Die Geschichte der teuersten Audemars-Piguet-Uhren, die jemals auf Auktionen angeboten wurden, erzählt zugleich von den größten Errungenschaften, der beeindruckenden Historie und den schönsten Modellen, die Audemars Piguet im Laufe ihrer langen Unternehmensgeschichte hervorgebracht hat. Die hohen Preise reflektieren in gewisser Weise die reiche Historie der Marke, die diese Uhren mit sich tragen, und werden stets dann verständlich, wenn Sammler bereit sind, für die Geschichte hinter der Uhr zu zahlen. In diesem Artikel möchten wir die teuersten Audemars-Piguet-Uhren im Detail beleuchten, um zu verstehen, was genau ihren außergewöhnlichen Wert ausmacht.


12. Royal Oak Jubilée Ref. 14802PT

Audemars Piguet beging das 20. Jubiläum der Royal Oak im Jahr 1992 mit einer limitierten Jubiläumsedition, die ein entscheidendes Detail präsentierte, das Sammlerherzen höher schlagen ließ: Die Nummer 12 unserer Liste der teuersten Audemars Piguet Uhren ist eines dieser Jubiläumsexemplare, von denen nur 20 in Platin gefertigt wurden, und wiederum nur einige der wenigen, die ein besonderes „Tuscan“-Zifferblatt präsentierten. Dabei handelt es sich um ein ausgesprochen seltenes, handgehämmertes Zifferblatt, das im Gegensatz zum Tapisserie-Muster eine rauere und unregelmäßigere Oberfläche aufweist und vor allem in den 1990er Jahren nur in Royal Oak Ewigen Kalendern und bei einer Reihe von klassischen Ewigen Kalendern verbaut wurde.

Die Royal Oak Jubilée Ref. 14802PT

Credit © Phillips

Noch seltener wird die Uhr durch die Tatsache, dass es sich hierbei um die einzige Ausfertigung einer Royal Oak Jumbo handelt, die das „Tuscan“-Zifferblatt ohne eine zusätzliche Komplikation präsentiert. Alle anderen Ausfertigungen dieses Zifferblatts sind nur in der Kombination mit einem Ewigen Kalender zu finden. Da nur die schlichte Zeit- und Datumsanzeige auf dem Zifferblatt Platz findet, lässt sich die von Menschenhand geschaffene Textur in Gänze genießen.

Credit © Phillips

Eine Tatsache, für die ein Käufer im Jahre 2022 bei der „The Royal Oak 50th“-Auktion im Auktionshaus Phillips 767.477 Euro zu zahlen bereit war.


Platz 11 der teuersten Audemars Piguet Uhren: Karl Lagerfelds Royal Oak Ref. 5402ST

Karl Lagerfelds Aufstieg vom Damenmode-Designer bei Fendi bis zum Chefdesigner beim französischen Modehaus Chanel und Beweger der internationalen Fashion-Szene war eine der erstaunlichsten Geschichten, die die Modewelt je gesehen hat. Seine persönlichen Markenzeichen – ein weißer Zopf, ein hochstehender Vatermörder, eine schwarze Sonnenbrille und ein Fächer – stilisierten ihn zur Modeikone. Merkmale, die auch heute, nach seinem Tod im Jahr 2019, noch mit ihm verbunden werden.

Der deutsche Modeschöpfer Karl Lagerfeld

Credit © Siebbi / CC BY 3.0

Zu diesen Erkennungsmerkmalen zählte auch eine schwarze Royal Oak, die der Modeschöpfer bekanntermaßen besonders zu schätzen wusste. Dass es sich bei der Nummer 11 unserer Liste der teuersten Audemars Piguet Uhren tatsächlich um eines der Royal Oak-Modelle handelt, die sich in Lagerfelds persönlichem Besitz befanden, will Phillips in gemeinsamer Recherche mit Audemars Piguet herausgefunden haben. Demnach erblickte die Uhr als reguläre Referenz 5402ST das Licht der Welt, bis sie 1973 in Italien verkauft und unmittelbar danach einer PVD-Oberflächenbehandlung unterzogen wurde. Dadurch nahm die ehemals naturbelassene Stahl-Uhr ein vollkommen schwarzes Erscheinungsbild an.

