Wir haben mit dem Uhrensammler Xiaomo Xiong über seine außergewöhnliche Jaeger-LeCoultre-Reverso-Sammlung gesprochen.

Mit der Heritage Coin Kollektion widmet Corum jedem der 50 amerikanischen Bundesstaaten eine eigene Münzuhr und knüpft damit an eine Konstruktion an, deren Geschichte bis in das 19. Jahrhundert zurückreicht. Einen entscheidenden Entwicklungsschritt vollzog die Marke 1964, als sie die Münze erstmals nicht nur als Verkleidung, sondern zugleich als Zifferblatt und Gehäuseboden einer unmittelbar ablesbaren Armbanduhr nutzte. Anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Vereinigten Staaten führt Corum dieses Prinzip nun in 50 eigenständigen Kreationen fort. In diesem Artikel zeichnen wir die Entwicklung der Münzuhr nach und stellen die neue Heritage Coin Kollektion genauer vor.
In der Uhrenwelt gilt oft die Überzeugung, dass jene Konstruktionen an der Spitze stehen, die ihr Zifferblatt offen zur Schau stellen – doch was ist mit Uhren, die sich in Münzen, Medaillen oder sogar Goldbarren verbergen? Die als „Coin Watches“ (Münzuhren) bekannten Uhren, die sich der Kategorie der geheimen Zeitmesser zuordnen lassen – Zeitmesser, die ihre Zeitanzeige nur dann offenbaren, wenn man sie durch das Öffnen eines Scharniers oder das Verschieben eines Gehäuseteils freilegt –, gelten selbst unter dieser Art von Uhren als eine Besonderheit.
Historische Coin Watches verliehen dem Prinzip der verborgenen Uhr eine ebenso raffinierte wie uhrmacherisch anspruchsvolle Wendung. Für ihre Herstellung wurden mindestens zwei prägefrische Münzen benötigt: Die erste wurde ausgehöhlt, behielt jedoch ihre vollständige Höhe und bildete den unteren Teil des Gehäuses. Von der zweiten blieb nach dem Ausfräsen lediglich die Münzseite erhalten, die als Deckel diente.
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Der im Inneren geschaffene Hohlraum bot Platz für eine eigenständige Uhr mit separatem Innengehäuse, einem extrem flachen Uhrwerk sowie einem eigenen Zifferblatt samt Uhrglas. Anschließend wurden Gehäuse und Deckel über ein Scharnier miteinander verbunden. Die obere Münzseite fungierte fortan als federbelasteter Klappdeckel, der sich über einen unauffällig im gerändelten Münzrand verborgenen Drücker öffnen ließ und den Blick auf das Zifferblatt freigab.
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Die Besonderheit der Münzuhr liegt in ihrer Architektur: Die durch den geringen Durchmesser und die niedrige Höhe einer Münze auferlegten Limitationen ließen nahezu keinen konstruktiven Spielraum. Entsprechend kamen ausschließlich die flachsten Uhrwerke ihrer Zeit infrage, wodurch sich der Kreis geeigneter Hersteller auf die renommiertesten Schweizer Uhrenmanufakturen mit den erforderlichen technischen Möglichkeiten beschränkte.
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Das Ergebnis waren Uhren, die sich im geschlossenen Zustand als Münzen zu erkennen gaben und keinen Rückschluss auf die in ihnen verborgene Mechanik zuließen – darunter massive Dollar-, Peso- oder Pfundstücke aus Gelb- oder Weißgold sowie arabisch oder chinesisch inspirierte Prägungen.
Als historische Zentren der Münzuhr lassen sich insbesondere die Schweiz sowie – als Herkunftsländer prägender Münztypen – Großbritannien und die USA herauskristallisieren: Die Schweizer Uhrenmarken konstruierten die Gehäuse und fertigten die flachen Uhrwerke; Großbritannien und die USA lieferten die bekannten Münztypen wie die £5-Stücke beziehungsweise die U.S. $20 Double Eagle, auf denen die meisten historischen Beispiele basieren.
