Girard-Perregaux und Ferrari: Fünf seltene Uhren aus dem Archiv, von Enzo Ferraris Damier bis zu Michael Schumachers Tourbillon.

Anlässlich der Ausstellung „Watch Art Grand Exhibition Milan 2026“ kombiniert Patek Philippe mit der neuen Referenz 5978P-010 erstmals ihr patentiertes Handaufzug-Chronographenkaliber CH 29-535 mit einem augenblicklich springenden ewigen Kalender.
Patek Philippe vereint in der neuen Referenz 5978P-010 ihren 2009 patentierten Säulenrad-Chronographen mit augenblicklich springendem 30-Minuten-Zähler mit einem augenblicklich springenden ewigen Kalender. Die physikalische Herausforderung dabei ist gewaltig, denn statt leichter Zeiger müssen exakt um Mitternacht vier schwere, nummerierte Kalenderscheiben hinter Fensteranzeigen simultan in Bewegung gesetzt werden. Damit alle Indikatoren in nur 30 Millisekunden schlagartig umschalten, entwickelte die Genfer Manufaktur ein komplexes System aus zwei eigenständigen Patenten, das die benötigte Kraft exakt dosiert und blitzartig freisetzt.
Während Chronographen mit ewigem Kalender seit der legendären Referenz 1518 aus dem Jahr 1941 zu den prägenden Klassikern von Patek Philippe gehören, hebt die neue Konstruktion die Funktionsweise der Kalenderanzeige auf ein völlig neues mikromechanisches Niveau.
Ein herkömmlicher ewiger Kalender schaltet meist schleichend über mehrere Stunden hinweg. Beim augenblicklich springenden Kalender geschieht dieser Wechsel hingegen schlagartig: Exakt um Mitternacht springen Wochentag, Datum, Monat und gegebenenfalls die Schaltjahranzeige synchron innerhalb von lediglich 30 Millisekunden um. Was für den Träger wie eine mühelose Ästhetik wirkt, stellt die Uhrenkonstruktion vor gewaltige physikalische Herausforderungen.
Die erste Hürde betrifft die zu bewegenden Massen. Während klassische Kalender mit leichten Zeigern arbeiten, kommen bei der Referenz 5978P vier nummerierte Scheiben hinter Fenstern zum Einsatz. Die Masse dieser Scheiben übertrifft die feiner Zeiger um ein Vielfaches. Um vier dieser Scheiben in einer Dreißigstelsekunde simultan in Bewegung zu setzen, ist ein beträchtliches Kraftmoment erforderlich.
Das zweite Problem liegt im Energiemanagement. Die benötigte Kraft muss über Stunden hinweg kontinuierlich aus dem Räderwerk abgezweigt und gespeichert werden, ohne dass die Schwingungsweite der Unruh und damit die Ganggenauigkeit beeinträchtigt werden. Im Moment des Sprungs muss diese Energie blitzartig freigesetzt werden. Hinzu kommt, dass je nach Monatslänge – ob 28, 29, 30 oder 31 Tage – völlig unterschiedliche Drehwinkel zurückgelegt werden müssen. Bei einem unkontrollierten Kraftstoß bestünde die Gefahr, dass die Scheiben aufgrund ihres Trägheitsmoments überspringen oder bei Energiemangel auf halbem Weg stehen bleiben.
Patek Philippe löst dieses Energie-Dilemma über ein Kalendermodul, das auf zwei neuen Patenten basiert. Ein gewöhnlicher ewiger Kalender greift über ein Hebelsystem auf eine Monatskurve sowie eine Vierjahresprogrammierung für den Februar zu, um die Monatslänge von 28, 29, 30 oder 31 Tagen korrekt zu verarbeiten. Daraus ergeben sich am Monatsende unterschiedlich weiße Schaltschritte für den Datumsmechanismus: Nach dem 31. schaltet er einen Schritt weiter auf den 1., nach einem Monat mit 30 Tagen benötigt er zwei Schritte über die 31 hinweg, nach dem 29. Februar drei Schritte und nach einem regulären 28. Februar vier Schritte auf einmal. Bei der Referenz 5978P erfolgen diese Indikationen nicht über feine Zeiger, sondern über vergleichsweise schwere Kalenderscheiben hinter Zifferblattfenstern, bei denen eine langsame Schaltung optisch unsauber wirken würde.
Credit © Google Patents
Um Wochentag, Datum, Monat und Schaltjahr dennoch kontrolliert und praktisch zeitgleich umspringen zu lassen – Mondphase und Tag-/Nachtanzeige sind von diesem Sprung ausgenommen –, nutzt Patek Philippe eine dreiteilige Lösung: Über den Tag hinweg wird ein großer Kalenderhebel allmählich gespannt und speichert so die nötige Kraft aus dem Räderwerk. Eine aus 15 Komponenten bestehende Schaltwippe überträgt diesen Impuls um Mitternacht simultan auf die Anzeigen, während zwei entgegengesetzt wirkende Federn die unterschiedlichen Schaltwege ausgleichen. Dies hält die wirkende Kraft konstant, um sowohl ein Blockieren der Scheiben bei zu wenig Energie als auch ein Überschwingen durch Kraftüberschuss zu verhindern. Der synchrone Wechsel der vier Anzeigen vollzieht sich so in lediglich 30 Millisekunden und funktioniert selbst bei einer verbleibenden Gangreserve von nur zehn Stunden vollumfänglich.
