Gallet Uhren 2026: Erwan Rossignol spricht über das Comeback als Breitling-Schwestermarke, neue Kollektionen und Preise ab 2.600 Euro.

Louis Vuitton erweitert die Monterey um zwei neue Modelle aus polierter Keramik. Geblieben sind die 37 Millimeter große Kieselsteinform, die Krone bei zwölf Uhr und das durch den Gehäuseboden geführte Lederband. Die Neuauflagen verbinden lackierte Zifferblätter mit dem automatischen Manufakturkaliber LFT MA01.02. Damit wird aus dem exklusiven Comeback von 2025 erstmals eine reguläre Kollektion innerhalb der Louis Vuitton Produktpalette.
Die Geschichte der Monterey beginnt 1988 mit der LV I und LV II, den ersten Armbanduhren von Louis Vuitton. Entworfen wurden sie von der italienischen Architektin Gae Aulenti, die zuvor den Pariser Gare d’Orsay in das heutige Musée d’Orsay umgestaltet hatte. Auch ihre Uhren folgten keinem vertrauten Schema: Das kreisrunde, gewölbte Gehäuse verzichtete auf klassische Bandanstöße, während die Krone bei zwölf Uhr an eine Taschenuhr erinnerte.
Monterey war damals nicht die offizielle Modellbezeichnung der Uhr. Der Name entstand aus der amerikanischen Aussprache des französischen Wortes „montre“ und setzte sich unter Sammlern als Spitzname durch. Während die LV I aus Edelmetall bestand und mehrere Anzeigen kombinierte, erschien die kompaktere LV II in Keramik. Sie verfügte über ein Quarzwerk mit Datum und Alarmfunktion und steht sinnbildlich als direktes Vorbild für die beiden neuen Modelle.
Die Rückkehr der Monterey hatte sich bereits in den vergangenen Jahren angedeutet. Historische LV-I- und LV-II-Modelle gewannen bei Sammlern an Aufmerksamkeit und tauchten zugleich wieder in den Modenschauen der Marke auf. Dort wurden sie nicht nur am Handgelenk, sondern auch als Anhänger oder am Gürtel als Keychain getragen.
Den ersten Schritt machte 2025 eine auf 188 Exemplare limitierte Monterey in Gelbgold. Sie kombinierte ein 39-Millimeter-Gehäuse mit einem weißen Grand-Feu-Emaille-Zifferblatt und dem Automatikkaliber LFT MA01.02. Die neuen Keramikmodelle übernehmen das mechanische Konzept, kehren mit 37 Millimetern jedoch zu den Proportionen der ursprünglichen LV II von 1988 zurück.
Die schwarze Monterey mit der Referenz W0CR11 orientiert sich am deutlichsten am Design der LV II. Das weiße Lackzifferblatt übernimmt die zweifarbige Grafik der historischen LV II: Rot für die Eisenbahnminuterie und die Hauptzeiger, Blau für den Sekundenzeiger. Dazu kommt ein schwarzes Kalbslederband mit roter Naht. Durch die polierte Keramik setzt sich das dunkle Gehäuse deutlich vom matten Zifferblatt ab.
Bei der grünen W0CR21 bilden Gehäuse, Zifferblatt und Armband dagegen eine weitgehend einheitliches Erscheinungsbild. Auf dem grünen Lackzifferblatt sind die Stunden- und Minutenzeiger gelb ausgeführt, während eine weiße Minuterie und der blaue Sekundenzeiger das Zifferblatt strukturieren. Dadurch wirkt diese Ausführung ein wenig verspielter als die schwarz-weiße Referenz, aber dennoch sehr stimmig und ausgewogen. Bei beiden Modellen besteht die Krone aus Edelstahl und sitzt an der Gehäuseflanke auf der zwölf-Uhr-Position.
Die Keramikmodelle sind 11 Millimeter hoch und damit zwei Millimeter dicker als die LV II. Das ist vor allem dem mechanischen Werk geschuldet. Durch die fehlenden Bandanstöße und das direkt unter dem Gehäuse verlaufende Lederband dürfte die Monterey dennoch kompakt am Handgelenk sitzen. Die Wasserdichtigkeit der neuen Monterey Keramikmodelle beträgt 30 Meter.
Zur Herstellung der Keramikgehäuse verdichtet Louis Vuitton Zirkonoxidpulver und Farbpigmente zunächst zu festen Rohlingen. Diese werden anschließend mit einer dreiachsigen Maschine in ihre grundlegende Form gebracht und bei mehr als 1.000 Grad Celsius gebrannt. Da das Material währenddessen schrumpft und sich nach dem Brennen nicht mehr konventionell bearbeiten lässt, müssen die späteren Abmessungen bereits beim Fräsen berücksichtigt werden. Nach dem Brennen wird das Gehäuse von Hand in Form geschliffen und hochglanzpoliert.
Die Zifferblätter werden in zwei bis drei Durchgängen lackiert und anschließend mit einem matten Überzug versehen, der Reflexionen reduziert. Minuterie, Schriftzüge und weitere Anzeigen werden danach aufgestempelt und zwischen den einzelnen Durchgängen erhitzt. Bei der grünen Variante besteht die besondere Herausforderung darin, Keramikgehäuse, Lackzifferblatt und Lederband farblich möglichst genau aufeinander abzustimmen.
Im Inneren arbeitet dasselbe automatische Manufakturkaliber, das bereits in der goldenen Monterey von 2025 eingesetzt wurde. Das LFT MA01.02 besteht aus 174 Komponenten, schwingt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet eine Gangreserve von 45 Stunden. Seine Hauptplatine ist kreisförmig gekörnt, die Brücken sind sandgestrahlt und der Rotor besteht aus 18-karätigem Roségold. Anstelle von roten Rubinen kommen in diesem Werk farblose Saphirlager zum Einsatz.
Zu sehen ist diese Veredelung allerdings nicht. Der geschlossene Stahlboden wahrt die historische Gestaltung der Monterey, verbirgt jedoch die aufwendige Ausführung des Kalibers. Auch funktional bleibt die Neuauflage reduziert: Sie zeigt Stunden, Minuten und Sekunden; Datum und Alarmfunktion der ursprünglichen LV I/II entfallen.
Die schwarze W0CR11 und die grüne W0CR21 sind nicht limitiert und ausschließlich in Louis-Vuitton-Boutiquen erhältlich. Der Verkauf der Monterey beginnt am 26. September 2026; einen Preis hat Louis Vuitton bislang allerdings für beide Modelle noch nicht bekannt angegeben.
Louis Vuitton
Monterey Ceramic
Schwarz: W0CR11
Grün: W0CR21
Polierte Keramik, Stahlkrone bei 12 Uhr, geschlossener Stahlboden
Durchmesser: 37 mm
Höhe: 11 mm
30 m
Schwarz: Weiß lackiert, rote Zeiger
Grün: Grün lackiert, gelbe Zeiger
Black: Schwarzes Kalbsleder mit roten Nähten
Green: Grünes Kalbsleder mit Ton-in-Ton-Nähten
LFT MA01.02
Automatik
45 Stunden
28.800 A/h (4 Hz)
Stunden, Minuten, Sekunden
N/A