hersteller von Gehäusen der Spitzenklasse; im Jahr 2001 wurden zwei weitere Schweizer Zulieferer von den Partnern übernommen, was Parmigiani Fleurier auf seinem Weg zur Eigenständigkeit unterstützte. Atokalpa SA in Alle fertigt Teile wie Triebe, Räder und Mikrokomponenten, während Elwin SA mit Sitz in Moutier auf Drehteile wie Schrauben spezialisiert ist. Darüber hinaus entwickelt und baut dieses Unternehmen eigene Drehautomaten, um sicherzustellen, dass Parmigiani und Vaucher bei Bedarf mit Spezialwerkzeugen und -instrumenten versorgt werden können. Im Jahr 2005 schuf Parmigiani Fleurier mit Quadrance et Habillage, einem Spezialisten für Zifferblätter, einen weiteren neuen Zulieferer für sich.

Credit © Vernier

„Es reicht nicht aus, Emotionen zu wecken; der Kunde erwartet eine perfekte Ausführung“, antwortete Terreni auf die Frage, warum es notwendig ist, so viel von dem Uhrwerk und der Uhr selbst zu machen (gerade wenn das in der Schweizer Uhrenindustrie nicht unbedingt üblich ist). „Man kann sich nicht jede Phase des Baus eines Uhrwerks oder eines Zifferblatts zu eigen machen. Also baut man auf bestimmten Dingen auf, die man intern umsetzen kann, wie zum Beispiel das ‚Grain d’orge‘ (Gerstenkornmuster) des Toric-Zifferblatts – ein goldenes Zifferblatt, das mit einer äußerst schwierigen Technik, die aus der Restaurierung stammt, von Hand gebürstet wurde und die Michel dem Zifferblattmacher wieder beigebracht hat.“

Diese Antwort greift eine Frage auf, die ich Michel Parmigiani selbst vor etwa fünf Jahren gestellt hatte: Was hat der Verbraucher von einem „Manufaktur“-Uhrwerk? Zunächst erklärte er mir damals, dass der Begriff „Manufaktur“ durch übermäßigen Gebrauch seine Bedeutung verloren habe (eine Meinung, die ich übrigens voll und ganz teile), dass aber die Fähigkeit, eigene Uhrwerke herzustellen, es „einfacher macht, Sonderwünsche zu erfüllen und maßgeschneiderte Lösungen nach unseren Qualitäts- und Designkriterien für das Uhrwerk zu entwickeln. Die ‚Manufaktur‘ ist wie ein Diamant, bei dem wir alle Facetten der Qualität so schleifen können, dass sie unseren Anforderungen entsprechen.“

Uhren von Parmigiani Fleurier 

Parmigiani Fleurier ist ein unabhängiges Unternehmen – wenn auch mit Rückhalt durch einen Konzern –, und die Zeitmesser spiegeln seine eigenständige Denkweise wider. Doch seine äußerst professionelle, praktisch groß angelegte Produktion lässt das Unternehmen größer erscheinen, als es ist, und dies ist vielleicht ein Grund, warum es schwerfällt, Parmigiani „einzuordnen“. Terreni selbst lehnt es ab, eine Einordnung des Unternehmens zu machen. „Dieser Begriff ‚unabhängig‘ – als Nische und als Marke, die stärker mit ihrem Gründer verbunden ist und deren (Gründungs-)Uhrmacher noch immer am Werk ist … wir sind nicht diese Art von Unternehmen. Nein, wir befinden uns meiner Meinung nach ein wenig dazwischen.“

Die frühen Zeitmesser von Parmigiani Fleurier sind unglaublich elegant und spiegeln die Zeit wider, in der sie entstanden sind, auch wenn es sich oft um extrem limitierte Auflagen oder sogar Einzelstücke handelte. Michel Parmigiani ließ sich von klassischer Architektur, griechischen Säulen und dem Goldenen Schnitt inspirieren, was sich in den frühen Zeitmessern deutlich zeigte, insbesondere bei denen mit abgestuften Lünetten. Die Ästhetik war stimmig, die Mechanik kühn und kompliziert. In den ersten Jahren standen Tischuhren und Taschenuhren im Vordergrund.

