Die Tutima Patria Sonderedition verbindet Roségold, klassisches Design und das neue Kaliber 626 mit offener Werkarchitektur.

Am 9. Juni 2026 startet wieder die Mille Miglia, eine der spektakulärsten Rundfahrten für klassische Fahrzeuge, mit Chopard als langjährigem Partner. Aus diesem Anlass stellen wir die besten Oldtimer-Rallye-Uhren vor – und zeigen, welche mechanischen Zeitmesser besonders eng mit klassischen Automobilveranstaltungen verbunden sind.
Eine Oldtimer-Rallye ist eigentlich kein Rennen, auch wenn es so aussieht. Sie ist eine Übung in Genauigkeit. Wer bei einer Gleichmäßigkeitsprüfung gewinnen will, muss nicht der Schnellste sein, sondern der Präziseste. Eine vorgegebene Strecke in einer vorgegebenen Zeit absolvieren, auf die Sekunde genau, dafür benötigt man Stoppuhren oder Chronographen.
Seit der Erfindung der Autorennen gehören sie ins Cockpit. Und natürlich passen zu klassischen Automobilen nur mechanische Uhren. Bei vielen Oldtimer-Rallyes ist ohnehin nichts anderes erlaubt. Kein Wunder also, dass es einige spannende Verbindungen und Partnerschaften zwischen den Fahrten für historische Fahrzeuge und Uhrenmarken gibt.
Manche Partnerschaften zwischen Uhrmacherei und Motorsport halten ein paar Saisons, andere überdauern Jahrzehnte. Chopard und die Mille Miglia gehören in die zweite Kategorie: Seit 1988 begleitet die Genfer Manufaktur das legendäre italienische Straßenrennen als Hauptsponsor und offizieller Zeitnehmer. Aus dieser Verbindung ist eine der bekanntesten Uhrenlinien mit Motorsport-DNA überhaupt entstanden. Die neueste Version erzählt eine besondere Geschichte.
Die Mille Miglia war zwischen 1927 und 1957 eines der gefürchtetsten Rennen der Welt: rund 1.600 Kilometer von Brescia nach Rom und wieder zurück, gefahren auf öffentlichen Straßen. Heute lebt der Name in einer Gleichmäßigkeitsfahrt für historische Fahrzeuge weiter, bei der nicht die Höchstgeschwindigkeit zählt, sondern Präzision und die Freude am klassischen Automobil. Wie wichtig Chopard das Event ist, zeigt Co-Präsident Karl-Friedrich Scheufele, der das Rennen bereits 35-mal selbst absolviert hat.
Das neue Modell ist einer besonderen deutschen Tradition gewidmet, den Silberpfeilen. Im frühen 20. Jahrhundert traten Rennwagen in den Nationalfarben ihres Landes an: Rot für Italien, Grün für Großbritannien, Blau für Frankreich. Deutschland startete zunächst in Weiß.
Das änderte sich 1934. Mercedes-Benz und Auto Union schickten ihre Grand-Prix-Boliden im blanken Aluminium ins Rennen. Der Überlieferung nach lag der Mercedes W 25 vor dem Eifelrennen 1934 auf dem Nürburgring ein einziges Kilogramm über dem zulässigen Höchstgewicht von 750 Kilogramm. Rennleiter Alfred Neubauer soll daraufhin angeordnet haben, über Nacht den weißen Lack abzuschleifen. Am Morgen schimmerte das nackte Metall, der Wagen lag im Limit, und die „Silberpfeile“ waren geboren.
Genau diese Tradition der nationalen Rennfarben greift Chopard mit einer Reihe länderspezifischer Sondermodelle auf. Die Edition Speed Silver steht für Deutschland, eine grüne Variante für Großbritannien (in Anlehnung an das British Racing Green) und eine blaue für Frankreich (nach dem Bleu de France). Jede dieser Ausführungen ist auf 100 Exemplare limitiert und ausschließlich im jeweiligen Land erhältlich.
Beim deutschen Modell, dem Mille Miglia Classic Chronograph Speed Silver, soll die silberfarbene Zifferblattoberfläche an die matt glänzenden Karosserien der Silberpfeile erinnern. Graue Ziffern und Skalen sorgen für ruhige Kontraste, im Zentrum thront das rote, pfeilförmige Mille-Miglia-Logo. Dessen Farbe findet sich in der roten Spitze des Chronographen-Sekundenzeigers wieder.
