Nach der Polo Perpetual Calendar Ultraflach und der Polo Flying Tourbillon Moonphase ist die neue Polo Minute Repeater ein weiterer Beleg für Piagets Anspruch, höchste uhrmacherische Kompetenz mit besonders flacher Bauweise zu verbinden. 

Eine derartige Haute-Horlogerie-Melange präsentierte die Manufaktur bereits 2013 mit der Polo Emperador Coussin, die damals die weltweit flachste mechanische Uhr mit automatischem Aufzug und Minutenrepetition im Gehäuse war. 

Die neue Polo fügt nun mit ihrem komplexen Repetitionsschlagwerk ein weiteres klangvolles Kapitel hinzu. Die auf fünf Exemplare begrenzte Auflage in diesem Jahr trägt dem hohen Fertigungsaufwand einer Minutenrepetition Rechnung. Limitiert ist die Polo Minute Repeater aber grundsätzlich nicht. 

Das Zifferblatt: Einblicke in die Klangwelt

Das Zifferblatt der Polo Minute Repeater besteht aus Gold mit einer blauen PVD-Beschichtung und ist von Hand guillochiert. Das Ergebnis ist ein strahlendes Sonnenschliff-Finish. Rund 50 Stunden dauert die Veredelung jedes einzelnen Zifferblatts. 

Dabei erinnert die teilweise durchbrochene Konstruktion an die Halbmaske aus Das Phantom der Oper. Während sie im Musical das entstellte Gesicht des Phantoms bedeckt, erlaubt das Zifferblatt der Polo Minute Repeater einen Blick auf die dahinterliegende Schönheit ihres Innenlebens.

So befindet sich etwa zwischen 4 und 5 Uhr ein Ring aus rauchblauem Saphir mit der Inschrift „La Côte-aux-Fées“, dem Ort im Schweizer Jura, an dem Piaget 1874 gegründet wurde. Er rahmt den speziellen Regulator der Minutenrepetition ein, dessen Aufgabe es ist, die Geschwindigkeit des Schlagwerks zu begrenzen und zu stabilisieren, damit die Töne in einem gleichmäßigen Rhythmus erklingen.

Die offene Gestaltung des Zifferblatts gibt zudem den Blick auf weitere Bestandteile der komplexen Schlagwerksmechanik frei. Zwischen 6 und 10 Uhr sind unter anderem die Hämmer, Hebel und Räder der Minutenrepetition zu sehen.

Das Kaliber 1290P: ultraflach und klangstark

Die Entwicklung des Uhrwerks 1290P beschäftigte sechs Ingenieure der Piaget-Manufaktur drei Jahre lang. Das Ergebnis wurde 2013 in der Emperador Coussin Automatic Minute Repeater vorgestellt. Als Basis diente das nur 2,35 Millimeter hohe Kaliber 1200P, das Piaget bei seiner Vorstellung im Jahr 2010 als weltweit flachstes automatisches mechanisches Uhrwerk bezeichnete.

Das Kaliber 1290P besteht heute aus 430 Bauteilen und ist ebenfalls ein besonders aufwendig konstruiertes ultraflaches mechanisches Manufakturwerk mit Automatikaufzug und Minutenrepetition. Allein die Montage in der Manufaktur in La Côte-aux-Fées dauert 80 Stunden.

Es zeigt Stunden und Minuten an. Seine Besonderheit liegt darin, dass Piaget die komplexe Schlagwerksmechanik in eine Bauhöhe von nur 4,8 Millimetern bei einem Durchmesser von 34,9 Millimetern integriert hat. Es schwingt mit geruhsamen 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hz) und bietet eine Gangreserve von rund 40 Stunden.

Einige der Räder sind mit 0,12 Millimetern kaum stärker als ein menschliches Haar, das etwa 0,08 Millimeter misst. Bei einigen Komponenten wurde die Höhe sogar auf 0,07 Millimeter reduziert. Der Mikrorotor mit blauer PVD-Beschichtung besteht aus Platin, um trotz geringer Abmessungen ausreichend Masse für den automatischen Aufzug bereitzustellen.

Dem Streben nach einer ultraflachen Konstruktion ist auch die ungewöhnliche Anordnung des Repetitionsschiebers geschuldet: Anders als üblich wird er nach unten statt nach oben betätigt. Das Kaliber 1290P verfügt zudem über eine spezielle Vorrichtung für einen besonders präzisen Stundensprung am Ende der 59. Minute. Sie stellt sicher, dass Zeitanzeige und akustische Wiedergabe möglichst exakt synchronisiert bleiben.