Credit © Google Patents
Bei herkömmlichen Stopfen-Mechanismen wandert der Minutenzeiger langsam schleichend von Strich zu Strich, was die Ablesbarkeit zum Zeitpunkt eines Minutenwechsels erschweren kann. Patek Philippe löst dies über ein bereits 2009 patentiertes Prinzip des Kalibers CH 29-535 PS: Auf der Welle der zentralen Chronographensekunde sitzt eine kontinuierlich rotierende Schneckenkurve. Über den Verlauf von 60 Sekunden hebt diese Kurve eine Wippe an, die genau in der Sekunde, in der der Chronographenzeiger die Null passiert, von ihrer höchsten Stelle abfällt. Eine Klinke schaltet das Minutenzählrad exakt in diesem Moment um einen Zahn weiter. Der Minutenzeiger wandert somit nicht träge, sondern springt vollsynchron mit dem Nulldurchgang der Sekunde prall auf die nächste Markierung.
Räumlich und energetisch teilen sich Chronograph und Kalender dasselbe Federhaus, funktional sind sie jedoch strikt getrennt: Auf der Glasboden-Rückseite arbeitet die klassische Chronographenarchitektur mit Schaltrad, horizontaler Zahnrad-Kupplung und patentierten Zahnprofilen; zifferblattseitig liegt die Mechanik der Kalenderprogrammierung. Das neue QI-Kaliber benötigt netto 44 zusätzliche Bauteile (500 statt 456 Einzelteile) und wächst um 1,1 mm in der Bauhöhe (von 7,0 mm auf 8,1 mm). Dies schlägt sich nachvollziehbarerweise auch im Gehäusedesign nieder – die Referenz 5978P misst nun 42 mm im Durchmesser und 14,45 mm in der Gesamthöhe.
Ein Blick auf den Wettbewerb zeigt, wie selten und technisch anspruchsvoll diese spezifische Kombination tatsächlich ist. Das klassische Zusammenspiel aus Chronograph und ewigem Kalender gilt zwar bei mehreren etablierten Manufakturen als Aushängeschild – prominente Beispiele sind A. Lange & Söhne mit dem Datograph Perpetual oder dem 1815 Rattrapante Ewiger Kalender sowie IWC mit dem Ingenieur oder Portugieser Ewiger Kalender Chronograph. Allerdings setzen diese Modelle bei der Kalenderdarstellung größtenteils auf klassisch schleichende Zeigeranzeigen oder schalten nicht alle Indikationen vollsynchron in einem Bruchteil einer Sekunde.
Die Kombination aus einem Chronographen und einer vollständig augenblicklichen Fensterschaltung ist extrem selten. IWC bietet mit den Digital Date-Month-Modellen zwar Chronographen mit großflächigen, springenden Scheibenanzeigen für Datum und Monat an, doch diese basieren auf Automatikwerken und die Chronographen-Minute ist nicht augenblicklich springend. A. Lange & Söhne wiederum beherrscht den schlagartigen Sprung aller Kalenderanzeigen – etwa bei der Richard Lange Perpetual Calendar „Terraluna“ –, allerdings ohne die Chronographenfunktion.
Chronographen mit augenblicklichem Ewigem Kalender gab es bei Patek bereits, erstmals 2008 in der Grande Complication Referenz 5207, 2011 dann in der Triple Complication Ref. 5208 und 2023 in der Quadruple Complication Ref. 5308. Mit der Referenz 5978P kombiniert Patek Philippe beide augenblicklich springenden Mechanismen nun erstmals in einen rein handaufgezogenen Säulenrad-Chronographen als „reine“ Doppelkomplikation.
Das polierte Platingehäuse der Referenz 5978P-010 misst 42 mm im Durchmesser und zeichnet sich durch eine konkave Lünette, durchbrochene Bandanstöße sowie einen bei 6 Uhr gesetzten Brillanten aus. Das marineblaue Zifferblatt mit Sonnenschliff und Schwarzverlauf ist mehrstufig gegliedert: Es nutzt eine leicht vertiefte Mitte sowie azurierte Hilfszifferblätter bei 3 und 9 Uhr, auf denen rot lackierte Zeiger für die Chronographenfunktionen akzentuiert sind. Am oberen Zifferblattrand zeigen drei auf einem Kreisbogen angeordnete Fenster die Kalenderangaben in italienischer Sprache an, ergänzt durch Weißgold-Rahmen, eine Mondphase bei 6 Uhr sowie zwei runde Indikatoren für Tag/Nacht und den Schaltjahrzyklus. Getragen wird die Uhr an einem marineblauen Verbundstoffarmband mit Textilstruktur, Platin-Faltschließe und roten Nähten, deren dreifarbige Endpunkte dezent die italienische Flagge aufgreifen.
Die auf 120 Exemplare limitierte Serie ist ausschließlich für den italienischen Markt vorgesehen.