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WATCH ART Mailand 2026: Patek Philippe präsentiert seine bislang größte Ausstellung
Vom 2. bis 18. Oktober begeht Patek Philippe – die letzte unabhängige Genfer Uhrenmanufaktur in Familienbesitz – ihre siebte Grand Exhibition mit dem Namen „WATCH ART Mailand 2026“. Als Austragungsort für die Patek Philippe Grand Exhibition 2026 hat die Manufaktur Italien auserkoren, das einen ihrer historisch wichtigsten Märkte darstellt. Auf rund 2.900 Quadratmetern wird es die bislang größte Ausgabe der Grand Exhibition sein. Neben zahlreichen Zeitmessern und Objekten aus dem Patek-Philippe-Universum werden auch eine eigens für die Ausstellung geschaffene „Rare Handcrafts“-Kollektion sowie ausgewählte Exponate aus dem Patek Philippe Museum gezeigt, deren Highlights wir uns in diesem Artikel genauer ansehen.
Das Konzept der „Grand Exhibitions“ – öffentliche Großausstellungen, die bei freiem Eintritt dazu dienen, die Kreationen und die Philosophie der Manufaktur Patek Philippe weltweit auch einem breiteren Publikum bekannt zu machen – wurde vor vierzehn Jahren eingeführt. Im Laufe der bisherigen sechs Ausgaben haben die Veranstaltungen insgesamt 165.000 Besucher angezogen – und nach Dubai 2012, München 2013, London 2015, New York 2017, Singapur 2019 und Tokio 2023 hat Patek Philippe nun Mailand als Austragungsort für seine siebte „Grand Exhibition“ ausgewählt.
Die sechste Patek Philippe Watch Art Grand Exhibition fand 2023 in Tokio statt.
Dass gerade Italien als Ort für die bislang größte Grand Exhibition auserkoren wurde, ist dabei kein Zufall: Italien gilt historisch bedingt als einer der wichtigsten Märkte für die Manufaktur – mit einem bis heute bestehenden Käuferkreis von Kennern, die sich für die Handwerkskunst und technische Komplexität hinter den Zeitmessern begeistern.
Illustrationen zeigen, wie die siebte Patek Philippe Watch Art Grand Exhibition in Mailand aussehen wird.
Die Patek Philippe Grand Exhibition 2026 Ausstellung, die von Freitag, dem 2. Oktober, bis Sonntag, den 18. Oktober 2026, geöffnet sein wird, findet im Palazzo delle Scintille statt, der kürzlich in CityOval umbenannt wurde und sich im Herzen des neuen Geschäfts- und Wohnviertels CityLife in Mailand befindet. Als eines der letzten historischen Gebäude dieses neu entwickelten Viertels wurde der Palazzo delle Scintille im Zuge der Stadterneuerung umfassend renoviert. Unter seiner 30 Meter hohen Kuppel wird die Ausstellung rund 2.900 Quadratmeter der insgesamt 4.000 Quadratmeter verfügbaren Fläche einnehmen.
Die Ausstellung „WATCH ART Mailand 2026“ ist in 15 unterschiedliche Themenbereiche unterteilt und wird fast 500 Zeitmesser und Objekte vereinen. Diese Themenbereiche sollen es den Besuchern laut Patek Philippe ermöglichen, nicht nur zahlreiche Neuheiten zu entdecken, sondern auch eine Reise durch das Universum von Patek Philippe zu unternehmen – vom historischen Hauptsitz an der Rue du Rhône über die Manufaktur in Plan-les-Ouates bis hin zum Patek Philippe Museum.
Die Ausstellung zeigt die prestigeträchtigsten Stücke aus der Geschichte von Patek Philippe: Dazu gehört insbesondere die Calibre 89 mit 33 Komplikationen, die zum 150-jährigen Jubiläum der Manufaktur im Jahr 1989 geschaffen wurde und 25 Jahre lang als komplizierteste tragbare Uhr der Welt galt. Darüber hinaus wird auch die Patek Philippe Grandmaster Chime Ref. 5175 gezeigt, die mit ihren 20 Komplikationen die komplizierteste Armbanduhr der Manufaktur darstellt und zum 175-jährigen Jubiläum im Jahr 2014 geschaffen wurde.