Wird die Minutenrepetition beispielsweise um 11:59:59 Uhr ausgelöst, gibt sie 11 Stunden, drei Viertelstunden und 14 Minuten wieder – also 11:59 Uhr. Sie schlägt nicht bereits zwölf Stunden, nur weil der nächste Stundenwechsel unmittelbar bevorsteht.


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Mehr über die Piaget Polo Skeleton Ceramic erfahren Sie hier in unserem Artikel


Das Pendant zur technischen Raffinesse ist die aufwendige Veredelung des Werks, die mehrere Wochen in Anspruch nimmt. So gesellen sich zum kreisförmigen Genfer Streifenschliff (Côtes de Genève) unter anderem von Hand angeschrägte und gefeilte Brücken, handanglierte Brücken, auf Hochglanz polierte Hämmer, die Gravur des Piaget-Wappens auf dem Rotor und gebläute Schrauben. 

Das Gehäuse: edler Resonanzkörper

Das bis 3 bar wasserdichte Gehäuse der Polo Minute Repeater besteht aus rhodiniertem Weißgold und hat bei einem stattlichen Durchmesser von 48 Millimetern eine Höhe von lediglich 9,3 Millimetern.

Bei einer Minutenrepetition spielt das Gehäuse eine entscheidende Rolle für das Klangbild. Um eine optimale Resonanz zu erreichen, wurde deshalb ein möglichst großer Hohlraum geschaffen. Das Uhrwerk ist darin über vier Spangen befestigt, die zugleich die Schwingungen des Schlagwerks an das Gehäuse übertragen. Für eine zusätzliche Verstärkung der Klangübertragung sorgen vier Schrauben, die die Tonfedern sowohl mit dem Gehäuse als auch mit dem Uhrwerk verbinden. 

Ferner zeigt das Gehäuse das typische Polo-Design: Das Zusammenspiel aus rundem Zifferblatt und kissenförmig anmutendem Gehäuse mit abgerundeten Ecken ist eine Gestaltung, die seit der ersten Polo von 1979 zum charakteristischen Erscheinungsbild der Kollektion gehört. Hinzu kommt der Repetitionsschieber auf der linken Gehäuseseite, der anders als meist üblich nach unten statt nach oben bedient wird.

Das Klangbild: hörbare Harmonie

Bei aller technischen und ästhetischen Finesse definiert sich eine Minutenrepetition in erster Linie über ihren Klang, der harmonisch und mit angemessener Lautstärke erklingen sollte. Mit 64 Dezibel – Piaget vergleicht den Wert mit der Lautstärke einer durchschnittlichen Unterhaltung von etwa 65 Dezibel – erklingt die Polo Minute Repeater nicht nur kraftvoll, sondern auch mit bemerkenswerter Ausdauer.

Der von Piaget angegebene Dämpfungsfaktor von 2.600 steht für ein langes und resonanzreiches Nachklingen der Töne. Die Stunden erklingen in Gis, die Minuten in Ais; kombiniert entsteht der Doppelton der Viertelstunden.

Haute Joaillerie trifft Haute Horlogerie

Zusätzlich zur Polo Minute Repeater mit blauem Sonnenschliffzifferblatt präsentiert Piaget eine Haute-Joaillerie-Version. Deren Lünette ist mit blauen Saphiren im Baguetteschliff besetzt, während das Gehäuse mit einer Kombination aus Diamanten im Baguette- und Brillantschliff verziert ist. Das Zifferblatt ist vollständig transparent und offenbart die aufwendig veredelte Mechanik.

Preise & Verfügbarkeit

Die Polo Minute Repeater mit blauem Sonnenschliffzifferblatt (Ref. G0A51038) kostet 417.000 Euro, den Preis für die Haute-Joaillerie-Variante (Ref. G0A51017) gibt es auf Anfrage. Beide Uhren sind ab November 2026 erhältlich.


piaget.com

Eigenschaften

MARKE

Piaget

MODELL

Polo Minute Repeater

REFERENZ

G0A51038

GEHÄUSE

18 Karat Weißgold

DIMENSIONEN

48 mm × 9,3 mm

WASSERDICHTIGKEIT

3 ATM / 30 m

ZIFFERBLATT

Teiloffenes Goldzifferblatt, handguillochiert, blaue PVD-Beschichtung, rauchblauer Saphirring

ARMBAND

Blaues, strukturiertes Kalbsleder; zusätzlich Alligatorleder

UHRWERK

Piaget Manufakturkaliber 1290P, ultraflache Minutenrepetition, 430 Komponenten, Platin-Mikrorotor

AUFZUG

Automatik

GANGRESERVE

ca. 40 Stunden

FREQUENZ

21.600 A/h (3 Hz)

FUNKTIONEN

Stunden, Minuten, Minutenrepetition

PREIS

EUR 417.000

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