Das Gehäuse misst 40,5 Millimeter im Durchmesser und besteht aus Lucent Steel, einer Stahllegierung mit hohem Recycling-Anteil. Polierte und satinierte Flächen wechseln sich ab. Liebevoll sind die automobilen Zitate: Die gerändelten Chronographendrücker sind Fahrpedalen nachempfunden, die Krone trägt eine Lenkrad-Gravur. Darüber spannt sich ein hochgewölbtes Saphirglas, das dem Chronographen Retro-Charm verleiht. Auf dem Saphirglasboden sind zwei gekreuzte Flaggen aufgedruckt: die Zielflagge und die deutschen Farben Schwarz-Rot-Gold.
Im Inneren arbeitet ein COSC-zertifiziertes Chronographenwerk mit Automatikaufzug und 54 Stunden Gangreserve, eine Weiterentwicklung des Eta-Kalibers 2894. Komplettiert wird das Modell durch ein perforiertes schwarzes Rallyearmband. Der Mille Miglia Classic Chronograph Speed Silver ist auf 100 Stück limitiert und exklusiv in Deutschland erhältlich. Der Preis liegt bei 11.300 Euro.
Auch Richard Mille und die Le Mans Classic arbeiten schon lange zusammen: Seit der Gründung des Events 2008 ist die Uhrenmarke Partner. Seit 2025 findet das Rennen für klassische Motorsportwagen nicht mehr alle zwei Jahre, sondern jährlich statt. Dabei starten die Wagen mit Konkurrenten aus der gleichen Ära. Bei den ältesten ehemaligen Teilnehmern des 24-Stunden-Rennens sogar mit dem klassischen Le-Mans-Start, bei dem die Fahrer zu ihren Autos laufen. Auch die Strecke ist der gleiche Kurs an der Sarthe, den die 24 Stunden von Le Mans nutzen.
Die vom ehemaligen Rennfahrer Richard Mille gegründete Uhrenmarke ist für ihre technischen, innovativen und tonneauförmigen Zeitmesser bekannt. Und die für das Rennen in Frankreich konzipierte RM 30-01 Le Mans Classic bildet da keine Ausnahme. In Grün, der Farbe der Le Mans Classic, ist das Gehäusemittelteil aus dem Hightech-Material Quartz TPT gefertigt, ebenso wie das Kautschukband mit den von Rennwagen inspirierten Lüftungsschlitzen. Der Rest des Gehäuses besteht aus der leichten und festen Legierung Titan Grade 5.
Mit dem seitlichen Drücker ändert man die Funktion der Krone. Ein Zeiger weist auf den entsprechenden Modus: W, D, H für Aufziehen (winding), Datumskorrektur (date setting) und Zeiteinstellung (hand setting). Die 24-Stunden-Anzeige ist so konzipiert, dass man sowohl die Uhrzeit mit der hervorgehobenen 16 für die Start- und Zielzeit ablesen kann, als auch die vergangene Zeit der 24 Stunden. Das Großdatum umgibt die grünkarierte Zielflagge, und die Gangreserveanzeige gestalteten die Designer in der Form des ersten Streckenabschnitts.
Oben links weist die On/Off-Anzeige noch auf eine technische Besonderheit des Manufakturkalibers RMAR2 hin: Der Rotor entkoppelt sich bei Vollaufzug vom Doppelfederhaus, um Verschleiß und Abrieb am Gleitzaum der Feder zu verhindern. 55 Stunden Gangautonomie sind dann aufgebaut. Nach 15 Stunden koppelt sich der Rotor wieder ein, um wieder Energie bis zum Maximum zu sammeln.
Der einseitig aufziehende Rotor verfügt zudem über zwei Weißgoldflügel, die sich in fünf verschiedenen Positionen verschrauben lassen. So kann der Uhrmacher das Drehmoment und damit die Aufzugsleistung an den Träger und sein Bewegungsprofil anpassen: Wer sich viel bewegt, benötigt weniger Drehmoment des Rotors, um die Aufzugsfeder zu spannen.
Der Rotor selbst besteht wie Platine und Brücken des Werks aus Titan Grade 5. Die Legierung besteht aus 90 % Titan, 6 % Aluminium und 4 % Vanadium und ist härter als reines Titan. Das skelettierte Werk lässt sich durch den Glasboden mit Le-Mans-Classic-Logo betrachten.
Die RM 30-01 Le Mans Classic ist auf 150 Exemplare limitiert und kostet rund 225.000 Euro.
Tudor zählt zu den erfolgreichsten Uhrenmarken der letzten Jahre. Die Schwestermarke von Rolex hat sich eine treue Fangemeinde erarbeitet, vor allem getragen von den Tauchermodellen der Black-Bay-Familie. Doch die Genfer haben mehr zu bieten als Diver: Mit sandfarbenem Zifferblatt tritt die Ranger White Dune als Toolwatch für die Wüste an.