Unter den fast 500 ausgestellten Zeitmessern befinden sich zudem eine exklusiv für diese Ausstellung geschaffene „Rare Handcrafts“-Kollektion mit 27 Stücken sowie über 90 Exponate aus der Sammlung des Patek Philippe Museums in Genf, deren Highlights wir uns nun genauer ansehen wollen.
Die für die Ausstellung geschaffene „Rare Handcrafts“-Kollektion umfasst 27 Kreationen, darunter Dom-Penduletten, Taschenuhren und Armbanduhren, die allesamt mit selten gewordenen Handwerkskünsten veredelt wurden. Zu diesen raren Techniken zählen insbesondere die Miniaturmalerei auf Email, das Cloisonné-Email, die Handgravur, Holz-Mikromarquetterie, die Handguillochierung und das Edelsteinfassen.
Highlights aus der Patek Philippe Rare Handcrafts Kollektion 2025
Unter den Exponaten stehen zwei Unikate im Fokus der Kollektion: die Taschenuhr „Burano“ (Ref. 992/193J-001) sowie die Dom-Pendulette „Orangen aus Sizilien“ (Ref. 20179M-001), die zahlreiche Handwerkstechniken in sich vereinen, von denen jedoch insbesondere die Cloisonné-Email-Technik stilprägend ist.
Beim Cloisonné-Email handelt es sich um eine traditionsreiche Emailtechnik, bei der feine Metallstege auf einen Träger gesetzt und zu kleinen Zellen – den sogenannten Cloisons – geformt werden. Diese Zellen werden anschließend mit farbigem Emailpulver gefüllt und bei hoher Temperatur gebrannt, sodass das glasartige Material mit dem Untergrund verschmilzt. Da Emaille beim Brennen leicht absinkt, müssen das Auftragen der Emailmasse und der Brandvorgang mehrfach wiederholt werden, bevor die Oberfläche geschliffen und poliert werden kann. Die besondere Schwierigkeit liegt dabei in der präzisen Kontrolle von Farbe und Hitze sowie im Risiko von Rissen, Blasen oder ungleichmäßigen Oberflächen.
Der Herstellungsprozess des Cloisonné-Emails bei Patek Philippe.
Oft mit weiteren Handwerkstechniken wie Miniaturmalerei oder Handgravur kombiniert, gewinnt diese Technik ihre Faszination also daraus, dass die entstehenden Motive nicht gemalt, sondern durch Konturen, Emailschichten und wiederholte Brandvorgänge aufgebaut werden.
Bei der Taschenuhr „Burano“ (Ref. 992/193J-001) aus Gelbgold erzeugt die Cloisonné-Email-Technik zusammen mit Emaildekor in Flinqué- und Paillonné-Technik ein Motiv, das eine Hommage an die venezianische Insel Burano darstellt, die für ihre von bunten Häusern gesäumten Kanäle berühmt ist. Um dieses Motiv auf der Taschenuhr zu verwirklichen, wurde der Gehäuseboden des Einzelstücks mit 70 verschiedenen Emailfarben in Cloisonné-Email-Technik verziert und von Hand mit einem Wellenmuster guillochiert.
Das bunte Schimmern des Wassers wurde durch die Paillonné-Technik erzeugt, bei der Gold- und Silberpartikel in transparente Emailmasse eingelegt wurden. Umrahmt wird die Uhr am Rand des Gehäusebodens, der Lünette und des Bügels durch eine von Hand ausgeführte Gravur, die von der auf Burano beheimateten Klöppelkunst inspiriert ist.