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Obwohl nicht eindeutig geklärt ist, woher die eigentliche Idee zur Konstruktion der Münzuhren ursprünglich stammt, gehörte laut dem Britischen Museum der Schweizer Philippe-Samuel Meylan zu den ersten Uhrmachern, die sie umsetzten. Eines der von F. A. Meylan gefertigten Exemplare, das sich heute im Musée d’Art et d’Histoire de Neuchâtel befindet, basiert auf einer 20-Franken-Goldmünze, die auf das Jahr 1826 zurückdatiert wird.
Entscheidend für die Konstruktion der Münzuhren war die Entwicklung besonders flacher Uhrwerke, die in der Schweiz bereits in den 1830er-Jahren ihren Anfang nahm. Als zwei wesentliche technische Meilensteine in der Entwicklung besonders flacher Uhrwerke galten einerseits die 1725 von George Graham eingeführte Zylinderhemmung, die eine flachere Bauweise als bei vergleichbaren Uhren mit Spindelhemmung ermöglichte.
Andererseits brachte erst das Lépine-Kaliber, durch das sich die Bauhöhe des Uhrwerks erheblich reduzieren ließ, einen entscheidenden Fortschritt. Ausschlaggebend waren insbesondere die veränderte Anordnung der Brücken zur Lagerung des Räderwerks, die Verwendung eines hängenden Federhauses sowie die teilweise Versenkung der Unruh in die Werkplatine.
Bei den Münzuhren wurde das Prinzip der besonders flachen Uhrwerke weitergeführt, indem das Kaliber in eine Goldmünze integriert wurde. Bei einem besonders frühen Beispiel aus dem Britischen Museum umschließen vermutlich zwei Fünf-Pfund-Goldmünzen aus dem Jahr 1911 ein Uhrwerk mit Schweizer Ankerhemmung: Die erste Münze wurde von innen ausgedreht, um den erforderlichen Hohlraum für das Uhrwerk zu schaffen, während die Außenseite der zweiten als aufklappbarer Deckel diente. Ein winziger, im gerändelten Münzrand verborgener Drücker öffnet den Deckel.
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Folgerichtig verbreitete sich das Konzept der Münzuhr als Geheimuhr auch im späten 19. und 20. Jahrhundert unter renommierten Uhrenmarken. Auch Patek Philippe, nicht nur für seine komplizierten Uhrwerke, sondern darüber hinaus ebenso für seltene und ungewöhnliche Zeitmesser bekannt, fertigte Münzuhren: Eines der frühesten auf dem Markt bekannten Exemplare, das sich der Referenz 802 zuordnen lässt, wurde im Jahr 1925 gefertigt, am 29. Juni 1928 an Henry Graves Jr. verkauft und blieb über Jahrzehnte in dessen Besitz. In den folgenden Jahrzehnten fertigte Patek Philippe laut dem Auktionshaus Sotheby’s rund 100 Münzuhren der Referenz 802.
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Erkennbar ist die Referenz 802 an der Verwendung einer amerikanischen 20-Dollar-Goldmünze mit Liberty-Head-Motiv, die auch als „Double Eagle Liberty Head“ bekannt ist und als die am häufigsten für Münzuhren verwendete Münze gilt. In das Metall der von 1850 bis 1907 geprägten Münze ist auf der Kopfseite die Freiheitsgöttin Liberty abgebildet; auf der Rückseite sind ein Adler und das amerikanische Wappen graviert, umgeben von einem Kranz aus 13 Sternen, die an die Gründungskolonien der Vereinigten Staaten erinnern, sowie dem Schriftzug „In God We Trust“.
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Der Name „Double Eagle“ bezieht sich nicht etwa auf die Anzahl der Adler auf der Prägung, sondern dient vielmehr der Unterscheidung von der 10-Dollar-Münze, die schlicht als „Eagle“ bekannt ist. Diese Münze eignete sich vor allem deshalb so gut für die Münzuhr, da sie sich mit ihrem Durchmesser von 34,5 mm grundsätzlich als Uhrengehäuse eignete.
Zwischen 1925 und den 1980er-Jahren produzierte Patek Philippe verschiedene Münzuhren unter den Referenznummern 800 bis 809, wobei sich der überwiegende Teil der Fertigung auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte. Dabei kamen laut dem Auktionshaus Christie’s unterschiedliche Münzen zum Einsatz: darunter eine 5-US-Dollar-Münze für die Referenz 800, eine 10-US-Dollar-Münze für die Referenz 801, 20-US-Dollar-Münzen für die Referenzen 802 und 803, eine 100-Schweizer-Franken-Münze für die Referenz 804 sowie eine mexikanische 50-Pesos-Münze für die Referenz 805. Ab den 1950er-Jahren gehörten Münzuhren dann zum regulären Angebot von Patek Philippe.