Credit © Phillips

Die Uhr soll Lagerfeld erworben haben, als er zufälligerweise zu dieser Zeit als Kreativdirektor des Hauses Fendi in Rom tätig war. Zahlreiche Bilder, darunter Fotos, die im Jahre 1974 während der Chloé-Modenschau angefertigt wurden, zeigen Lagerfeld mit einer schwarzen Royal Oak mit dem Logo bei 6 Uhr, die in jeder Hinsicht mit der Uhr unserer Liste übereinstimmt.

Credit © Phillips

Durch natürliche Abnutzungserscheinungen der PVD-Beschichtung, die hier zu einem ansehnlichen Nebeneffekt geworden sind, und den andernfalls ausgezeichneten Zustand der Uhr, konnte Karl Lagerfelds Ref. 5402ST einen Auktionspreis von erstaunlichen 894.467 Euro erzielen.


10. Code 11.59 Tourbillon Openworked Only Watch 2019 Edition

Den Platz 10. der teuersten Audemars Piguet Armbanduhren belegt die Code 11.59 Tourbillon Openworked Only Watch Edition, Referenz 26600CR.OO.D002CR.99. Dabei handelt es sich um ein Einzelstück, das Audemars Piguet für die Only Watch Auktion 2019 gefertigt hat. Das 41 mm große und 10,7 mm hohe Gehäuse kombiniert 18 Karat Roségold mit 18 Karat Weißgold: Mittelteil und Zeiger bestehen aus Roségold, während Lünette, Bandanstöße, Gehäuseboden und Faltschließe aus Weißgold gefertigt sind. Vorder- und Rückseite sind mit entspiegeltem Saphirglas ausgestattet, die Wasserdichtigkeit beträgt 30 Meter. Die Uhr konnte einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 909.708 Euro erzielen.

Credit © Christies


9. Royal Oak Perpetual Calendar Ref. 25654PT

Die Nummer 9 der teuersten Audemars Piguet Uhren überzeugte Interessenten bei der „The Royal Oak 50th“-Auktion im Jahr 2022 nicht nur durch ein Platingehäuse, sondern auch durch ein kupferbraunes Zifferblatt mit traditionellem Royal Oak Tapisserie-Motiv und Sonnenschliff-Hilfszifferblättern. Sie ist Teil der Referenz 25654, die im Jahr 1987 die erste Royal Oak Perpetual Calendar Referenz 25554 ablöste und bis 1998 in 315 Exemplaren aus Stahl, 430 Exemplaren aus Gelbgold, 68 Exemplaren aus Stahl und Gelbgold sowie 38 Exemplaren aus Platin hergestellt wurde.

Credit © Phillips

Zusätzlich zu der geringen Produktionsmenge erhöhte die Tatsache, dass die Uhr die Nummer 1 trägt und von Asprey in London vertrieben wurde (wie auf dem Gehäuseboden eingraviert), die Begehrlichkeit in ungeahnte Höhen, was schließlich in einem Verkaufspreis von 975.279 Euro gipfelte.


8. Royal Oak Ref. 5402ST „No. A2“

Die Royal Oak, die Gerald Genta als „das Meisterwerk seiner Karriere“ bezeichnete, wurde vom Designer auf Erbitten von Georges Golay, der von 1966 bis zu seinem Tod 1987 Generaldirektor von Audemars Piguet war, bekanntermaßen über Nacht entworfen. So gewann die Royal Oak ihre unverwechselbaren Züge: Das Zusammenspiel einer achteckigen Lünette mit acht Sechskantschrauben und einem Monoblock-Gehäuse prägte die Ästhetik, wodurch die Uhr als die teuerste Stahluhr aller Zeiten erstmals aus der Masse hervorstach. Mit diesem Rausch der Geometrie, zu dem Genta Audemars Piguet verhalf, gepaart mit der uhrmacherischen Raffinesse der Marke, markierte die Royal Oak als „die erste Luxus-Sportuhr der Welt“ einen Wendepunkt. Zum ersten Mal in der Geschichte vereinte ein Zeitmesser die robuste Funktionalität mit dem uhrmacherischen Prestige des Vallée de Joux, während sie zudem den Grundstein für die Luxus-Sportuhr aus Stahl mit einem vollständig integrierten Armband legte.

