Blancpain bringt die Bathyscaphe von 1968 zurück: 37,4 mm, 100 Stunden Gangreserve, 300 m Wasserdichtigkeit und auf 300 Exemplare limitiert.

Ein Gehäusedurchmesser von 38 Millimetern ist für die Omega Speedmaster 38 keine Premiere. Neu ist allerdings, wie konsequent Omega die kompakte Automatiklinie nun mit den Designmerkmalen der Moonwatch verbindet – und damit beweist, dass die Wirkung eines Chronographen weit über seinen bloßen Durchmesser hinausreicht.
Bei einer Uhr entscheiden wenige Millimeter darüber, wie sie wirkt, wem sie passt und wofür sie steht. Bei einem mechanischen Chronographen gilt das besonders: Werk, Drücker und mehrere Anzeigen benötigen Raum, während ein kompaktes Gehäuse sehr schnell zu hoch oder gedrungen wirken kann. 38 Millimeter sind deshalb weder schlicht „klein“ noch automatisch flach und elegant. Entscheidend sind ebenso Höhe, Lug-to-Lug, Gehäuseform und der Übergang des Gehäuses ins Armband. Mit sieben neuen Modellen schärft Omega deshalb vor allem das Profil der Speedmaster 38. Ihr Durchmesser bleibt unverändert; gestalterisch rückt sie jedoch näher an die Moonwatch und gewinnt dabei an Aufgeräumtheit und sportlicher Präsenz.
Die erste Speedmaster, Referenz CK2915 von 1957, maß rund 39 Millimeter und trug ihre Tachymeterskala erstmals gut ablesbar auf der Lünette. Erst mit der Referenz 105.012, die Krone und Drücker besser schützte, wuchs die Speedmaster Professional auf 42 Millimeter und erhielt jene Silhouette, die später untrennbar mit der Moonwatch verbunden wurde. In den folgenden Jahrzehnten wurde aus dieser Größe ein visueller Standard, nicht jedoch die einzige legitime Form der Speedmaster.
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Die 1988 eingeführte, etwa 39 Millimeter große Speedmaster Automatik – meist „Speedmaster Reduced“ genannt – bot bereits Automatikaufzug und Moonwatch-Charakter für schmalere Handgelenke. 2017 folgte dann die eigenständige Lancierung der Speedmaster-38-Kollektion: Ihre ovalen Hilfszifferblätter, farbigen Varianten und Schmuckausführungen stellten sie bewusst zwischen sportlichen Chronograph und eleganter Lifestyle-Uhr. Omegas heutige Größenvielfalt reicht daneben von der 39,7 Millimeter großen „First Omega in Space“ über die 40,85-Millimeter-Pilot bis zur 42-Millimeter-Moonwatch und 44,25 Millimeter großen Keramikmodellen.
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Die 38-Millimeter-Version erscheint damit weniger als verkleinerte Speedmaster denn als Rückkehr zu den Proportionen, mit denen die Geschichte des Modells einst begann.

Alle Details zu den neusten Varianten der Moonwatch in 42 mm finden Sie hier in unserem Artikel.
Der wichtigste Eingriff findet auf dem Zifferblatt der Speedmaster 38 statt: Die bisher oval ins Zifferblatt eingelassenen Totalisatoren sind jetzt rund gestaltet und Omega reduziert zugleich die Beschriftung. Das klingt nach Kosmetik, verändert aber die gesamte Wahrnehmung der Uhr: Runde Zähler wirken auf dem Zifferblatt wesentlich homogener und passender zur Form des Zifferblatts, das ruhigere Schriftbild und der gewonnene Raum oberhalb der Zeigerwelle schaffen zusätzlich Luft, und die breitere Lünette lässt die Uhr hochwertiger wirken.
Dort erscheint nun auch der „Dot over Ninety“: Der kleine Markierungspunkt sitzt über der 90 der Tachymeterskala, wie bei frühen Speedmaster-Lünetten, statt neben der Zahl, wie bei späteren Ausführungen. Unter Sammlern dient seine Position deshalb ursprünglich als Erkennungsmerkmal historischer Referenzen. Omega übernimmt das Detail bei der Speedmaster 38 als sichtbaren Verweis auf die frühen Moonwatch-Modelle; eine zusätzliche Funktion besitzt es nicht.
