Jede Uhr kann die Zeit anzeigen, aber es gibt auch welche, die sie zusätzlich schlagen können. Genau das macht eine Minutenrepetition: Sie gibt die aktuelle Uhrzeit auf Wunsch akustisch wieder. Was früher vor allem bei Dunkelheit praktisch war, ist heute eine der aufwendigsten Komplikationen der mechanischen Uhrmacherei. Bei der neuen Hermès Arceau Samarcande Minute Repeater verbindet Hermès diese Technik mit einem Motiv, das tief in der Geschichte der Maison liegt: Dem Pferd.

Eine Arceau mit hörbarer Reitsport-DNA

Die Uhr gehört zur Arceau-Linie, die 1978 von Henri d’Origny entworfen wurde. Ihr Grundbild ist bis heute klar erkennbar. Das Gehäuse ist rund, die Bandanstöße sind asymmetrisch gestaltet und sollen an Steigbügel erinnern. Dadurch wirkt die Arceau nicht klassisch streng, sondern leicht versetzt, fast als wäre sie in Bewegung. Für Hermès ist diese sehr Form wichtig, weil sie die Ursprünge des Hauses aus der Welt des Reitsports auf eine zurückhaltende Art und Weise in eine Armbanduhr überträgt.

Bei der neuen Arceau Samarcande wird dieser Bezug deutlicher. Das Zifferblatt besteht aus blauem oder weißem Kristall und wird in Zusammenarbeit mit der traditionsreichen Cristallerie Saint-Louis hergestellt, die mittlerweile zu Hermès gehört. In diese Kristallfläche ist ein Pferdekopf eingearbeitet, durch dessen Ausschnitt der Blick auf das skelettierte Uhrwerk fällt.

Genau das macht die Arceau Samarcande interessant: Hermès kombiniert ein vertrautes Motiv aus der eigenen Geschichte mit einer Komplikation, die in der Uhrmacherei mit zu den anspruchsvollsten zählt. Die Uhr bleibt dabei erkennbar innerhalb der Arceau-Kollektion, erweitert die Linie aber um eine deutlich technischere Seite. Sichtbares Werk, Kristallzifferblatt und Schlagmechanismus bilden zusammen den Kern dieses modellpaletten-erweiternden Stücks.

Das neue Kaliber H1927 und die Kunst der Minutenrepetition

Im Inneren arbeitet das neue automatische Manufakturkaliber H1927. Es wird über einen Mikrorotor aufgezogen und besteht aus insgesamt 339 Einzelteilen. Das Werk besitzt 40 Lagersteine, eine Gangreserve von 48 Stunden und schlägt mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde. Mit einem Durchmesser von 28 Millimetern und einer Höhe von 4,95 Millimetern ist es kompakt genug, um in das 38-Millimeter-Gehäuse der Arceau zu passen. Gerade bei einer Minutenrepetition ist das bemerkenswert und sehr anspruchsvoll umzusetzen, weil neben dem eigentlichen Uhrwerk auch die Bauteile für das Schlagwerk untergebracht werden müssen. 

Eine Minutenrepetition erklärt sich einfacher, als ihre Konstruktion vermuten lässt. Wird sie ausgelöst, schlägt die Uhr die Zeit über kleine Hämmer und einen Gong. Zuerst erklingen die Stunden, danach die Viertelstunden und schließlich die Minuten seit dem letzten Viertel. Wer also nicht auf das Zifferblatt schaut, kann die Zeit hören. Die eigentliche Schwierigkeit liegt allerdings in der Mechanik die dahintersteckt: Das Werk muss die aktuelle Zeit abtasten und sie in eine genaue Abfolge von Schlägen inkl. Pausen zu übersetzen.

Bei der Arceau Samarcande ist dieser Mechanismus nicht vollständig verborgen. Durch den Saphirglasboden sind das Werk, die Hämmer der Minutenrepetition und der Mikrorotor sichtbar. Der Rotor trägt das Hermès-typische Duc-attelé-Motiv, wobei es sich um ein historisches Motiv der Maison mit Pferdegespann handelt. Damit erscheint das Reitsportthema nicht nur auf der Vorderseite, sondern auch auf der Rückseite der Uhr.

Edelmetall, Kristall und Hermès-Handschrift

Das Gehäuse misst 38 Millimeter und ist je nach Ausführung aus Weißgold, Weißgold mit Edelsteinbesatz oder Roségold mit Edelsteinbesatz gefertigt. Die Krone sitzt bei 3 Uhr und trägt eine H-Gravur. Die Wasserdichtheit beträgt 3 bar, was bei einer Uhr dieser Art vor allem als Schutz im Alltag zu verstehen ist.

Auch beim Zifferblatt unterscheiden sich die Varianten. Hermès bietet ein blaues oder weißes Kristall-Zifferblatt von Saint-Louis an. Der Pferdekopf besteht je nach Version aus Saphirglas oder rhodiniertem Saphirglas mit Diamant-Einfassung. Dazu kommen rhodinierte oder rosévergoldete arabische Ziffern, polierte gewölbte Stundenindizes und Blattzeiger. Das wirkt insgesamt dezenter als ein vollständig offenes Zifferblatt, weil die Mechanik nur an ausgewählten Stellen sichtbar gemacht wird.

Die Armbänder folgen dem Materialverständnis, das man von einem Hersteller wie Hermès erwartet. Zur Auswahl stehen unter anderem glattes Alligatorleder in Encre, mattes Alligatorleder in Graphite, Barénia-Kalbsleder in Schwarz, Swift-Kalbsleder in Bleu Navy sowie weitere Alligator- und Kalbsledervarianten in Farben wie Bleu Saphir, Dünengelb oder Gris Perle. Die Faltschließe besteht selbstverständlich passend zum Gehäuse aus Weißgold oder Roségold.

Eine Arceau zwischen Klangkunst und Sattlertradition

Die Arceau Samarcande Minute Repeater ist keine Uhr für jemanden, der einfach eine klassische Dresswatch mit Komplikation sucht, dafür ist sie zu eigenständig gestaltet. Interessant ist sie für bestimmte Sammler, die eine Minutenrepetition mit einer klaren Hermès-Handschrift suchen: Nicht nur wegen des Werks, sondern wegen der Verbindung aus Gehäuseform, Pferdemotiv, Kristallzifferblatt und sichtbarer Mechanik.

Gerade diese Verbindung passt zu Hermès. Die Marke nähert sich komplizierter Uhrmacherei nicht nur über technische Daten, sondern über Form, Material und Herkunft. Bei der Arceau Samarcande ist die Minutenrepetition deshalb nicht isoliert betrachtet. Sie wird Teil einer Uhr, die aus der Arceau-Linie kommt, das Pferd ins Zentrum rückt und die Mechanik sichtbar macht, ohne die Gestaltung zu überladen.


hermès.com

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