Doch die wahre Stärke von Gentas Royal Oak, die über die Innovationskraft hinausgeht, sollte sich erst Jahre später in ihrer Universalität und Zeitlosigkeit zeigen. Als gutes Design, das seinem Zweck vollends entspricht und gleichzeitig ästhetisch ansprechend ist, wurde die Royal Oak fortan in immer neuen Abwandlungen auf den Markt gebracht, die das Grundkonzept aufnahmen und weiterentwickelten. Als Spielwiese für Kreativität folgte 1993 die Royal Oak Offshore, die, nachdem der Markt nach etwas Neuem verlangte, eine Royal Oak mit einem größeren Gehäuse und insgesamt maskulinerem Erscheinungsbild präsentierte. Dies verlieh der ersten Referenz, der Ref. 25721ST, den Spitznamen „The Beast“. Im Jahr 2002, anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Royal Oak, präsentierte AP mit der Royal Oak Concept Watch 1 (Ref. 25980) eine Uhr, die nicht nur mit ihrem futuristischen Design, sondern auch mit ihrer Materialbeschaffenheit das Staunen der Uhrenwelt war. Die Legierung des Gehäuses besteht zum größten Teil aus Kobalt und Chrom, die bis zu diesem Zeitpunkt nur der Luft- und Raumfahrt sowie der medizinischen Industrie vorbehalten waren.

Die Nummer 8 unserer Liste der teuersten Audemars Piguet Uhren, die Royal Oak in ihrer Blütezeit und der Inbegriff all dessen, was Gerald Genta als „die magische Verwirklichung seines Kindheitstraums“ bezeichnete, hat einen einzigartigen Bezug zu dieser Geschichte. Denn hierbei handelt es sich um die zweite Royal Oak, die jemals hergestellt wurde.

Royal Oak Ref. 5402ST „No. A2“

Credit © Phillips

Die Uhr mit der Referenz 5402ST wurde in vier verschiedenen Serien produziert: A, B, C und D und blieb 25 Jahre lang in den Katalogen von Audemars Piguet. Das Exemplar mit der Gehäusenummer A2 ist die früheste Royal Oak, die jemals auf einer internationalen Auktion aufgetaucht ist, und wurde für einen Preis von 1.009.913 Euro verkauft.


7. Royal Oak “Grand Complication” Ref. 26605CE.00.1248CE.98

Lange bevor die Royal Oak eine neue Ära bei AP eingeläutet hatte, stand AP für Komplikationen, und keine davon ist mit der Marke aus gleich mehreren Gesichtspunkten enger verbunden als die des Ewigen Kalenders. Bereits bevor Jules Louis Audemars die Marke mit Edward Auguste Piguet im Jahre 1875 gründete, musste er im Rahmen der Meisterprüfung seiner Uhrmacherausbildung ein anspruchsvolles Stück als Beweis seines Könnens anfertigen. Dieses Meisterstück, eine Taschenuhr aus 18 Karat Rotgold, kombinierte einen Viertelstundenrepetitionsmechanismus mit einem – Sie raten es – Ewigen Kalender. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis die Marke im Jahre 1948 ihre allererste Armbanduhr mit ewigem Kalender, die Referenz 5516, schuf, von der ein Teil der Produktionsserie die erste Armbanduhr mit ewigem Kalender und einer Schaltjahresanzeige auf dem Zifferblatt war. Noch bedeutender wird die Komplikation vor dem Hintergrund, dass über weite Teile des 20. Jahrhunderts hinweg ausschließlich Patek Philippe und Audemars Piguet Armbanduhren mit ewigem Kalender in Serie produzierten.

