Die Parmigiani Fleurier Carillon Tourbillon verbindet Carillon-Repetition, vier Tonfedern und Tourbillon in einer auf fünf Stück limitierten Neuheit.

Fünfzig Jahre nach ihrem Debüt braucht die Laureato keine neue Silhouette. Die Laureato Fifty verändert weniger ihre Form als dessen Wirkung: Über präzisere Proportionen, komplexere Zifferblätter, kontrolliertes Licht – und ein neues Kaliber, das den uhrmacherischen Anspruch an die Kollektion deutlich sichtbarer macht.
Die neue Laureato Fifty definiert sich nicht über eine neue Silhouette, sondern über die Art und Weise, wie Licht über ihre bekannten Linien läuft. Es streift die achteckige Lünette, bricht sich am runden Sockel darunter und wandert weiter in die ersten Glieder des integrierten Stahlarmbands. Es ist eine Geometrie, die seit Jahrzehnten dieselbe Spannung trägt: Kreis gegen Achteck, Kante gegen Fläche, Sportlichkeit gegen Zurückhaltung.
Auf dem Zifferblatt setzt sich dieses Spiel fort. Aus der Distanz wirkt das Clous-de-Paris-Motiv wie eine ruhige, fast geschlossene Textur. Erst aus der Nähe zeigt sich, wie stark diese Fläche arbeitet: kleine, präzise gesetzte Pyramiden, an denen das Licht hängen bleibt, kippt und je nach Winkel wieder verschwindet. Genau hier setzt die Laureato Fifty an. Nicht die Grundform ist neu, sondern die Art, wie sie ins Auge fällt: Über Proportionen, Oberflächen, Material und Licht.
Die Laureato entstand in einer Phase, in der sich die Schweizer Uhrenindustrie stark veränderte. 1971 entwickelte Girard-Perregaux ein Hochfrequenz-Quarzwerk und prägte damit den Industriestandard von 32.768 Hz. Vier Jahre später erschien die erste Laureato. Dieser technische Anspruch bekam eine klare äußere Form: achteckige Lünette, runder Sockel, tonneauförmiges Gehäuse, integriertes Armband. Daraus entstand die Architektur, an der man die Laureato bis heute erkennt.
Die Laureato definierte sich nie über ein einzelnes Erkennungszeichen, sondern über das optische Zusammenspiel ihrer Teile: Achteck, Kreis, Gehäuse und Band. Deshalb konnte Girard-Perregaux die Uhr über die Jahre zeitgemäß verändern, ohne sie jedes Mal neu gestalten zu müssen. 1995 kam mit dem GP3100 zudem erstmals ein automatisches Manufakturkaliber in die Laureato Kollektion. Die Laureato blieb dabei stets ihrer Linie treu, weil ihre Grundarchitektur stehen blieb – auch wenn Technik und Maße wechselten.
Das Gehäuse der Girard-Perregaux Laureato Fifty misst 39 Millimeter im Durchmesser und 9,80 Millimeter in der Höhe. Es ist aus Edelstahl gefertigt, vorne und hinten mit Saphirglas versehen und bis zu einer Tiefe von 150 Metern wasserdicht. Dazu kommt ein integriertes Stahlarmband mit Butterfly-Faltschließe und eine werkzeugfreie Komfortverlängerung von vier Millimetern.
Der eigentliche Unterschied zwischen den beiden 39-mm-Varianten zeigt sich auf dem Zifferblatt. Die blaue Ausführung kombiniert Emaille mit einem darunterliegenden Clous-de-Paris-Dekor und wird vollständig im Hause Girard-Perregaux gefertigt. Bei diesem Zifferblatt wird die Emaille nicht auf eine glatte Fläche aufgetragen, sondern direkt auf die Clous-de-Paris-Guillochierung. So bleibt das Clous-de-Paris-Muster unter der Emaille sichtbar, da das Blau nicht einfach auf der Fläche liegt, sondern Tiefe bekommt: Die feinen Erhebungen des Dekors brechen das Licht und lassen das Blau je nach Blickwinkel tiefer, heller oder stärker strukturiert erscheinen.
Der Verzicht auf eine Datumsanzeige ist bei der blauen Variante der Laureato Fifty kein Verlust. Er hält das Zifferblatt ruhig, da das Clous-de-Paris-Muster und die Emaillefläche ununterbrochen bleiben. Bei einer Variante, die so stark von Struktur und Licht lebt, ist das die stimmigere Lösung.
Die zweite 39-mm-Version zeigt, wie stark dasselbe Muster auch in eine andere Richtung wirken kann. Auch hier trägt das Zifferblatt ein Clous-de-Paris-Dekor, diesmal jedoch auf 18-karätigem Massivgold in einem roségoldenen Farbton. Die Uhr bekommt außerdem eine Datumsanzeige bei drei Uhr. Dadurch verändert sich der Charme der Uhr gänzlich: Weniger Tiefe durch Emaille, mehr sichtbares Material. Das Blatt wirkt wärmer und metallischer als die blaue Emaille-Version. Weil das Clous-de-Paris-Dekor direkt im roségoldfarbenen Massivgold sitzt, erscheint die Struktur klarer und unmittelbarer: Man sieht weniger Farbtiefe, dafür stärker Material, Kanten und Reflexion. Die Struktur ist nicht unmittelbar unter Farbe verborgen, sondern Teil der Oberfläche selbst.