Die „Toric“ war die erste Uhrenkollektion der Marke. Sie war ganz und gar von der klassischen Architektur und – ich wage sogar zu sagen – von Abraham-Louis Breguet inspiriert. Die frühen Modelle wurden von Lémania-Basiswerken angetrieben und zeichneten sich ästhetisch durch guillochierte Zifferblätter und abgestufte, gerändelte Lünetten aus. Jede Uhr war ein kleines Kunstwerk und als Sammlerstück gedacht; Marktforschung und Trends spielten für Parmigiani keine Rolle.

Es folgte die kurzlebige, tonneauförmige Ionica, die jedoch wichtig war als Vorläuferin der Kalpa, die im Jahr 2001 erschienen ist. Sie war auch die erste Uhr, die von Parmigianis erstklassigem hauseigenem Kaliber PF110 angetrieben wurde. Allein dies machte diese Uhr bemerkenswert, da nur sehr wenige Unternehmen den Aufwand auf sich nehmen konnten oder wollten, echte hauseigene Uhrwerke herzustellen. Tatsächlich konnte man in den 1990er Jahren die Anzahl dieser Unternehmen an zwei Händen abzählen. Dieses Uhrwerk existiert noch immer und wird heute in vielen Varianten und mit zahlreichen zusätzlichen Komplikationen hergestellt, unter anderem als Basis für das Tourbillon-Kaliber PF500. 

Vor dem Jahr 2000 stellte Parmigiani nur 800 bis 900 Uhren pro Jahr her. Anfang der 2000er Jahre verlagerte die Marke ihren Fokus auf kompliziertere Modelle und eine weniger klassische Ästhetik. Dabei wurden manchmal Basiswerke anderer Manufakturen wie Girard-Perregaux und Zenith verwendet, manchmal aber auch Vintage-Werke wie das Venus 179 im Toric Rattrapante Chronographen von 1999/2000. Diese Uhrwerke wurden natürlich stark modifiziert. Anfang der 2000er Jahre erschien zudem die Basica-Linie mit ihrer sehr reduzierten Optik.

Und natürlich gab es zwischen 2003 und 2016 die bombastische Bugatti-Uhr in ihren vielen Varianten – eine gewaltige und äußerst interessante Abkehr vom Gewohnten für diese klassisch ausgerichtete Marke – sowie das Senfine-Hemmungskonzept aus dem Jahr 2016, das jedoch nie in die Serienproduktion ging. Diese Beispiele zeugen vom Abenteuergeist und der Experimentierfreudigkeit von Parmigiani Fleurier. 

Und natürlich gab es durchweg immer wieder spannende Einzelstücke wie die herausragenden Automaten „Hippologia“ und „Der Drache und Die Perle der Weisheit“, die Taschenuhren „Fibonacci“, „La Rose Carrée“ und „Les Rose Carrées Grand Feu“ sowie die „Gaia Sun Clock“.

Von den Anfängen bis heute sind Handveredelung, Handgravur und hochwertige handwerkliche Verzierungen weiterhin Teil der besonderen Behandlung, die Parmigiani all seinen Uhrwerken zuteilwerden lässt. Die besonderen, hochkomplizierten und einzigartigen Zeitmesser der Marke zeichnen sich zudem teilweise durch Platinen und Brücken aus 18-Karat-Gold aus, was relativ exotisch ist, während die Rotoren der Automatikwerke von Parmigiani Fleurier fast immer aus 22-Karat-Gold gefertigt sind.