Die Ranger ist eine der traditionsreichsten Toolwatch-Linien des Hauses. Den Namen ließ sich Rolex- und Tudor-Gründer Hans Wilsdorf bereits 1929 schützen. Den ersten großen Auftritt hatte die robuste Begleiterin allerdings im Eis: 1952 rüstete Tudor die Teilnehmer der British North Greenland Expedition aus.
In den Jahren danach folgten immer widerstandsfähigere Modelle. Das bis heute prägende Gesicht der Ranger, mit den charakteristischen Pfeilzeigern und den betonten Ziffern 3, 6, 9 und 12, etablierte sich ab Mitte der 1960er Jahre.
2022 hat Tudor die Linie wiederbelebt und sie 2025 um eine Variante mit mattem, sandfarbenem Zifferblatt ergänzt. Der Farbton ist nicht nur aufgrund des Trends in der Modewelt gewählt: Seit 2025 ist Tudor offizieller Zeitnehmer der Dakar Classic und damit, zusätzlich zum Engagement bei der Haupt-Rallye Dakar, auch Partner jenes Wettbewerbs, bei dem eine Toolwatch in sengender Hitze, Sand, Staub und unter den ständigen Vibrationen im Cockpit beweisen muss, was sie kann.
Die Dakar Classic wird seit 2021 parallel zur klassischen Rallye Dakar ausgetragen. Es handelt sich um eine Gleichmäßigkeits- und Navigationsrallye für historische Fahrzeuge, bei der nicht die höchste Geschwindigkeit über den Sieg entscheidet, sondern Präzision: Gewertet wird, welches Team die von den Organisatoren vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeiten auf den Etappen am genauesten trifft.
Zugelassen sind Autos und Lastwagen, die vor 2005 gebaut wurden, darunter Ikonen wie der Porsche 959, der Mitsubishi Pajero oder der klassische Toyota Land Cruiser. Die Oldtimer teilen sich Biwak, Logistik und Verbindungsetappen mit dem regulären Feld, absolvieren ihre Wertungsprüfungen aber auf einer parallelen, materialschonenderen Route durch die Wüste. Statt reiner Zeitmessung fließen Ergebnisse aus Gleichmäßigkeits- und Navigationsprüfungen ein, bei denen Fehlerpunkte gesammelt werden.
Das robuste Edelstahlgehäuse der Ranger White Dune misst 39 Millimeter und ist vollständig satiniert, um störende Reflexionen der Wüstensonne zu vermeiden. Eine verschraubte Krone und 100 Meter Wasserdichtigkeit halten Staub wie Feuchtigkeit zuverlässig vom Werk fern.
Verborgen hinter dem massiven Boden arbeitet das Manufakturkaliber MT5402, ein Automatikwerk mit großzügigen 70 Stunden Gangreserve. Die Konstruktion mit Unruhbrücke und amagnetischer Spiralfeder aus Silizium macht es ausgesprochen robust. Ein COSC-Zertifikat der unabhängigen Schweizer Prüfstelle bestätigt eine Ganggenauigkeit von minus 4 bis plus 6 Sekunden pro Tag. Tudors hauseigene Vorgaben gehen darüber hinaus: Bevor eine Uhr das Werk verlässt, muss sie sich zwischen minus 2 und plus 4 Sekunden täglicher Abweichung bewegen.
Wer die Ranger White Dune kauft, hat die Wahl zwischen zwei Trageoptionen. Das satinierte Edelstahlband nutzt Tudors T-fit-Schließe mit Schnellverstellung: Ohne Werkzeug lässt sich die Länge in fünf Stufen um insgesamt acht Millimeter anpassen, ein willkommenes Detail bei großer Hitze, wenn das Handgelenk anschwillt. Die zweite Variante ist das dicht gewebte Textilband, für das Tudor bekannt ist. Es entsteht in Frankreich auf Jacquard-Webstühlen aus dem 19. Jahrhundert beim Familienbetrieb Julien Faure in der Region Saint-Étienne.
Die Ranger 39 White Dune kostet am Edelstahlband 3.530 Euro, mit dem dreifarbigen Textilband 3.210 Euro.
Die Marke hat eine ganze traditionsreiche Linie nach dem berühmten italienischen Rennfahrer Tazio Nuvolari benannt. Dazu sind die Schweizer Partner verschiedener italienischer Oldtimer-Rallyes, darunter die Coppa della Perugina. Die Gleichmäßigkeitsfahrt geht durch Umbrien und hat wegen des Starterfelds mit Fahrzeugen bis 1965 und 20 Prozent offene Wagen von vor 1930 einen ganz besonderen Charme. Dabei war 2026 auch der zweifache Rallye-Weltmeister Miki Biasion, der Markenbotschafter von Eberhard & Co. ist.