Royal Oak “Grand Complication” Ref. 26605CE.00.1248CE.98

Credit © Sothebys

Die Nummer 7 unserer Liste der teuersten Audemars Piguet Uhren, die je auf einer Auktion verkauft wurden, enthält nicht nur die Komplikation des Ewigen Kalenders, sondern darüber hinaus auch die Komplikationen der Minutenrepetition und des Split-Second-Chronographs, wodurch sie auf den ruhmreichen Rang der „Grand Complication“-Uhren aufsteigt. Das Besondere dabei ist, dass, obwohl die Uhr in ein schwarzes Keramikgehäuse im Royal Oak Stil gehüllt ist, die Anlehnung an die ersten Versionen in der Typographie und der Zeigerauswahl klar zu erkennen ist.

Credit © Sothebys

Beim Auktionshaus Sotheby’s konnte sie einen Hammerpreis von rund 1.091.600 Euro erzielen.


6. Vollkalender-Chronograph mit Mondphasenanzeige Ref. 5503

Im Bereich historischer Uhren gibt es seltene Uhren – und dann gibt es jene Seltenheit, die nur bei großen Manufakturen wie Patek Philippe oder Audemars Piguet zu finden ist. Ein Beispiel hierfür sind die Vollkalender-Chronographen mit Mondphasenanzeige und dem Kaliber 13VZAQ, die von Audemars Piguet zwischen 1941 und 1943 – verteilt auf unterschiedliche Gehäuseformen, Größen, Zifferblätter und Materialien – in lediglich 20 Exemplaren gefertigt wurden.

Ein Exemplar davon, das den 6. Platz der teuersten Audemars Piguet Armbanduhren belegt, entstand laut Audemars Piguet 20th Century Complicated Wristwatches zunächst als Fotoreferenz 1534 und wurde 1951 zur Referenz 5503 umbenannt. Diese Modelle verfügten über ein Chronographenwerk auf Valjoux-Basis, das mit einem Vollkalender-Modul von Alfred Aubert ausgestattet wurde.

Credit © Phillips

Die Referenz 5503 wurde zwischen 1941 und 1943 produziert und zwischen 1945 und 1959 verkauft. Das Modell besitzt ein für die damalige Zeit großes 36-mm-Gehäuse, das durch die sehr schmale Lünette optisch nochmals größer wirkt, sowie elegante tropfenförmige Bandanstöße. Insgesamt wurden nur fünf Exemplare gefertigt. Alle Modelle besaßen ein Gehäuse aus Edelstahl sowie eine Lünette, Drücker und Krone aus 14 Karat Roségold. Die Verwendung von Gold ausschließlich für Lünette und Drücker dürfte höchstwahrscheinlich auf die Goldrestriktionen während des Zweiten Weltkriegs zurückzuführen sein.

Eines der fünf Exemplare wurde jedoch 1959 vor seinem Verkauf in ein Gelbgoldgehäuse eingeschalt, sodass nur vier Uhren mit zweifarbigem Gehäuse erhalten blieben. Laut den Archiven von Audemars Piguet wurde die vorliegende Uhr mit der Werk- und Gehäusenummer 46’538 im Jahr 1942 gefertigt und 1945 an Roehrich verkauft, den damaligen Audemars-Piguet-Distributor in den USA. Bei der „The Geneva Watch Auction: XXIII“ des Auktionshauses Phillips am 10. Mai 2026 konnte die Uhr einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 1.192.580 Euro erzielen.