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Neben Patek Philippe fertigte auch Cartier Münzuhren. Ein besonderes Beispiel stammt aus dem Jahr 1927 und basiert auf einer Double-Eagle-Goldmünze aus dem Jahr 1898. Darüber hinaus ist die Uhr mit einem Uhrwerk der European Watch and Clock Co. ausgestattet. Das Gemeinschaftsunternehmen von Edmond Jaeger und Cartier sicherte Cartier über einen Zeitraum von 15 Jahren den exklusiven Zugang zu sämtlichen von Jaeger gefertigten Uhrwerken.
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Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreitete sich das Format der Münzuhr einmal mehr unter mehreren großen Schweizer Häusern wie Vacheron Constantin, Piaget, Rolex und Audemars Piguet. Technisch war diese Entwicklung vor allem deshalb möglich, weil ultraflache Werke verfügbar waren, die den Limitationen der Münzuhr gerecht wurden: Vacheron Constantin lancierte 1955 das nur 1,64 mm hohe Kaliber 1003, Piaget lancierte 1957 das 2,0 mm hohe Kaliber 9P, Rolex lancierte 1958 das 1,8 mm hohe Kaliber 650, und auch Audemars Piguet nutzte später ultraflache Handaufzugswerke für seine Münzuhren. Viele Münzuhren dieser Zeit zeichneten sich insbesondere dadurch aus, dass sie nunmehr wie eine Armbanduhr am Handgelenk getragen werden konnten.
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Unter der ohnehin bereits seltenen Gattung der Münzuhren gibt es weitere Exemplare, die durch ihre Exklusivität und außergewöhnliche Konstruktion herausstechen. Audemars Piguet übertrug die Kunst der Skelettierung – also das Entfernen von nicht benötigten Teilen der Werkplatinen und Brücken, um die Mechanik sichtbar zu machen – mit der Ref. 5677 auf eine Münzuhr. Die Uhr aus der Zeit um 1977 basiert auf einer „Double Eagle Liberty Head“-Münze und misst deshalb 35 mm im Durchmesser. Neben Audemars Piguet, fertigten auch Vacheron Constantin und Patek Philippe skelettierte Münzuhren.
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Bei der Twenty Dollar Coin Watch Referenz 900 verband Piaget gleich zwei amerikanische Goldmünzen zu einem ungewöhnlichen Ensemble. Die eigentliche Uhr ist in eine 20-Dollar-Münze aus dem Jahr 1900 integriert und wird vom ultraflachen Handaufzugskaliber 9P angetrieben. Sie sitzt in einem abnehmbaren äußeren Rahmen und hängt an einer Kette, in die zusätzlich eine amerikanische 10-Dollar-Goldmünze mit der Prägung von 1888 als Anhänger eingebunden ist.
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Zwar hat Rolex im Laufe seiner Geschichte mehrere Kleinserien gefertigt, doch diese auf wenige Exemplare limitierte Edition dürfte vielen Sammlern kaum bekannt sein: die Referenz 3612 von 1971, die in einer Serie von lediglich zehn Exemplaren entstand. Anlass waren zwei Jubiläen: das 50-jährige Bestehen der mexikanischen Centenario-Goldmünze, die auch als „Centenario de Oro“ bekannt ist, sowie der 150. Jahrestag des Vertrags von Córdoba, der nach dem mexikanischen Unabhängigkeitskrieg die Loslösung Mexikos von Spanien besiegelte. Das 39 Millimeter große Gehäuse ist deshalb aus einer mexikanischen 50-Peso-Goldmünze mit der Datierung „1821–1947“ gefertigt. Angetrieben wird die Uhr vom Rolex-Kaliber 651.