Parmigiani-Fleurier-Headquarters-Visit-2022

Wie es innerhalb der Parmigiani Fleurier Manufaktur hergeht, erfahren Sie hier in unserem Artikel


Guido Terreni, der Mentor der Moderne

Das Jahr 2021 – das 25-jährige Jubiläum von Parmigiani Fleurier – war der Zeitpunkt, an dem sich der Stil der Marke endgültig wandelte. Und zwar nicht zum Schlechten – ganz im Gegenteil – hin zu mehr Modernität. Guido Terreni beendete seine zwei Jahrzehnte währende Karriere bei Bulgari, um 2021 neuer CEO von Parmigiani Fleurier zu werden. Er wurde speziell für eine langfristige strategische Neuausrichtung der Marke engagiert, und für die Autorin dieses Artikels besteht kein Zweifel daran, dass er genau das bereits erreicht hat – dank seines wunderbaren Gespürs für zeitgenössischen Luxus und seines sicheren Fingerspitzengefühls für die Entwicklungen auf dem Luxusmarkt.

Terreni hatte in gewisser Weise Glück, dass er gerade zu dem Zeitpunkt einstieg, als die COVID-Pandemie die Welt in eine gewisse Stille zwang. „Dieser Moment (der Stille) ermöglichte es uns, ja, er zwang uns sogar dazu. Denn als ich anfing, erkannte ich die Dringlichkeit: Es mangelte an Einheitlichkeit im Stil und es fehlte ein Vorzeigeprodukt, eine wiedererkennbare Ikone im Unternehmen. Und so bestand die Dringlichkeit darin, schnell etwas zu unternehmen.“

Terreni brachte schließlich während der Geneva Watch Days im Spätsommer 2021 – nur wenige Monate nach seinem Eintritt – die äußerst originelle Tonda PF auf den Markt, eine moderne Interpretation des klassischen Tonda-Modells. Er konnte so rasch agieren, da die Uhrwerke bereits verfügbar waren. Terreni erläuterte seine Ideen immer wieder geduldig den neugierigen Journalisten und Sammlern, die sich sofort von dem Konzept und dem Stil dieser zurückhaltenden luxuriösen Alltagsuhr mit einer Vielzahl an Details und Feinheiten begeistern ließen. Diese Uhrenlinie hat eindeutig neues Interesse an dem Uhrenhersteller geweckt. 

„Was ich gerade tue, ist für die eigentliche Kollektion von großer Bedeutung, denn genau das wird in Zukunft in Erinnerung bleiben“, sagt Terreni. „Seit ich hier bin, lebe ich Michels Werte – ich und das Team unter meiner Leitung müssen den Markennamen Michel Parmigiani Fleurier respektieren und versuchen, ihn in der heutigen Welt zu interpretieren. Und genau darum geht es bei diesem Relaunch.“ 

Terreni hat die Kollektionen auf nur vier reduziert: Tonda PF, Tonda PF Sport, Toric und die Sonderedition-Sparte „Objets d’Art“, mit der jedes Jahr am 2. Dezember der Geburtstag von Michel Parmigiani gefeiert wird. 

„Das eine ist die vielseitige, elegante Alltagsuhr, die wir mit der Tonda PF entworfen haben, und das andere (Toric) ist unsere Interpretation einer eleganten Uhr für die heutige Welt“, erklärte Terreni.

Unsichtbare Komplikationen verstehen: die Parmigiani Fleurier Tonda PF-Trilogie

„Ein Design zu finden, das zeitlos wird, ist der Traum jeder Marke“, verriet Terreni. „Allerdings war jedes zeitlose Design zu einem bestimmten Zeitpunkt seiner Entstehung einmal eine Neuheit.“ 

Zurückhaltend, zeitgemäß und dennoch nicht langweilig – die Tonda PF hat in den folgenden Jahren die Messlatte höher gelegt, was zu einer Trilogie von Sondermodellen führte: Schon sehr bald im Jahr 2022 folgte die Tonda PF Rattrapante, ein neuartiges Modell mit zweiter Zeitzone und verstecktem GMT-Zeiger. Dann kam 2023 die Tonda PF Minute Rattrapante mit einem versteckten zusätzlichen Minutenzeiger für den Einsatz als Minutenchronograph. Und im Jahr 2026 kam die Tonda PF Chronographe Mystérieux mit einem versteckten Monopusher-Chronographen auf den Markt. 