Platz 5 der teuersten Audemars Piguet Uhren: Gerald Gentas Royal Oak „Jumbo“ Ref. 5402

Gerald Genta wurde am 1. Mai 1931 als Sohn einer Schweizer Mutter und eines italienischen Vaters in Genf geboren. Nach seiner Ausbildung zum Goldschmied und Juwelier wurde er von Universal Genève angeworben, die vor allem für ihre Chronographen geschätzt wurden. Hier entwarf er im Alter von 23 Jahren die SAS Polerouter, eine Uhr, die an die Polarflüge der skandinavischen Fluggesellschaft erinnerte.

Nach seiner Arbeit für Universal Genève, die bis Mitte der sechziger Jahre andauerte, wandten sich mehrere Schweizer Uhrenfirmen an den jungen Designer. Zunächst war da Omega, für die Gerald Genta die Constellation-Kollektion erneuerte. 1970 folgte Audemars Piguet, die ihn beauftragten, die Royal Oak zu entwerfen, die heute ihr ikonischstes Modell ist. Auch Patek Philippe, die hofften, von Gentas Gespür für ausgewogenes Design und seiner Schaffenskraft profitieren zu können, traten an den Designer heran, was im Design der Patek Philippe Nautilus mündete. Von nun an war klar: Einige der teuersten Uhren der Welt sind aus Stahl gefertigt.

Auf dem fünften Platz der teuersten Audemars Piguet-Uhren befindet sich mit einer Royal Oak der Höhepunkt von Gentas Karriere. Dabei handelt es sich allerdings nicht um irgendeine Uhr, sondern um seine eigene Royal Oak und damit das einzige Exemplar auf dem Markt, das sich in seinem Besitz befand. Das Archiv von Audemars Piguet bestätigt, dass diese Uhr am 15. Mai 1978 von Genta erworben wurde. Zudem handelte es sich hierbei um die einzige Referenz 5402 aus Edelstahl mit Goldlünette, die je auf einer Auktion angeboten wurde. Laut Phillips wurde die Lünette im Atelier von Gérald Genta hergestellt.

Gerald Genta’s Royal Oak „Jumbo“ Ref. 5402

Credit © Sothebys

Aufgrund der Geschichte der Uhr und des Mannes, der sie trug, konnte dieser Zeitmesser einen Preis von 2.011.312 Euro erzielen.


4. ‘Coussin Tortue’ Monopusher Chronograph

Im Jahr 1930 begann Audemars Piguet auf Basis von LeCoultre & Cie Rohwerken mit der Produktion von sechs Werken für seine ersten Chronographen-Armbanduhren. Die ersten drei Werke wurden in kissenförmige Art-déco-Gehäuse eingeschalt, die in den Archiven der Manufaktur als „Coussin Tortue“ bezeichnet werden. Die besondere Bedeutung des Platz … der teuersten Audemars Piguet Armbanduhren liegt darin, dass es sich hierbei um eines dieser drei ersten „Coussin Tortue“-Chronographen handelt und zudem um das einzige Exemplar, das seit seiner Herstellung vor rund 100 Jahren öffentlich erschienen ist. Das erste vollendete und 1930 verkaufte Exemplar erhielt ein Gehäuse aus 18 Karat Weißgold. Der hier vorliegende Chronograph ist eines von zwei Exemplaren mit Platingehäuse, die 1935 beziehungsweise 1937 verkauft wurden.

Credit © Christies

Das Kaliber 11GCCV im Inneren der Uhr, das eines der kleinsten Chronographenwerke darstellt, die Audemars Piguet jemals kommerziell verwendete, ermöglichte es, das Starten, Stoppen und die Nullstellung des Chronographen allesamt durch das Drücken der Aufzugskrone auszulösen. Reguliert wurde das Werk von Robert Piguet aus Le Brassus, einer Schlüsselfigur innerhalb der Manufaktur, der dort 55 Jahre lang, von 1914 bis 1969, tätig war.