Die Tazio-Nuvolari-Uhren, die Eberhard schon seit 1992 baut, lassen die Eleganz der italienischen Rennwagen der 1930er Jahre aufleben. Das neueste Modell zeigt das Logo des Rennfahrers auf dem Zifferblatt: eine Schildkröte mit seinen Initialen. Der italienische Dichter Gabriele d’Annunzio hatte dem Ausnahmefahrer 1932 als Glücksbringer ein Schildkrötenamulett mit der Inschrift „Dem schnellsten Mann das langsamste Tier“ geschenkt. Auch ein weiteres Detail wird in den Uhren aufgenommen: Den gelben Pullover, den Nuvolari als Erkennungszeichen in seiner Glücksfarbe trug, nimmt der gelbe Stoppsekundenzeiger wieder auf. Ansonsten findet sich ein elegantes Clous-de-Paris-Relief auf dem Zifferblatt. Die großen Ziffern und Zeiger sind mit Vintage-Leuchtmasse ausgelegt, um das Retrodesign zu unterstützen. Auf dem Rehaut findet sich die Tachymeterskala in km/h, auf der die Geschwindigkeit abgelesen werden kann. Die Lünette bietet noch eine weitere Skala mit der Umrechnung auf Meilen pro Stunde. An die Armaturenbretter klassischer Sportwagen erinnert der Perlage-Schliff auf der Lünette.
Mit 40 Millimetern fällt das Edelstahlgehäuse nun etwas dezenter aus. Im Innern arbeitet das bewährte Automatikkaliber Eta-Valjoux 7750. Es gibt zwei Varianten: eine mit geschlossenem Boden für 3.800 Euro und die Version Gold Car Collection (5.390 Euro) mit Saphirglasboden, verziertem Werk und Rotor, auf dem ein Goldrelief von Tazio Nuvolari im Alfa Romeo Tipo C zu sehen ist.
Union Glashütte ist bei einigen Oldtimer-Rallyes wie der Silvretta Classic oder der Sachsen Classic offizieller Zeitnehmer und bringt regelmäßig limitierte Modelle für diese Gleichmäßigkeitsfahrten auf den Markt.
Die neueste limitierte Uhr entstand jedoch für eine ganz besondere Veranstaltung mit klassischen Fahrzeugen: das Petro-Surf Festival für luftgekühlte 911er und Transaxle-Porsche. Die Veranstaltung beginnt jährlich als Ausfahrt für rund 100 Teilnehmer in Dänemark und endet auf Sylt, wo die Fahrzeuge für die Zuschauer einen Tag lang ausgestellt werden und es noch einen Surf-Contest gibt. Die Idee dazu kam Gründer Ken Hake, während er in Kalifornien arbeitete und beim Surfen sah, wie die Surfer mit ihren alten 911ern zum Strand fuhren. Diesen entspannten Vibe, bei dem coole Aufkleber und Modifikationen wichtiger sind als Originalzustand und Erstlack, wollte er nach Deutschland und in seine Heimat Sylt bringen.
Credit © Marcus_Krueger
Seit 2025 ist Union Glashütte Partner und dieses Jahr stellt die Marke die auf 200 Exemplare limitierte Noramis Date Edition Petro Surf 2026 vor. Das Zifferblatt stellt eine im Relief ausgearbeitete schwarze Fuchsfelge dar, die typisch für das G-Modell des Porsche 911 (1973-1989) ist und damit perfekt zum Petro-Surf passt. Sogar die fünf Schraubenpositionen auf dem Zifferblatt entsprechen dem Vorbild. Die silberne Minutenskala erinnert an das polierte Felgenbett, durch das damals die Aluminiumlegierung wieder zum Vorschein kam.
Unter dem Glasboden arbeitet das Automatikkaliber UNG-07.S1, das auf dem Eta 2892 basiert, aber in Glashütte mit teils eigenen Werkteilen montiert wird. Unter anderem kommt hier eine amagnetische Siliziumspirale zum Einsatz, die zusammen mit der auf 25.200 Halbschwingungen pro Stunde reduzierten Taktfrequenz für eine verbesserte Gangreserve von 60 Stunden sorgt.
Das 40 Millimeter große und nur 10,4 Millimeter große Edelstahlgehäuse hält bis 100 Meter wasserdicht. Mit schwarzem Kalbslederband kostet die Uhr 2.780 Euro.