Die 36-mm-Modelle sind nicht einfach kleinere Ausführungen der 39-mm-Varianten. Bei einer Uhr mit im Gehäuse integriertem Armband verändert ein kleinerer Durchmesser sofort das gesamte visuelle Erscheinen aller Komponenten: Die Lünette steht näher am Rand des Zifferblatts, das Gehäuse wirkt geschlossener und das Armband geht kompakter aus der Uhr heraus. Dadurch tritt die Laureato Fifty mit 36 Millimetern deutlich anders auf als die größere Variante: Weniger Fläche, enger gesetzte Proportionen und mehr Konzentration auf die Grundform.
Konstruktiv steht sie den größeren Modellen ebenso nicht nach. Das Gehäuse besteht aus Edelstahl, misst 36 Millimeter im Durchmesser und 9,80 Millimeter in der Höhe. Der Gehäuseboden ist wie bei der größeren Variante aus Saphirglas, die Wasserdichtigkeit bei 150 Metern und auch die Gangreserve beträgt gleichermaßen 60 Stunden. Außerdem bleibt das integrierte Stahlarmband mit Butterfly-Faltschließe und 4 Millimetern Feinverstellung erhalten.
Die 36-mm-Modelle der Laureato Fifty sind zwar kleiner, aber nicht einfacher gebaut. Sie tragen dasselbe Kaliber, denselben Gehäuseaufbau und dieselbe Armbandkonstruktion wie die größeren Varianten.
Die Variante mit roségoldfarbenem Clous-de-Paris-Zifferblatt zeigt, wie gut diese Größe zur Laureato passt. Das kleinere Gehäuse lässt den gesamten architektonischen Aufbau dichter wirken. Die eckige Lünette, dessen runder Sockel und das integrierte Band stehen enger zusammen; nichts wirkt gestreckt oder überbetont. Das roségoldfarbene Blatt bringt zusätzlich Wärme in ihre kompaktere Form, ohne die Uhr schwer wirken zu lassen. Es ist die ruhigere der beiden 36-mm-Interpretationen.
Anders wurde bei der Version mit silberfarbenem Clous-de-Paris-Zifferblatt und diamantbesetzter Lünette gearbeitet: Die 64 Brillanten mit zusammen rund 0,55 Karat sitzen auf jener Form, die die Laureato seit 1975 ausmacht, dem Achteck. Dadurch verstärken sie die Kontur der Uhr, statt sie zu überdecken. Das Licht sammelt sich an der Lünette, während das silberfarbene Zifferblatt die Struktur des Clous-de-Paris-Musters ruhiger weiterführt.
Gerade diese beiden 36-mm-Modelle zeigen, dass Größe bei der Laureato Fifty nicht nur eine Zielgruppenfrage ist. 36 Millimeter verändern die Uhr nicht in eine kleinere Kopie, sondern in eine eigene Proportion. Die Laureato wirkt hier näher am Handgelenk, kompakter im Aufbau und stärker auf ihre charakteristischen Grundzüge reduziert.
Im Inneren der Laureato Fifty arbeitet das neue Manufakturkaliber GP4800 mit automatischem Aufzug. Es ist in allen vier Varianten der Kollektion verbaut und durch den Saphirglasboden direkt sichtbar. Es misst 25,60 Millimeter im Durchmesser, ist 4,28 Millimeter hoch, schlägt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, also 4 Hz, und bietet eine Gangreserve von rund 60 Stunden.
Girard-Perregaux stattet das GP4800 mit einer Schwungmasse und einer Unruhbrücke aus 18-karätigem Roségold aus. Die Architektur verweist auf das historische Drei-Brücken-Motiv der Manufaktur, bleibt aber technisch und nüchtern in der Umsetzung. Bei der Finissierung zeigt Girard-Perregaux ebenfalls mehr Aufwand als nötig wäre: Anglierten Kanten stehen satinierte Flächen gegenüber, Genfer Streifen treffen auf Perlage, hinzu kommen Gravuren, Sandstrahlung, Schneckenmuster und Sonnenschliffe. So wird die Rückseite der Laureato Fifty zur Fortsetzung des gestalterischen Anspruchs, den die Uhr bereits auf der Vorderseite verkörpert.
Bei aller Arbeit an Zifferblättern, Proportionen und Werk bleibt die Laureato Fifty eine integrierte Stahluhr für den Alltag: 9,80 Millimeter Gehäusehöhe, 150 Meter Wasserdichtigkeit und die 4-mm-Feinverstellung im Stahlarmband sind dafür entscheidend. Gleichzeitig verändert Girard-Perregaux nicht den Grundriss der Kollektion, sondern schärft ihn über präzisere Proportionen, aufwendigere Zifferblätter und das sichtbare Kaliber GP4800. So wirkt die Laureato Fifty weniger wie ein Jubiläumsprodukt als wie eine genauer gefasste Version einer bekannten Uhr.
Preise, Limitierungen oder konkrete Angaben zur Verfügbarkeit nennt Girard-Perregaux bislang noch nicht. Fest steht lediglich, dass die Laureato Fifty in vier Referenzen erscheint: Zwei Varianten mit 39 Millimetern und zwei Varianten mit 36 Millimetern Gehäusedurchmesser.