Anlässlich des Abschlusses der Trilogie im Jahr des 30-jährigen Jubiläums hat Parmigiani ein Trilogie-Set in „Weltpremiere“ herausgebracht, das aus jeweils 30 Exemplaren aus Platin besteht.

30 Jahre Parmigiani Fleurier

„30 Jahre sind für eine Marke in der Uhrenbranche noch sehr jung, aber wir sind eine junge Marke, die dank ihres Gründers auf sehr fundiertem Wissen basiert“, sagte Terreni zu Recht.

Auf der Watches & Wonders 2026 stellte Parmigiani Fleurier zudem eine neue „Toric“-Trilogie vor, um die erste Uhr der Marke ebenfalls zu feiern. Die drei Varianten dieser eleganten Uhr, die jeweils auf nur 30 Exemplare limitiert sind, zeichnen sich durch ein spektakuläres, handgehämmertes Zifferblatt aus 18-Karat-Gold aus, dessen Fertigung mehr als 60 verschiedene Arbeitsschritte erfordert. Da sie handgefertigt sind, unterscheidet sich jedes Zifferblatt geringfügig vom nächsten.

Zu dieser Uhrentrilogie gehört ein exquisiter „Toric Chronographe Rattrapante“ aus Platin mit blauem Zifferblatt, der von dem Handaufzugskaliber PF361 mit 5 Hz angetrieben wird. Der „Toric Quantième Perpétuel“ aus 18-Karat-Roségold ist ein atemberaubender ewiger Kalender mit eher minimalistischem Erscheinungsbild, der lediglich zwei Hilfszifferblätter aufweist, auf denen alle Kalenderangaben zu finden sind. Diese Uhr wird vom Handaufzugskaliber PF733 angetrieben, das reich mit Clous-de-Paris-Guilloché und handgeschliffenen Kantenbrüchen verziert ist. Und trotz der Fülle an Informationen bleibt sie unglaublich gut ablesbar. Schließlich bietet diese feierliche Trilogie auch eine Toric Petite Seconde (kleine Sekunde) aus Platin mit einem umwerfenden „Morning Blue“-Zifferblatt, die vom Handaufzugskaliber PF780 mit zwei Federhäusern angetrieben wird.

„Diese drei limitierten Jubiläumseditionen verdeutlichen meiner Meinung nach sehr gut, wie sich die Marke weiterentwickelt hat, ohne dabei ihre Seele aus den Augen zu verlieren“, sagte Terreni. 

Ein weiteres feierliches Modell ist eine ganz besondere Jubiläums-Repetieruhr, die gleichzeitig den 75. Geburtstag von Michel Parmigiani feiert. Sie wurde am 29. Mai 2026 vorgestellt – auf den Tag genau 30 Jahre nachdem Pierre Landolt von der Sandoz Family Foundation und Michel Parmigiani die damals neue Marke im Beau-Rivage Palace in Lausanne offiziell ins Leben gerufen hatten. Damals war die „Toric Memory Time“ Michel Parmigianis erste Uhr unter dem Dach von PF; das erste Exemplar davon ist noch heute hin und wieder am Handgelenk des Firmengründers zu sehen.

„La Ravenale erblickte am 29. Mai das Licht der Welt, denn an jenem Samstag im Jahr 1996 im Beau-Rivage in Lausanne stellten Herr Landolt von der Stiftung und Michel die Marke der Weltöffentlichkeit vor. Und genau an diesem Tag, 30 Jahre später, haben wir diese wunderschöne Schlaguhr mit vier Hämmern vorgestellt – eine gelungene Umsetzung einer Entwicklung, die Michel vor zehn Jahren begonnen hatte. Als ich sie zum ersten Mal in einer Schublade sah, sagte ich: ‚Lasst uns das Projekt zu Ende bringen, denn sie ist so wunderschön‘, und wir haben die Entwicklung abgeschlossen. Nun werden von September bis Dezember fünf Exemplare gefertigt, und ich freue mich, sagen zu können, dass es mehr Interessenten gibt, als wir Exemplare zur Verfügung haben.“ 