Nach dem ersten Verkauf im Jahr 1930 begann die Manufaktur damit, die Produktion ihrer Chronographen-Armbanduhren auszuweiten: 1934 wurden 14 Chronographen-Armbanduhren ausgeliefert, gefolgt von 39 weiteren Exemplaren in den darauffolgenden vier Jahren. Bemerkenswert ist das Jahr 1937, das für die Manufaktur ein Rekordjahr darstellte: 20 Chronographen-Armbanduhren wurden ausgeliefert, 19 davon mit Valjoux-Kalibern im Format 13 Linien und nur eine – das hier vorliegende Exemplar – mit dem Kaliber 11GCCV. Zu jener Zeit beschäftigte Audemars Piguet lediglich 14 Mitarbeiter und produzierte etwas mehr als 250 Uhren pro Jahr, was den seinerzeit äußerst begrenzten Produktionsumfang der Manufaktur begründet. Dies führt zu einem Fakt, der die Uhr zu einer Rarität innerhalb der Raritäten macht: Zwischen den Jahren 1930 und dem Beginn der 1980er Jahre belief sich die gesamte Produktion von Chronographen-Armbanduhren bei Audemars Piguet laut dem Auktionshaus Christie’s auf lediglich 307 Exemplare.

Die Charge der ersten drei Chronographen, zu der auch die hier beschriebene Uhr zählt, wurde ursprünglich über zwei verschiedene Händler verkauft: Louis Goering in La Chaux-de-Fonds sowie Bittman in St. Moritz. Die hier beschriebene Uhr wurde 1937 an den Händler Louis Goering geliefert und 1943 zu einem Verkaufspreis von lediglich 280 Schweizer Franken verkauft. Bei der „Rare Watches“-Auktion des Auktionshauses Christies am 11-12 Mai 2026 konnte die Uhr einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 2.330.597 Euro erzielen.


3. Royal Oak 15202 „Jumbo“ Extra-Thin Only Watch Ref. 15202XT.GG.1240XT.99

Die Royal Oak 15202 „Jumbo“ Extra-Thin Only Watch, ist ein Unikat, das nicht nur das Ende eines Zeitabschnitts, sondern auch einen Neuanfang markierte. In diesem Zeitmesser kam die Referenz 15202 und ihr Kaliber 2121 zum letzten Mal zum Einsatz, bevor sie noch im Jahr 2021 aus der Unternehmensgeschichte ausgetreten sind und von einer neuen Generation abgelöst wurden. Dies war besonders bedeutsam, da das Kaliber 2121 bei seiner Einführung im Jahr 1972 das dünnste Automatikuhrwerk mit Zentralrotor und Datumsanzeige war.

Die Royal Oak 15202 „Jumbo“ Extra-Thin Only Watch Ref. 15202XT.GG.1240XT.99

Zudem hielt mit dem Unikat das sogenannte Bulk Metallic Glass, eine Legierung auf Palladiumbasis, die unter anderem bei der Lünette sowie dem Rahmen des Saphirglasbodens verwendet wurde, Einzug in die Kollektion. Die Legierung bietet den Vorteil einer hohen Festigkeit und ist zudem korrosions- und verschleißbeständig.

Die Royal Oak 15202 „Jumbo“ Extra-Thin Only Watch wurde im Rahmen der Only Watch Auktion, einer Wohltätigkeitsauktion, die die Uhrenwelt zusammenbringt, um die Forschung zur Duchenne-Muskeldystrophie zu unterstützen, für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 2.957.705 Euro versteigert.


2. Royal Oak Concept Flying Tourbillon „Black Panther“

Im Jahre sollte eine entscheidende Idee von François-Henry Bennahmias, der von 1999 bis 2012 Geschäftsführer der Marke war, bevor er Interims-CEO wurde und später die volle Verantwortung übernahm, die Zukunft der Marke maßgeblich beeinflussen: Bennahmias machte sich die Universalität des ikonischen achteckigen Markenzeichens zunutze und kollaborierte mit berühmten Persönlichkeiten um Uhren herauszubringen, die der Marke zur internationalen Bekanntheit verhalfen. Den Anfang machte im Jahre 1999 die „Royal Oak Offshore End of Days Limited Edition“, die in Kollaboration mit Arnold Schwarzenegger entstand, während die im Jahre 2005 lancierte „Royal Oak Offshore Jay-Z 10th Anniversary” APs erstmaligen Einzug in die Hip-Hop-Kultur markierte. Obwohl die Kollaborationspartner stets andere waren, hatten die Uhren dennoch eine Sache gemein: Bennahmias ermächtigte seine Kollaborationspartner Elemente, die ihre Identität widerspiegelten in das Design und manchmal sogar in die Konstruktion der Uhren einfließen zu lassen.