Das neue fünfgliedrige Metallarmband der Omega Speedmaster 38 greift mit seinen je nach Referenz polierten oder gebürsteten Mittelgliedern ebenfalls die Designsprache der aktuellen Moonwatch auf. Gerade diese Verbindung aus runden Totalisatoren, kräftigerer Lünette und besser integrierter visueller Masse lässt die Speedmaster 38 reifer und weniger dekorativ erscheinen.
Den Kern der Neuausrichtung bildet das schwarze Stahlmodell: Mit seinem lackierten schwarzen Zifferblatt, der passenden Aluminiumlünette, weißer Super-LumiNova und dem bewusst datumsfreien Aufbau nähert es sich dem Erscheinungsbild der klassischen Moonwatch stärker als jede Speedmaster 38 zuvor. Zur verkleinerten Kopie der großen Speedmaster wird sie dennoch nicht, weil das 38 Millimeter große Gehäuse, die abweichenden Proportionen (mit 14.75mm recht hoch gebaut, dafür aber mit erfreulich schmalen 44.96mm lug-to-lug Abmessungen) und das Automatikkaliber ihr einen eigenständigen Charakter verleihen. Entsprechend kombiniert Omega hier das Co-Axial-Kaliber 3332, das innerhalb der sieben Neuheiten allein dieser datumslosen Ausführung vorbehalten ist.
Die beiden anderen Stahlmodelle setzen sich vor allem durch ihr farbliches Konzept ab. Die weiß lackierte Ausführung kombiniert blau beschichtete Zeiger und Indizes mit einer blauen Keramiklünette, deren Tachymeterskala aus weißem Emaille besteht. Bei der silberfarbenen Version trifft ein opalisierendes, PVD-beschichtetes Zifferblatt auf eine Aluminiumlünette in warmem Grau. Zeiger und Indizes sind im Farbton von Omegas eigens patentiertem Roségold „Sedna-Gold“ gehalten, während die Zeiger der Hilfszifferblätter teils braun, teils ebenfalls Sedna-goldfarben ausgeführt sind.
Bei den vier übrigen Ausführungen der Omega Speedmaster 38 tritt die instrumentelle Seite zugunsten stärkerer Material- und Farbkontraste zurück. Die erste Bicolor-Version kombiniert Moonshine-Gold mit einem grünen Aluminiumring, während die neue „Cappuccino“-Variante Sedna-Gold, Elfenbein und Braun zusammenführt. Hinzu kommen zwei Modelle mit diamantbesetzter Lünette: Eines mit eisblau PVD-beschichtetem Zifferblatt, das andere mit weißem Perlmutt. Jede Lünette ist mit 52 Diamanten besetzt (insgesamt 1,53 Karat). Damit reicht die Kollektion vom nüchternen schwarzen Chronographen bis zu deutlich dekorativeren Ausführungen.
Die Modellvielfalt vergrößert die Auswahl, allerdings liegen die verschiedenen Modelle gestalterisch teils sehr weit auseinander. Das schwarze Modell verkörpert damit am stärksten den neu hergestellten Bezug zur Moonwatch.
In sechs Uhren arbeitet das bekannte Co-Axial-Kaliber 3330 mit Fensterdatum auf der Sechs-Uhr-Position. Die Speedmaster 38 läuft mit 4 Hertz, bietet 52 Stunden Gangreserve und schaltet die Stoppfunktion des Chronographen über ein Säulenrad. Mit freischwingender Unruh, Si14-Siliziumspirale, Co-Axial-Hemmung und COSC-Zertifizierung setzt Omega auf ein etabliertes Technikpaket. Das 2012 eingeführte Kaliber 3330 ist als Chronometer nach COSC zertifiziert, erfüllt jedoch nicht den später eingeführten Master-Chronometer-Standard von Omega und METAS.
Anders als die sechs Omega-Speedmaster-38-Modelle mit Datumsanzeige erhält die schwarze Ausführung das datumsfreie Co-Axial-Kaliber 3332. Ob es sich dabei lediglich um eine datumsbefreite Variante des 3330 oder um eine weitergehende Überarbeitung handelt, lässt Omega bislang offen. Eine Master-Chronometer-Zertifizierung fehlt dem 3332 ebenso wie dem 3330; beide Kaliber verbleiben bei der COSC-Zertifizierung.