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Einen weiteren Entwicklungsschritt der Münzuhr vollzog Corum im Jahr 1964, als die Einführung des Saphirglases zu Beginn der 1960er-Jahre der Marke den entscheidenden Impuls gab. Dabei wurde eine Münze entlang ihres Randes in zwei Hälften geteilt und zu einer tragbaren und sofort ablesbaren Armbanduhr umgestaltet: Die eine Hälfte der Münze dient als Zifferblatt, über das die Zeiger ihre Kreise ziehen und das von einem Saphirglas geschützt wird, während die andere den Gehäuseboden bildet. Dazwischen findet ein extrem flaches Uhrwerk Platz. Als Gehäusemittelteil fungiert ein massiver Ring aus 18-karätigem Gold, auf dessen Rand die ursprüngliche Rändelung der Münze originalgetreu nachgebildet ist.
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Damit unterschied sich die Lösung von Corum grundlegend von allem, was bisher auf dem Markt bekannt war: Anstatt als vollkommen erhaltene äußere Hülle zu fungieren, wurde die Münze in zwei Hälften geteilt und diente als Zifferblatt und Gehäuseboden. Anders als bei der herkömmlichen Bauweise, bei der Münze und Uhr zwei separate Einheiten waren, vereinte Corum Münze und Uhr zu einem Objekt. Den Ausgangspunkt der Münzuhr von Corum bildete dabei vor allem die Zwanzig-Dollar-Münze „Double Eagle Liberty Head“.
Im Laufe der Jahrzehnte fand die Corum Coin Watch ihren Weg auch an die Spitze der amerikanischen Politik. Richard Nixon, der 37. Präsident der Vereinigten Staaten, erhielt eines dieser Modelle als Geschenk. 1981 war Ronald Reagan, der 40. US-Präsident, mit einer Coin Watch am Handgelenk auf dem Cover des „TIME Magazine“ zu sehen. Auch der frühere US-Außenminister Henry Kissinger zählte zu ihren prominentesten Trägern.
Am 2. Juli 1776 stimmte der Zweite Kontinentalkongress der USA – die Versammlung der Delegierten der 13 Kolonien Britisch-Nordamerikas, darunter George Washington, Thomas Jefferson und Benjamin Franklin – für die Unabhängigkeit von Großbritannien. Zwei Tage später, am 4. Juli, wurde die Unabhängigkeitserklärung in Philadelphia verabschiedet, und bis heute gehört dieser Tag zu den höchsten Feiertagen in den USA. Vor allem am 4. Juli dieses Jahres, an dem sich die Verabschiedung der Unabhängigkeitserklärung zum 250. Mal jährte, hatte der Tag für das politische Selbstverständnis des Landes große Bedeutung: als Manifestation der unveräußerlichen Rechte auf Freiheit, Gleichheit und Volkssouveränität.
Anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Vereinigten Staaten präsentiert Corum eine Kollektion von 50 eigenständigen Kreationen, von denen jede einem amerikanischen Bundesstaat gewidmet ist. Jede Uhr verfügt auf der Zifferblattseite über den amerikanischen Adler, ergänzt durch die Schriftzüge „250 Years of Independence“ und „1776–2026“. Auf dem Gehäuseboden erhält jede Ausführung eine andere Prägung: Je nach Bundesstaat zeigt sie eine charakteristische Landschaft, ein regionales Wahrzeichen oder einen prägenden historischen Moment, ergänzt um den Namen des Bundesstaates und das Datum, an dem der jeweilige Staat den Vereinigten Staaten beigetreten ist. Pro Ausführung entstehen lediglich fünf individuell nummerierte Exemplare.
Jede Uhr präsentiert dabei ein 39 mm großes und 7,60 mm hohes Gelbgoldgehäuse und beherbergt das automatische Corum-Kaliber CO 082 mit einer Gangreserve von 42 Stunden sowie einer Frequenz von 4 Hz (28.800 Halbschwingungen pro Stunde). Das Zifferblatt mit seiner Adlerprägung kann als Anlehnung an die US Mint verstanden werden und zeigt zwei Stabzeiger, die Stunden und Minuten anzeigen. Geliefert werden die Uhren an einem vulkanisierten Kautschukband mit strukturierter Lederoptik. Der Preis je Uhr beläuft sich auf 46.000 Schweizer Franken beziehungsweise 58.000 US-Dollar und ist ausschließlich online erhältlich.