La Ravenale ist eine Taschenuhr im Lépine-Stil, die von einem restaurierten Minutenrepetitionskaliber aus den 1920er Jahren angetrieben wird, das aus Michel Parmigianis eigenem Bestand an Vintage-Uhrwerken stammt; es wurde von der hauseigenen Restaurierungswerkstatt restauriert, die es zudem vollständig von Hand graviert hat. Das Gehäuse aus Weißgold ist mit einer Intarsienarbeit aus Opal und Jade verziert; dazu gehört eine vollständig handgefertigte Weißgoldkette von Laurent Jolliet, dem letzten noch tätigen Kettenhersteller der Schweiz. 

„Alles an dieser Uhr ist so typisch Michel – das Uhrwerk, die Veredelung, die wir gemeinsam mit ihm ausgewählt haben. Jedes Jahr im Dezember kreieren wir ein außergewöhnliches Modell, um seinen Geburtstag zu feiern, und diese Veredelung ist eine traditionelle Veredelung, die Michel für dieses Uhrwerk vorgeschlagen hat und die wir sehr schön fanden.“

Parmigiani Fleurier: 30 Jahre und es geht weiter

„Der Gründer ist wie ein Vater, die Kinder tragen die Prägung ihrer Eltern in sich und gehen dann ihren eigenen Weg, aber letztendlich lassen sich die Werte nicht ändern. Jetzt müssen sie einfach nur respektiert werden“, erklärte Terreni und zeigte damit zweifelsfrei, dass er die Seele dieser Marke wirklich versteht.

Michel Parmigiani begann seine lange Karriere zur Zeit der Quarzkrise. Er meisterte diese Situation auf vorbildliche Weise und bewies dabei das Engagement und die Weitsicht, einfach das weiterzuverfolgen, was er sich vorgenommen hatte. Mit Talent und Leidenschaft gelang es ihm, Erfolg zu erzielen – auf eine Weise, die er sich in seinen Anfängen wohl selbst nicht hätte vorstellen können. Das ist eine Möglichkeit, eine Krise zu meistern, indem man einfach nicht darauf achtet, dass es überhaupt eine Krise gibt.

Heute, mit knapp 75 Jahren, kommt Michel Parmigiani regelmäßig in der Firma vorbei, um wichtige Entscheidungen, die Ausrichtung des Unternehmens und einzelne Projekte zu besprechen. Er macht sich keine Sorgen um die Zukunft, die unter der Leitung von Terreni und Michels Tochter Anne-Laure Parmigiani gesichert ist. Sie ist Graveurin und Designerin und übernimmt die Rolle der Leiterin für Design und Produktmanagement in dem von ihrem Vater gegründeten Unternehmen. Das Vater-Tochter-Duo arbeitet häufig bei besonderen Projekten zusammen.

„Ich denke, Parmigiani ist eine Marke für Kenner – man muss sich also mit Uhrmacherkunst auskennen, um uns zu kennen, und in der Regel handelt es sich um Kunden, die sich damit auskennen“, bemerkte Terreni. „Parmigiani ist keine Uhr, die man als erste kauft.“

Michel Parmigiani brachte das Talent mit, und Sandoz sorgte für die finanzielle Stabilität. Es war von Anfang an die Absicht der Sandoz Family Foundation, Parmigiani Fleurier alle Mittel an die Hand zu geben, die das Unternehmen benötigte, um eigenständig und stark in die Zukunft zu gehen – unabhängig vom jeweiligen Umfeld. Und so wie es derzeit aussieht, könnte das Unternehmen auf unbestimmte Zeit weiter bestehen. Und sogar weiter florieren.


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