Im kleinen Feld der kompakten Luxus-Chronographen trifft Omegas Speedmaster 38 auf zwei nicht ganz unbekannte Alternativen. Die Zenith Chronomaster Original bleibt mit 38 Millimetern eng an der A386 von 1969. Die Bauhöhe beträgt 12.6 mm. Ihr automatisches El Primero 3600 arbeitet mit 5 Hertz und Säulenrad, zeigt die Zehntelsekunde an und bietet 60 Stunden Gangreserve; wasserdicht ist sie bis 50 Meter und die Version am Lederband kostet 10.800 Euro. Technisch wirkt Zenith progressiver und historisch ebenso schlüssig, im Alltag bietet Omega mit der bislang für die Speedmaster 38 typischen Wasserdichtigkeit von 100 Metern und dem Metallarmband jedoch das sportlichere Gesamtbild.
Die TAG Heuer Carrera Chronograph Glassbox misst 39 Millimeter und 13,9 Millimeter in der Höhe, hat eine Wasserdichtigkeit von 100 Metern und kostet am Lederband 7.200 Euro. Ihr automatisches Manufakturkaliber TH20-00 verbindet Säulenrad und vertikale Kupplung mit 80 Stunden Gangreserve, 4 Hertz und Datum. TAG Heuer bietet damit das modernere Datenblatt und den günstigeren offiziellen Einstieg, Omega dafür die stärkere Geschichte, mehr Material- und Farbvarianten und auf Wunsch die minimalistische Datumslosigkeit.
Preislich startet die neue Omega Speedmaster 38 mit dem schwarzen, datumslosen Stahlmodell bei 6.300 Euro. Die silberfarbene Ausführung mit warmgrauer Lünette kostet 6.500 Euro, die weiß-blaue Stahlversion 6.800 Euro. Für die beiden Bicolor-Modelle – die Variante mit Moonshine-Gold und grüner Lünette sowie die „Cappuccino“-Ausführung mit Sedna-Gold – verlangt Omega jeweils 11.300 Euro. Die Modelle mit diamantbesetzter Lünette markieren das obere Ende der Kollektion: Die eisblaue Version kostet 11.900 Euro, die Ausführung mit weißem Perlmuttzifferblatt 12.700 Euro.
Damit positionieren sich die drei Stahlmodelle preislich unter der TAG Heuer Carrera Chronograph Glassbox für 7.500 Euro, während die Bicolor- und Diamantvarianten zwar mehr kosten als die 10.800 Euro teure Zenith Chronomaster Original in Edelstahl, angesichts der verwendeten Goldlegierungen beziehungsweise des Diamantbesatzes mit Preisen von 11.300 bis 12.700 Euro jedoch vergleichsweise fair kalkuliert erscheinen.
Für Omega ist die Überarbeitung der Speedmaster 38 weitaus mehr als Modellpflege. Sie öffnet die Welt der Speedmaster für Menschen, denen 42 Millimeter zu präsent am Handgelenk erscheinen oder die ein Automatikkaliber im Alltag bevorzugen. Das schwarze Modell dürfte traditionelle Speedmaster-Fans besonders ansprechen, weil es die vertraute Schwarz-Weiß-Logik und Datumslosigkeit in ein kompakteres, automatisches Format überträgt. Gleichzeitig bleibt die Speedmaster 38 wegen ihrer Werkarchitektur, ihrer farbigen Varianten und ihres eigenständigen Gehäuses klar von der handaufgezogenen Moonwatch getrennt.
Gestalterisch ist der neue Bezug in Richtung Moonwatch deshalb ein Gewinn: Sie verleiht einer zuvor etwas unentschlossenen Linie mehr historische Glaubwürdigkeit als zuvor und einen klaren Mittelpunkt. Technisch bleibt ein Vorbehalt, denn die sichtbar modernisierte Hülle wird weiterhin überwiegend von einer bewährten, aber nicht METAS-zertifizierten Kaliberfamilie angetrieben. Omega hat also nicht die große Moonwatch auf 38 Millimeter herunterskaliert, sondern die vorhandene Speedmaster 38 zeitgemäß angepasst. Die wichtigste Veränderung betrifft allerdings nicht das Format, sondern die klarere Positionierung und Idee dahinter, was die Omega Speedmaster 38 sein will.