Beim zweiten Unikat, der Dom-Pendulette „Orangen aus Sizilien“ (Ref. 20179M-001), formen Konturen von Bäumen und Früchten aus etwa 15 Metern Goldflachdraht zusammen mit einer Palette von 49 Emailfarben eine Szenerie mit zwei Bildebenen: Auf der Zifferblattseite sind die mit Früchten behangenen Äste der Orangenbäume zu sehen, während eine Darstellung der Stadt Palermo in Miniaturmalerei auf Email die Rückseite ziert.
Die 49 Emailfarben – darunter transparente, opalisierende und opake – werden mit vier bis fünf Pastellfarben für die Miniaturmalerei auf Email kombiniert, um den Effekt bewusst eingesetzter Unschärfen und Schattierungen zu erzeugen. In Grand-Feu-Cloisonné-Email gefertigt, erfordert jede emaillierte Platte des Unikats 9 bis 11 Brennvorgänge bei Temperaturen von 900 °C bis 910 °C.
Unter den 90 ausgestellten Exponaten aus dem Patek Philippe Museum in Genf befinden sich einige der ältesten mechanischen Uhren der Welt. Dazu zählen Zeitmesser aus der „Antiken Sammlung“ des Museums, die den Zeitraum vom 16. Jahrhundert bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts umfasst, ebenso wie ausgewählte Stücke aus der Patek Philippe-Sammlung, die das Schaffen der Manufaktur seit ihrem Gründungsjahr 1839 nachzeichnen. Für die Grand Exhibition in Italien wurden unter anderem drei besondere Exponate ausgewählt.
Als ein Highlight gilt die Taschenuhr von König Umberto I. von Savoyen (Inv.-Nr. P-1235), die am 4. August 1897 an Musy Padre e Figli, Hoflieferanten in Turin, ausgeliefert wurde. Hierbei handelt es sich um eine Lépine-Uhr in einem Gelbgoldgehäuse, die über Kronenaufzug verfügt und deren Zeiteinstellung per Drücker vorgenommen wird.
Ihr Zifferblatt aus weißem Email zeigt zwei konzentrisch verlaufende Ziffernskalen – die innere mit schwarzen römischen Ziffern zeigt die Tagesstunden an (1–12), während die äußere mit roten arabischen Ziffern die Nachtstunden angibt (13–24) – und wird von einem Hilfszifferblatt mit kleiner Sekunde bei 6 Uhr ergänzt. Der Gehäuseboden ist mit dem Wappen von König Umberto I. emailliert und mit Diamanten im Rosenschliff besetzt.
Patek-Philippe-Weltzeit-Armbanduhren mit Cloisonné-Emaille-Zifferblatt zählen zu den begehrtesten Armbanduhren der Manufaktur und rangieren regelmäßig unter den teuersten Patek-Philippe-Armbanduhren, die jemals auf Auktionen verkauft wurden. Die hier gezeigte Uhr mit Darstellung der östlichen Hemisphäre – auch als „Vieux Continents“ oder „Old World“ bezeichnet – stammt aus dem Jahr 1948 und zeichnet sich insbesondere durch ihre drehbare Lünette aus, auf der 41 Städtenamen die 24 Zeitzonen der Welt repräsentieren. Ergänzt wird diese Anzeige durch eine rotierende 24-Stunden-Scheibe, deren arabische Ziffern die Tages- und Nachtstunden der jeweiligen Zeitzonen ablesbar machen.
Als drittes Highlight gilt eine für den italienischen Markt bestimmte Taschenuhr aus der Zeit um 1830 (Inv.-Nr. S-563), die mit Schlüsselaufzug und Zylinderhemmung mit Rubinzylinder ausgestattet ist. Ihr guillochiertes Silberzifferblatt zeigt Stunden und Minuten aus der Mitte an. Das Gehäuse besteht aus graviertem Gold und Champlevé-Email, während der Gehäuseboden in derselben Emailtechnik eine Karte Norditaliens zeigt.