Doch im Jahr 2021 passierte etwas Ungewöhnliches: die Marke verkündete eine Kooperation mit Marvel. Die Kooperation war deshalb einzigartig, weil sie erstmalig zwei Welten zusammenbrachte, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun hatten: die im Rahmen der Kooperation vorgestellte Royal Oak Concept ‘Black Panther’ Flying Tourbillon mit einer Auflage von 250 Stück verband eine Miniaturskulptur des Black Panther, König und Beschützer des fiktiven Wakandas, mit dem Glanz der traditionellen Uhrmacherei.

Darüber hinaus hat AP auch ein Einzelstück mit einem Gehäuse auf Weißgold hergestellt, auf das Symbole aus Wakanda eingraviert sind, und dass den Black Panther mit speziellen lila Highlights präsentiert. Auf der Einführungsveranstaltung kam die Uhr für wohltätige Zwecke für rund 4.407.182 CHF unter den Hammer.


1. Royal Oak Concept Tourbillon „Spider-Man“

Die teuerste Uhr, die Audemars Piguet jemals auf einer Auktion versteigert hat, basiert auf demselben Konzept wie die vorherige Black Panther Edition. Auch hier dient die Royal Oak Concept als Plattform, die AP gerne für Experimente mit neuen Materialien und außergewöhnlichen Komplikationen nutzt. Dieses Mal steht jedoch nicht der Black Panther im Mittelpunkt, sondern Spider-Man.

Das Uhrwerk basiert auf dem Kaliber 2948, bekannt aus der Code 11.59 Kollektion von 2019. Die Miniaturskulptur von Spider-Man, ursprünglich ein massiver 100-Gramm-Goldblock, wurde durch präzise CNC-Bearbeitung auf nur 4 bis 5 Gramm reduziert und anschließend von Hand bemalt, was eine eindrucksvolle visuelle Tiefe erzeugt.

Von dieser Spider-Man-Edition wurden 250 Exemplare hergestellt. Besonders herausragend ist ein Einzelstück, das einen Spider-Man im schwarzen Anzug zeigt. Diese besondere Uhr hebt sich durch ihr Weißgoldgehäuse von der Titan-Version ab, und sowohl Teile des Gehäuses als auch das Zifferblatt und der schwarze Anzug von Spider-Man leuchten im Dunkeln.

Der schwarze Anzug von Spider-Man, der sich später als lebendiger Symbiont herausstellt, verleiht Peter Parker zunächst neue Kräfte, verändert jedoch schleichend seine Persönlichkeit ins Negative. Als Spider-Man erkennt, dass der Symbiont versucht, vollständig die Kontrolle über ihn zu übernehmen, gelingt es ihm, sich durch den Klang von Kirchenglocken von ihm zu trennen. Doch dieser Kampf führt zur Entstehung seines Erzfeindes Venom. Der schwarze Anzug symbolisiert somit die Versuchung von Macht und den inneren Konflikt, den Peter Parker durchlebt.

Bei einer Wohltätigkeitsauktion während der Launch-Party erzielte das Einzelstück einen beeindruckenden Preis von rund 5.254.717 CHF, was sie zur teuersten Audemars Piguet Uhr macht, die jemals versteigert wurde.


audemarspiguet.com


In diesem Artikel werden die teuersten Armbanduhren von Audemars Piguet vorgestellt.
Stand: Juni 2026


0 Comments
Meist bewertet
Neueste Älteste
0
Teilen Sie gerne Ihre Meinung mit uns.x